Arbeitsmarktreport Juli 2025
10.321 Menschen in der Ortenau ohne Job

Agentur für Arbeit Offenburg | Foto: Christina Großheim
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Offenburg (st) Der Ortenauer Arbeitsmarkt zeigt sich grundsätzlich stabil. Aufgrund üblicher saisonaler Effekte in den vergangenen Wochen ist im Juli die Zahl der arbeitslosen Menschen leicht gestiegen. 10.321 Frauen und Männer waren im Juli 2025 bei der Arbeitsagentur Offenburg und dem Ortenau Jobcenter arbeitslos gemeldet, das sind 127 Personen mehr als im Juni. Im Vorjahresvergleich zum Juli 2024 hat sich die Arbeitslosenzahl um 413 erhöht. Die Arbeitslosenquote liegt laut einer Presseinformation der Agentur für Arbeit Offenburg aktuell für beide Rechtskreise zusammen bei 4,0 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Von den insgesamt 10.321 arbeitslosen Menschen wird rund die Hälfte (5.181) von der Agentur für Arbeit Offenburg betreut, das waren 50,3 Prozent aller Arbeitslosen. Die Zahl der Personen, die eine Arbeitsstelle suchen, stieg im Vergleich zum Vormonat um 171 Personen an. Beim Ortenau Jobcenter beziehen 5.140 (49,7 Prozent) arbeitslose Personen Leistungen nach dem SGB II, das sind 44 Menschen weniger als im Juni.

Entwicklung am Arbeitsmarkt 

„Auslaufende Befristungen über die Sommermonate sind saisonbedingt keine Seltenheit. Außerdem haben im Juli viele Jugendliche ihre Schul- oder Berufsausbildung beendet. Wer nicht gleich übernommen wurde, keine nahtlose Anschlussbeschäftigung fand oder auf den weiteren Studienbeginn wartet, meldete sich übergangsweise bei der Arbeitsagentur arbeitslos, was zum saisonalen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in der Sommerpause führt. Meist ist diese Zeit der Arbeitslosigkeit aber von kurzer Dauer. Wer zudem zum Herbst noch keine Lehrstelle gefunden hat, für den gibt es im Ortenaukreis noch ein breites und vielfältiges Angebot: Über 1.300 freie Ausbildungsplätze aus allen Branchen stehen aktuell noch zur Verfügung. Jetzt auf die Ausbildungsstellensuche gehen und loszulegen lohnt sich,“ sagt Jörg Ruthardt, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Offenburg.

Dynamik am Arbeitsmarkt 

Im Juli meldeten sich bei der Arbeitsagentur Offenburg und ihren Geschäftsstellen 1.385 Personen arbeitslos (+16,9 Prozent mehr als im Monat zuvor). Im gleichen Zeitraum konnten 1.196 Menschen ihre Zeit der Arbeitslosigkeit beenden (+5,0 Prozent im Vergleich zum Juni).
Langzeitarbeitslosigkeit
622 Menschen, die schon länger als ein Jahr ohne Job sind, suchen aktuell eine neue Stelle, 21 (3,5 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Juli 2024 waren es noch 549 Langzeitarbeitslose. Etwas mehr als jede zehnte Person ist leider länger als ein Jahr arbeitslos. Im Ortenaukreis haben insgesamt 345 Langzeitarbeitslose eine abgeschlossene Ausbildung und 72 einen Studienabschluss. Etwa ein Drittel, die schon länger ohne Arbeit sind, sind ungelernt (205). Dieser Personenkreis hat es oft etwas schwerer, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, da mit zunehmender Dauer der Arbeitslosigkeit die Chancen auf eine neue Anstellung sinken. Betrachtet man beide Rechtskreise, so ist der Langzeitarbeitslosenbestand im Juli 2025 im Ortenaukreis der höchste der vergangenen sechs Jahre.

Aus den Geschäftsstellen

Die Hauptagentur Offenburg meldete im Juli einen Anstieg auf 1.475 Personen (+65 Arbeitslose). Im Geschäftsstellenbezirk Kehl stieg die Anzahl an Arbeitslosen auf 830 an, 33 arbeitslose Menschen mehr als im Juni. Die Geschäftsstelle Hausach verzeichnete ein Plus um 16 Arbeitslose. Damit suchen im Kinzigtal 554 Personen eine Arbeitsstelle. Auch im Bezirk Oberkirch gab es einen Anstieg: 380 Arbeitslose sind auf der Arbeitsstellensuche (+elf). In der Region Achern ist die Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich um zwölf auf 473 gestiegen. Die Geschäftsstelle Lahr verzeichnet einen Anstieg von 34 Arbeitslosen auf 1.469.
Unter den sechs Geschäftsstellen hat Kehl mit einem Viertel mehr an Arbeitslosen im SGB III vergleichsweise zu 2024 den höchsten Anstieg.

Stellensituation

Aktuell gibt es 3.569 Arbeitsstellen im Ortenaukreis zu besetzen. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Offenburg konnte im Juli ein Fünftel mehr neue Stellenangebote (658) als im Juni akquirieren. Einerseits werden in einigen Branchen weiterhin aktiv Arbeits- und Fachkräfte gesucht, andererseits besteht bei einigen Ortenauer Firmen Beratungsbedarf an Kurzarbeitergeld. Die weiteren Rahmenbedingen und mögliche Auswirkungen der internationalen Zollpolitik sind abzuwarten.

Beschäftigtenentwicklung

Bei den bereits beschäftigten sozialversicherungspflichten Arbeitnehmenden zeichnet sich folgende Entwicklung ab: Im Sozial- und Gesundheitswesen, Dienstleistungssektor und im Verkehr und Lagerei gab es einen deutlichen Aufschwung an neuen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Deutlich weniger Arbeitnehmende gibt es in der Ortenau in folgenden Wirtschaftsbereichen: Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistung, Verarbeitendes Gewerbe und in der Zeitarbeit.

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober 2024 bis Beginn der Sommerferien Ende Juli wurden der Arbeitsagentur Offenburg 2.848 Ausbildungsstellen gemeldet, was einem leichten Rückgang um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Davon sind aktuell noch 1.333 Berufsausbildungsstellen frei. Davon sind die meisten im verarbeitenden Gewerbe (484), Handel und Instandhaltung/Reparatur von KFZ (370), Baugewerbe (137) und im freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen, sowie sonstigem Dienstleistungssektor (119). Gleichzeitig meldeten sich in diesem Zeitraum 2.161 junge Bewerber, die Interesse an einem Ausbildungsplatz haben, 4,3 Prozent weniger als im Juli 2024. 690 Jugendliche sind nun noch auf der Suche nach einer Lehrstelle oder Alternative. Wer noch Unterstützung benötigt, setzt sich mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Offenburg in Verbindung. Über den Sommer kann auch noch ein passender Ausbildungsplatz in der Ortenau gefunden werden.

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