Bürgermeister über Gefährdung entsetzt
Ein dreister Feuerteufel hält die Ortenau wieder in Atem

Auch in Mahlberg konnte die Feuerwehr das Ausbrennen des Fahrzeugs nicht verhindern.
  • Auch in Mahlberg konnte die Feuerwehr das Ausbrennen des Fahrzeugs nicht verhindern.
  • Foto: Kamera24
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Ortenau (set/ds). Es ist schon wieder passiert, diesmal in Mahlberg: Dort stand am Montagabend auf einem Parkplatz unterhalb des Mahlberger Schlosses ein Fahrzeug in Flammen. Das Ergebnis: Totalschaden des Kleinwagens und Schäden an einem daneben abgestellten Auto. Die Polizei sucht intensiv nach dem Täter, der durch das Anzünden der Fahrzeuge die südliche Ortenau in Atem hält. Eine Sache möchte Polizeisprecher Patrick Bergmann gleich zu Anfang betonen: "Die Bevölkerung kann sich sicher sein, dass wir bei unseren Ermittlungen wirklich alle vorhandenen Register ziehen." Dazu habe die Polizei ihre sichtbare Präsenz, aber auch ihre verdeckten Maßnahmen – wie bereits zwischen September 2017 und April dieses Jahres – massiv erhöht. "Hierbei werden wir von Kollegen des gesamten Präsidiums, aber auch von Beamten des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt", erklärt er.

Unterdessen findet Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz deutliche Worte: "Die Vorgehensweise am Montag durch den Täter war sehr dreist und nicht ganz risikolos." Den Vorfall beschreibt er so: "Während einer Gemeinderatssitzung, so gegen 20.30 Uhr, muss der Täter wohl über den Rathausplatz den Weg zum Parkplatz gesucht haben", sagt er. Dieser sei immer frequentiert und insbesondere herrsche um das Rathaus und das Gasthaus "Sonne" einiges an Betrieb. "Die 44 Fahrzeugbrände in der Region – Lahr, Ettenheim, Kippenheim und Mahlberg – schienen Ende April ein Ende gefunden zu haben", sagt Dietmar Benz. Umso besorgter sei man gewesen, als Ende September der Brandstifter wieder zu Werke gegangen ist. Mehrere Fahrzeugbrände in den vergangenen Wochen würden nunmehr erneut die Menschen in der Region beunruhigen und würden für eine große Angst, um das eigene Fahrzeug sorgen, so Dietmar Benz.

Das bestätigt auch der Ettenheimer Bürgermeister Bruno Metz und ergänzt: "Es gab auch schon einen Fahrzeugbrand in Ettenheim in einem Carport. Wenn der zu spät bemerkt worden wäre, hätte das Feuer auch auf das Gebäude übergreifen können." Das sei eine ganz eigene Dimension. So komme eine Sorge hinzu, die über das eigene Auto hinausgehe. Leider gestaltet sich die Recherche für die Polizei schwierig, so Patrick Bergmann. "Bei 30 bis 40 Quadratkilometern bieten sich einem Brandstifter leider jede Menge Gelegenheiten – abgestellte Fahrzeuge gibt es genug", erklärt er. Erschwerend komme hinzu, dass der Täter bei der Auswahl seiner Objekte weitestgehend wahllos vorzugehen scheint: "Es gibt vermutlich in den allermeisten Fällen weder einen Bezug zwischen dem Täter und den jeweiligen Fahrzeugbesitzern, noch eine Gesetzmäßigkeit bei der Auswahl der Fahrzeuge – vom alten Kleinwagen bis zum neuen Oberklasse-Wagen war alles dabei", erklärt der Polizeisprecher.

Er bittet bei Hinweisen zu dem Fall folgende Rufnummer zu wählen: 0781/212820. "Uns haben vereinzelt Hinweise erreicht", sagt er. Bislang jedoch eignen sie sich nicht für die Erstellung eines Phantombildes, so Patrick Bergmann. Er rät Autofahrern unbedingt ihre Garage zu nutzen oder – wenn diese nicht vorhanden ist – ihr Auto in gut ausgeleuchteten Straßenzüge zu parken. In einer bestimmten Sache ist sich Patrick Bergmann jedoch sicher: "Wir sind zuversichtlich, dem Verantwortlichen früher oder später das Handwerk legen zu können."

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