Peter Oehler aus Offenburg ist ein Ausnahmegitarrist
Der Mann, der nicht nur Weihnachten rockt

Der Offenburger Peter Oehler ist ein Vollblutmusiker. Der Gitarrist hat mit den unterschiedlichsten Künstlern im Laufe seiner Karriere zusammengespielt.
  • Der Offenburger Peter Oehler ist ein Vollblutmusiker. Der Gitarrist hat mit den unterschiedlichsten Künstlern im Laufe seiner Karriere zusammengespielt.
  • Foto: Michael Bode
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Offenburg. „Ich wollte immer Musiker werden“, sagt Peter Oehler. Dabei waren die Anfänge eher
holprig: „Ich war in einem Musikverein“, erzählt der gebürtige
Nordracher. Dort sollte er Waldhorn lernen, doch so weit kam es nicht:
„Ich durfte das Instrument nur anschauen. Nach vier oder fünf Mal hat es
mir gereicht.“ Bei der Erinnerung lacht der 65-Jährige. Geschadet hat
es nicht, denn wenig später fand er „sein“ Instrument, das er
meisterlich beherrscht. „An der Gitarre bin ich Autodidakt“, so Oehler.
„Ich habe während meiner Schulzeit damit begonnen und es hat mich
schnell gepackt.“ Seine Mutter, mit der er 1965 nach Offenburg gezogen
war, schenkte ihm seine erste E-Gitarre. „Es war keine besondere
Gitarre, aber ich war unglaublich stolz darauf“, erinnert sich Oehler.

Schnell gründete er seine erste Band. „Wir nannten uns ‚The Dogs‘“, erzählt
Oehler über die Truppe, die sich der Underground-Musik verschrieben
hatte. Stücke von Jimi Hendrix und Lou Reed standen auf ihrem Programm.
Das war 1967, nur zwei Jahre später wurde der Offenburger vom Keyboarder
der „Heeds“ entdeckt. „Das war damals eine angesagte Band in der
Region“, beschreibt Oehler seine ersten Schritte in Richtung
Profimusiker. „Sie spielten Songs von den ‚Doors‘. Die Band hatte sogar
Bläser dabei.“

Obwohl ihm die eigentliche Richtung in seinem Leben klar war, lernte er Buchdrucker. „Ich wollte Grafiker werden und
dazu brauchte ich einen passenden Beruf.“ Doch aus der Karriere als
Grafiker wurde nichts, denn: „Ich hatte kaum ausgelernt, da machte ich
nur noch Musik.“

Die Band „Jud‘s Gallery“, in der Oehler von 1971 bis 1975 spielte, kennt in der Ortenau jeder – nicht nur weil sie gute Songs hatten, sondern auch weil Gary Moore einen davon – das Lied
„Nordrach“ – plagiierte. Die Band wehrte sich mit Erfolg. „Wir haben am
Ende einen Vergleich erzielt“, so Oehler über das Kräftemessen mit der
Gitarrenlegende.

„Schließlich bin ich nach Freiburg gezogen, dort war es superlangweilig“, kramt Peter Oehler in seinen Erinnerungen.
Er inserierte in einschlägigen Fachzeitschriften, dass er eine Band
suche – egal wo. So verschlug es ihn nach Mannheim. „Ich habe in einigen
Bands gespielt und Tourneen mitgemacht.“ Lebhaft erinnert er sich an
die Zeit in der „Jeff Harrison Band“, mit der auch durch die  DDR
tourte. „Dort waren englischsprachige Bands total angesagt. Wir sind
richtiggehend hofiert worden. Ich hätte sogar dort bleiben können, wenn
ich das gewollt hätte.“ Ihm wurden ein Volvo, eine Villa und die
Möglichkeit, in jeder Band, an der er interessiert ist, mitzuspielen,
angeboten: „Aber ich wollte mich nicht vor deren Karren spannen lassen.
Wir mussten einen Teil unserer Songs umtexten. Wenn die Jugendlichen
beim Konzert zu wild wurden, wurden sie zurückgepfiffen“, schüttelt
Peter Oehler den Kopf über diese Zeit.

Nach neun Jahren, als seine damalige Band auseinander brach, zog es ihn zurück in die Ortenau.
„Das war 1984 und wegen meiner Frau bin ich hier hängengeblieben, was
ich nicht bereue.“ Es begann eine intensive Zeit, in der Peter Oehler in
mehreren Formationen gleichzeitig spielte. „Als musikalisch einmal
nichts ging, bekam ich ein Angebot von Costa Cordalis. Ich habe 14 Jahre
in seiner Band gespielt. Bei den griechischen Parts in seinen Liedern
ist man als Gitarrist ganz schön gefordert“, so Oehler. Aber er habe in
dieser Zeit viel gelernt: „Alles war sehr professionell.“

Zeitgleich arbeitete er als Musikredakteur beim Süddeutschen Rundfunk: „Ich hätte
dort als Sprecher anfangen können, aber ich wollte nicht vors Mikro.“
Das kam erst, als er 1987 beim neu gegründeten Radio Ohr in Offenburg
anfing. Dem Sender ist er bis heute treu geblieben, er ist regelmäßig
auf Sendung. Zu seinem 65. Geburtstag dieses Jahr machte er sich ein
besonderes Geschenk: Eine neue CD, voll gepackt mit bester
Gitarrenmusik. „Mit den Songs von ‚Behind the Red Moon‘ möchte ich auf
Tour gehen“, blickt Oehler in die Zukunft.

Autor: Christina Großheim

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