Erneuerbare Energien
Photovoltaik lernt in Renchen schwimmen

Zur Zeit wird auf dem Baggersee Maiwald bei Renchen die größte schwimmende Photovoltaik-Anlage in Deutschland gebaut. Pontons tragen die Solarmodule.
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  • Zur Zeit wird auf dem Baggersee Maiwald bei Renchen die größte schwimmende Photovoltaik-Anlage in Deutschland gebaut. Pontons tragen die Solarmodule.
  • Foto: Erdgas Südwest GmbH
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Renchen (djä). Viele Haushalte und Firmen nutzen Photovoltaik (PV) längst zur Stromerzeugung für den eigenen Bedarf. Die erzeugte Energie wird entweder sofort verbraucht oder für später gespeichert. Solarzellen auf Dächern und Freiflächen in der Landschaft sind ein vertrauter Anblick.

Photovoltaik-Anlage auf Baggersee

Doch auch auf dem Wasser kann Strom erzeugt werden. Das ist zur Zeit bei Renchen zu sehen: Auf dem etwa 43 Hektar großen Baggersee Maiwald entsteht eine zukunftsweisende Photovoltaik-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 750 Kilowatt Peak.

Nach ihrer Fertigstellung wird die Anlage vom dort ansässigen Kieswerkbetreiber Ossola GmbH genutzt. Sie ist dann die zur Zeit größte schwimmende Anlage zur Stromerzeugung in Deutschland.

Energiewende

"Wir möchten, dass die Energiewende funktioniert. Daher brauchen wir neue Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Die Baggerseen entlang der Rheinschiene, die noch in Betrieb sind, sind hierzu ideal", erklärt Ralf Biehl, Geschäftsführer der Erdgas Südwest.

Für den Energiedienstleister ist der Bau der schwimmenden Anlage das erste Projekt dieser Art. Entlang des Rheins liegen rund 150 Baggerseen, die für die Gewinnung von Sand und Kies in Betrieb sind. Hier liegt also Potenzial, um erneuerbare Energien in Form weiterer schwimmender PV-Anlagen voranzutreiben.

klimaneutraler Kiesabbau

"Zusammen mit Erdgas Südwest entstand die Idee des klimaneutralen Kiesabbaus. Auch mein Industrieverband war begeistert und hat mich von Anfang an unterstützt", freut sich Geschäftsführer Armin Ossola. Mehr als zwei Drittel des grünen, also umweltfreundlich erzeugten Stroms, verbraucht das Kieswerk künftig direkt vor Ort selbst.

Die großen Geräte wie Bagger, Brecher und Förderbänder werden mit Strom betrieben – der Lastgang der Maschinen passt ideal zu den Stromproduktionszeiten. Der Strom wird also dann produziert, wenn er auch gebraucht wird.

auf schwimmenden Pontons

Somit deckt die Anlage einen Teil des Strombedarfs des Kieswerks. Der Strom, der außerhalb der Betriebszeiten produziert wird, wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Durch den Umstieg auf den Solarstrom spart das Kieswerk etwa 560.000 Kilogramm schädliches CO2 pro Jahr ein.

Insgesamt werden 2.304 Photovoltaikmodule auf schwimmenden Pontons installiert. Der Baggersee hat eine Tiefe von rund 80 Metern. Deshalb und aufgrund der Strömung im See wird die Anlage direkt am Ufer an unterschiedlichen Punkten verankert.

Sicherheit wird großgeschrieben

Sicherheit wird bei der Installation und dem Betrieb der Anlage groß geschrieben. Die PV-Anlage ist mit diversen Schutzeinrichtungen ausgestattet. Alle Leitungen an Land liegen innerhalb des eingezäunten Betriebsgeländes, das außerhalb der Öffnungszeiten mit einem Tor verschlossen ist.

Eine Videoanlage zur visuellen Überwachung des Betriebsgeländes und der PV-Anlage wird mit Aufschaltung auf eine Überwachungsleitstelle zur sofortigen Alarmbearbeitung und Intervention installiert werden.

keine Flächenkonkurrenz

Die Module überragen die Seefläche um zirka 70 Zentimeter. So fügt sich die Anlage eher unauffällig in das Landschaftsbild ein. Die Module bedecken nur zwei Prozent der Seefläche. Aufgrund der Kühlung und Reflexion durch das Wasser erwartet man bei der schwimmenden PV-Anlage einen bis zu zehn Prozent höheren Ertrag im Gegensatz zu einer Anlage an Land.

800.000 Kilowattstunden grünen Strom soll die Anlage im Maiwaldsee liefern. "Dazu stehen Anlagen auf dem Wasser in keiner Flächenkonkurrenz wie es bei Anlagen auf dem Land der Fall ist", benennt man bei Erdgas Südwest einen weiteren Vorteil.

Vergrößerung in den kommenden Jahren geplant

Der Fokus des Energiedienstleisters liegt auf grünen Gasen, doch Photovoltaik ist hier nicht neu. 2016 hat das Unternehmen zum Beispiel am Solarpark Malsch mitgewirkt, der mit 16.000 Solarmodulen Strom für die Region erzeugt. Das bringt die regionale Energiewende voran, für die intelligente Lösungen rund um erneuerbare Energien erforderlich sind. Die schwimmende PV-Anlage ist also Teil eines großen Ganzen.

Wie sieht man bei Ossola die künftige Energieplanung des Unternehmens?  "Diese Anlage ist bei uns die erste ihrer Art. Wir haben eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Errichtung einer schwimmenden PV-Anlage mit einer Leistung von 1,2 Megawatt Peak. Aktuell bauen wir die 750-Kilowatt-Peak-Anlage. Wir beabsichtigen also eine Vergrößerung in den kommenden Jahren", sagt der Betriebsleiter Baustoffwerke Hubert Grund.

Autor:

Sebastian Thomas aus Achern

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