IHK zum Ausbildungsmarkt
Nach fünf Boomjahren eine leichte Abkühlung

Simon Kaiser, IHK-Leiter Aus- und Weiterbildung

Ein wichtiger Partner für Handel und Industrie, und damit auch für Ausbildungssuchenden, ist die IHK Südlicher Oberrhein. Rembert Graf Kerssenbrock sprach mit Simon Kaiser, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung.

Interview mit IHK-Leiter Aus- und Weiterbildung

Wie sind die Zahlen bezüglich Bewerbungen und Ausbildungsstellen für das jetzt beginnende Ausbildungsjahr?
Wir haben vom 1. Januar bis 31. August 3.474 Ausbildungsverhältnisse eingetragen, das sind 441 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang um 11,3 Prozent. Die kaufmännischen Berufe sind mit einem Minus von 8,2 Prozent betroffen, die gewerblich-technischen Berufe mit minus 16,4 Prozent. Besonders vom Rückgang betroffen sind nach wie vor die Berufsgruppen Metalltechnik sowie Hotel- und Gaststättenmit urund einem Viertel weniger. Aber: Der Anteil der Azubis mit (Fach-)Hochschulreife liegt bei 34 Prozent und damit so hoch wie nie.

Wie sehr hat die aktuelle Corona-Lage diese Entwicklung beeinflusst?
Bei Rückgängen in dieser Größenordnung können wir natürlich nicht zufrieden sein. Die Entwicklung war jedoch keine Überraschung für uns. Corona hat deutliche Spuren am Ausbildungsmarkt hinterlassen. Allerdings spielen auch Faktoren wie die Dieselkrise eine Rolle. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir fünf Boomjahre am Ausbildungsmarkt hinter uns haben.

Gelingt es den Betrieben, einen Großteil der Ausbildungsplätze zu besetzen?
In diesem Jahr eher als in den Vorjahren, weil das Angebot an Ausbildungsstellen insgesamt geringer war. Dennoch gibt es auch 2020 wieder viele unbesetzte Ausbildungsplätze. Allein auf der IHK-Lehrstellenbörse waren Anfang September für den Ausbildungsbeginn 2020 noch mehr als 100 Ausbildungsangebote in der gesamten Region zu finden.

Wie versuchen Unternehmen, diese Lücken zu schließen?
Über intensiveres Marketing sowie die Ansprache von Studienabbrechern, Flüchtlingen und anderen Zielgruppen. Immer häufiger prüfen die Betriebe auch, inwiefern sie aus dem bestehenden Personalstamm Mitarbeiter für neue Aufgaben weiterqualifizieren können.

Hat es Bedeutung, dass das vergangene Schuljahr unter besonderen Umständen abgeschlossen wurde?
Das spielt keine große Rolle. Es ist ja ein alle betreffendes Problem.

Wird dadurch auf andere Fähigkeiten der Schulabgänger geachtet?
Nein, die Anforderungen an die jungen Leute haben sich nicht verändert.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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