IHK zu neuen Möglichkeiten
Größere Auswahl für die Fachinformatiker

Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK
  • Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK
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Ortenau. Über die augenblickliche Situation rund um die Berufsberatung sprach Rembert Graf Kerssenbrock mit Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK Südlicher Oberrhein.

Welche Änderungen beinhalten die neuen Ausbildungsordnungen für Berufe der Informationstechnologie?
Die Neuordnung wird voraussichtlich zum 1. August in Kraft treten und bedeutet eine grundlegende Neuaufstellung der gesamten Berufsgruppe. Der Beruf Fachinformatiker erhält zwei zusätzliche Fachrichtungen, die Digitale Vernetzung und Daten- und Prozessanalyse heißen, und kann damit nun in insgesamt vier Fachrichtungen erlernt werden. Damit können sich die Absolventen bereits während der Ausbildung in ihrem Profil schärfen. Hinzu kommen mit den Kaufleuten für IT-Systemmanagement und den Kaufleuten für Digitalisierungsmanagement zwei attraktive kaufmännische Berufe, die starke inhaltliche Bezüge zur Technik haben und mit dieser Interdisziplinarität den Anforderungen einer vernetzten Wirtschaft passgenau gerecht werden.

Wie findet derzeit die Berufsberatung der IHK für angehende Bewerber statt?
Wir nutzen aktuell gezwungenermaßen überwiegend die Online-Kanäle sowie das Telefon und greifen dabei auf unser großes Netzwerk zu den Betrieben zurück. Eine Präsenz an Schulen ist derzeit leider genauso wenig möglich wie das Durchführen von Messen.

Gibt es spezielle Formate, die in jüngster Zeit entwickelt wurden?
Nein, ganz neue Formate nicht. Mit dem IHK-Berufsprofiling haben wir schon länger ein wissenschaftlich fundiertes Instrument an der Hand, das online durchgeführt werden kann und eine solide Basis für die weitere Berufsorientierung, etwa die gezielte Suche nach einem Praktikum, bietet. Das versetzt uns auch in Zeiten von Corona in die Lage, eine gute Beratung zu bieten.

Welche Möglichkeiten gibt es für die Bewerber auf die Vorbereitung einer solchen Beratung?
Für die Bewerber ist es immer hilfreich, sich in Bezug auf die eigenen Interessen und Stärken klar zu werden, was aber nicht immer einfach ist. Auch ganz pragmatische Überlegungen wie etwa die Frage, ob und wie weit man bereit ist zu pendeln, sollte man sich vorab schon einmal durch den Kopf gehen lassen. Genau da setzt das IHK-Berufsprofiling an und sorgt für mehr Klarheit.

Muss sich der angehende Azubi auf digitale Vorstellungsgespräche vorbereiten oder werden auch persönliche Gespräche unter den vorgegebenen Bedingungen stattfinden?
Wir erleben aktuell beides. Die meisten Betriebe treffen entsprechende Vorkehrungen bezüglich der Hygiene und führen dann ganz normale Bewerbungsgespräche durch. Dies auch deshalb, weil es ihnen eben gerade maßgeblich auf den persönlichen Eindruck ankommt. Aber es gibt auch Unternehmen, die bereits sehr konsequent auf digitale Formate umgestellt haben und damit gute Erfahrungen machen.

Wie gehen die Betriebe mit dem Thema und Kurzarbeit um?
Kurzarbeit ist aktuell ein wichtiges Thema in unserer Beratung. Gerade Betriebe, die auf behördliche Anordnung ihren Geschäftsbetrieb ruhen lassen müssen, haben aus Gründen der Liquidität häufig überhaupt keine andere Wahl als zu versuchen, auf diesem Wege zumindest die Personalkosten in den Griff zu bekommen. Es geht häufig um das schiere Überleben des Unternehmens. Auszubildende können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls in die Kurzarbeit mit einbezogen werden, genießen allerdings im Vergleich zu Arbeitnehmern besondere Schutzrechte. So muss der Betrieb nachweislich alles in seiner Macht Stehende getan haben, die Ausbildung möglichst lange aufrechtzuerhalten, etwa durch ein Umstellen des Ausbildungsplans oder die Kooperation mit anderen Betrieben. Außerdem haben Auszubildende für einen Zeitraum von sechs Wochen einen Anspruch auf Fortzahlung ihrer Ausbildungsvergütung, bevor die Kurzarbeit greift. Kurzarbeit für Auszubildende muss immer die Ultima Ratio sein.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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