Bildung und Teilhabe für alle lassen sich Kreis und Kommunen einiges kosten
Ein Bündel an Maßnahmen für mehr Chancengleichheit

Das Einkommen der Eltern bestimmt laut einer Studie auch die Bildungschancen der Kinder.
  • Das Einkommen der Eltern bestimmt laut einer Studie auch die Bildungschancen der Kinder.
  • Foto: Jens Weber/pixelio.de
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Ortenau (gro). Die Kinder einkommensschwacher Eltern sind benachteiligt, stellt eine Studie der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe fest: Nicht nur was den Besitz angehe, auch die Bildungschancen in Deutschland richteten sich nach dem Einkommen der Eltern. Alle Versuche, diese Nachteile auszugleichen, seien bislang in Deutschland gescheitert. Gilt das auch in der Ortenau?
Die Kommunale Arbeitsförderung (KOA) zählt aktuell 8.643 Bedarfsgemeinschaften, darunter 2.861 mit Kindern. Derzeit gibt es 7.843 Leistungsempfänger unter 25 Jahren. "In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der unter 18-jährigen Leistungsempfänger um 346 angestiegen", stellt Armin Mittelstädt, Landratsamt Ortenaukreis, KOA, fest. Dabei wäre die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind, zurückgegangen, hätte es nicht die starke Zuwanderung von Flüchtlingen in der Vergangenheit gegeben, erläutert Mittelstädt: "Absolut arme Menschen, also solche, die nicht ausreichend Mittel haben, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, gibt es in Wohlstandsgesellschaften keine. Von relativer Armut betroffen sind die Menschen, deren Einkommen weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens beträgt." Dazu zählt er auch die Leistungsempfänger der KOA.
Rund 2.000 Euro an Geldleistungen gewähre die KOA einer vierköpfigen Familie mit zwei Kindern unter sechs Jahren, einschließlich Unterkunfts- und Nebenkosten. Hinzu kämen einmalige Leistungen wie für Erstausstattungen sowie Mehrbedarfszuschläge. "Familien erhalten auch Leistungen im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets", beschreibt Mittelstädt. Dazu gehörten Schulbeihilfe, Übernahme der Kosten für Schulausflüge, Übernahme der Kosten für Essen in der Schule bis auf einen Elternanteil von einem Euro, Schülerbeförderungskosten, Lernförderung aber auch Zuschüsse zu Mitgliedsbeiträgen und Ferienfreizeiten. "Die Inanspruchnahme dieser Leistungen ist konstant hoch", so Mittelstädt. Im vergangenen Jahr seien im Ortenaukreis 37.091 Leistungen für 7.782 Personen mit einem Gesamtbeitag von 1,62 Millionen Euro bewilligt worden.
Zusätzlich kümmere sich laut Mittelstädt das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis um die körperliche und seelische Gesundheit sowie die soziale Teilhabe von Kindern von drei bis zehn Jahren und ihren Familien. "Das Thema Armut und Gesundheit spielt dabei eine besondere Rolle", betont Mittelstädt. Die Jugendhilfe habe Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen des Landesprogramms "Stärke" und der Ortenaukreis fördere die Schulsozialarbeit.
In Sachen Bildung hat sich die Stadt Lahr ein verbindliches Leitbild gegeben, in dem die Chancengleichheit fester Bestandteil ist: "Zirka 40 Prozent der Kinder im Grundschulalter nehmen in Lahr zusätzliche Betreuung und Förderung sowie freizeitpädagogische Maßnahmen, die durch freie Träger angeboten werden, in Anspruch." Viele Kinder mit Migrationshintergrund und aus einkommensschwachen Familien nähmen das Angebot der sozialpädagogischen Schülerhilfe für Grundschüler in Anspruch. Bei 60 Prozent von ihnen übernimmt die Stadt das Elternentgelt.
Was in Lahr der "Lahrpass" ist, ist in Offenburg der Familienpass: Er ermöglicht einkommensschwachen Familien, die Nutzung unterschiedlichster städtischer Angebote zu ermäßigten Preisen.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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