Pflegeberufe
Generalistische Ausbildung ab 2020

Die demografische Entwicklung, aber auch der medizinische Fortschritt haben bereits in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Bedarf an Pflegepersonal in der Kranken- und Altenpflege gestiegen ist. So hat sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Das Statistische Bundesamt weist in seiner Pflegestatistik für 2017 eine Zahl von bundesweit 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen aus. Und es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Folge der Alterung der Gesellschaft weiter zunehmen wird. Laut Bundesagentur für Arbeit (Bericht über Arbeitsmarktsituation im Pflegebereich, Mai 2019) konzentriert sich der Mangel bei den Gesundheits- und Krankenpflegekräften auf examinierte Fachkräfte und Spezialisten. Auf Helferniveau hingegen übersteigt die Zahl der Arbeitslosen die der gemeldeten Stellen – hier ist Qualifizierung dringend gefragt. Positiv zu vermelden: 2017/2018 wurde bundesweit gut jede vierte Ausbildung zur Altenpflegekraft als geförderte Weiterbildung begonnen.

Schulgeld entfällt

Ein weiterer Baustein gegen den Fachkräftemangel soll eine neue Form der Ausbildung sein: Ab Januar 2020 gibt es für Pflegeberufe die generalistische Ausbildung. Statt wie früher von Anfang an auf ein Gebiet festgelegt zu sein, haben die Auszubildenden nach 18 Monaten die Möglichkeit, ihren endgültigen Berufsabschluss zu wählen. Laut Dr. Claus Gross, Leiter des Gesundheitsamts Offenburg, betrifft dies die Altenpflege ebenso wie die Kinderkrankenpflege. Zudem können Pflegefachleute durch die Fortsetzung der allgemeinen, also generalistischen Ausbildung, in allen Bereichen der Pflege eingesetzt werden – Akutpflege, Kinderkrankenpflege, stationäre oder ambulante Langzeitpflege sowie allgemein-, geronto-, kinder- oder jugendpsychiatrische Versorgung. Die Auszubildenden haben außerdem noch die Möglichkeit, Schwerpunkte zu setzen. Dies sind Akutpflege, stationäre Langzeitpflege sowie ambulante Kurz- und Langzeitpflege. Die Schwerpunktsetzung wird dann auch im Abschlusszeugnis vermerkt. Was die Vorteile dieser Ausbildung sind? „In einigen Bundesländern wurde für die Pflegeausbildung ein Schulgeld fällig. Das wird zukünftig wegfallen, was die Ausbildung auch für Menschen interessant machen wird, die diese finanzielle Hürde nicht nehmen konnten oder wollten. Die Ausbildung wird auch an sich attraktiver, weil man sich der 18-monatigen Anfangsphase zunächst einmal in dem Berufsfeld orientieren kann, bevor man sich für eine Vertiefung entscheidet. Den 'generalistisch' ausgebildeten Pflegefachleuten stehen alle Betätigungsfelder in der Pflege offen. Sie können sich ihrem Interesse nach auf die offenen Stellen in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten bewerben und so dazu beitragen, den Fachkräftemangel zu lindern“, sagt Dr. Gross.

Neutrale Koordinierungsstelle

Um den großen Anforderungen, die diese Ausbildung mit sich bringt, im Kreis gerecht zu werden, habe der Kreistag eine neutrale Koordinierungsstelle für Pflegeberufe eingerichtet: „Kürzlich hat die Koordinierungsstelle eine Arbeitsgruppe aus allen Alten- und Krankenpflegeschulen ins Leben gerufen, welche ein gemeinsames Curriculum für die theoretische und praktische Ausbildung für den gesamten Ortenaukreis erstellen wird, um die Lehrenden in der Pflege zu unterstützen“. Gabriele Ritter

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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