Innovationen zum Anfassen
Transfermobil »Pflege Digital« zu Gast an der Pegasus-Fachschule in Schutterwald

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Schutterwald. Wie sieht die Zukunft der Pflege aus- und wie lässt sie sich schon heute praktisch erleben? Antworten darauf zeigte das Transfermobil des »Landeskompetenzzentrums Pflege und Digitalisierung« beim Besuch an der Pegasus-Fachschule für Sozial- und Pflegeberufe in Schutterwald. Die mobile Plattform brachte modernste Technologien und innovative Ansätze direkt zu Auszubildenden, Praxisanleitern und Lehrkräften in Pflegeberufen – zum Anfassen, Ausprobieren und Mitdiskutieren.
»Das Transfermobil ist ein speziell ausgestattetes Fahrzeug, das als rollendes Innovationslabor konzipiert wurde«, erklärt Kirsten Heiland. Zusammen mit Steward Gold macht sie aktuelle Entwicklungen der Langzeitpflege direkt vor Ort zugänglich. „Statt zeitintensiver Schulungen mit langen Anfahrtswegen können Pflegekräfte neue Technologien unmittelbar in ihrer Lernumgebung kennenlernen und erproben«, verdeutlicht Theresa Schley, Geschäftsführerin der Pegasus-Fachschulen.
Ein Konzept, das den Nerv der Zeit trifft: »Weiterbildung und fortlaufende Qualifizierung sind auch in der Pflege wichtig. Doch Pflegekräfte sind zeitlich enorm eingebunden«, betonte Kirsten Heilland. Bei den Pflegefachfrauen und -männern im zweiten Ausbildungsjahr wurde schnell deutlich, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten des Transfermobils sind. Die angehende Pflegefachkräfte testeten digitale Aktivierungsangebote, wie interaktive Tische und erlebten Robotiklösungen, wie mit dem Sozialroboter »Navel«. Beeindruckt zeigten sich die Auszubildenden beim Alterssimulationsanzug und den Tremorhandschuhen sowie Sehbeeinträchtigungs-Brillen. »Sich in die Welt eines alternden Menschen hineinzuversetzen und selbst Alltägliches auszuprobieren vermittelt ein Gefühl von Verständnis«, erklärte Nermine Selmi während sie mit Brille, Kopfhörer und Alterssimulationsanzug körperliche Beeinträchtigungen nachempfindet. Schulleiterin Anja Haß lobte den didaktischen Ansatz des Transfermobils: »Lernen erfolgt hier nicht abstrakt, sondern praxisnah und erfahrungsbasiert.«
Einblicke in Sensorik, Sturzprävention und Monitoring-Systeme gewinnen für Pflegefachkräfte an Bedeutung. »Wenn man sich in die Lage von älteren Menschen hineinversetzt, ermöglicht das ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen älterer oder pflegebedürftiger Menschen«, erklärt Ingrid Schmidt, Leiterin der Fort- und Weiterbildungen bei Pegasus, während Aya Nafaa mit dem Tremorhandschuhen ihren Namen zu schreiben versucht. »Das ist fast unmöglich«, sagt die Auszubildende, während ihre Hände mittels Handschuhe zitterten.
»Das Transfermobil schaffte nicht nur Zugang zu Technik, sondern auch Raum für Austausch«, so Lehrerin Jutta Schwendemann. Pflegekräfte, Auszubildende und Lehrende kommen ins Gespräch, teilen Erfahrungen und reflektieren gemeinsam Chancen und Herausforderungen neuer Entwicklungen.
Für die Pegasus-Fachschule stellte der Besuch eine wertvolle Ergänzung zur Ausbildung dar. Die angehenden Pflegekräfte sowie Praxisanleitungen aus verschiedenen Pflegeeinrichtungen im Ortenaukreis lernten innovative Technologien nicht nur theoretisch kennen, sondern probierten aus. »Ein entscheidender Vorteil für das Verständnis und die spätere Anwendung im Berufsalltag«, bestätigt Anja Haß.
Das Transfermobil zeigte, wie Wissenstransfer in der Pflege neu gedacht werden kann: flexibel, praxisnah und partizipativ. Es bringt Innovation dorthin, wo sie gebraucht wird – direkt zu den Menschen, die täglich Verantwortung in der Pflege übernehmen.

Zu Bild 1: Mitschülerinnen helfen Aya Nafaa beim Anziehen der Tremorhandschuhen.
Zu Bild 2: Nermine Selmi empfindet mit Brille, Kopfhörer und Alterssimulationsanzug körperliche Beeinträchtigungen nach.

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