Wenn Auto und Wild sich begegnen
In Herbst und Winter steigt das Risiko

In der Dunkelheit kann es zu gefährlichen Begegnungen mit Wildtieren kommen.
  • In der Dunkelheit kann es zu gefährlichen Begegnungen mit Wildtieren kommen.
  • Foto: Kapus/DJV
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro). Ein fliehendes Reh in einem roten Dreieck – das Schild Wildwechsel kennt jeder Autofahrer. Nicht immer findet es die notwendige Aufmerksamkeit: Dabei ist die Gefahr eines Wildwechsels allgegenwärtig. Vor allem im Herbst und Frühling ist das Risiko am höchsten, denn auf der Suche nach Futter und aufgrund der Paarungszeit sind die Wildtiere aktiver und legen größere Wegstrecken zurück. "Stark betroffen vom Wildwechsel sind immer wieder Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen", verrät die Pressestelle des Polizeipräsidiums Offenburg. "Es ist wichtig, in Bereichen mit häufigem Wildwechsel, die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen und die Fahrbahnränder konzentriert im Auge zu behalten."

Besonders häufig kommt es zu Unfällen mit Rehwild in Baden-Württemberg, es ist laut Dr. Falko Brieger, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) in Freiburg, mit 85 Prozent am häufigsten von Wildunfällen betroffen: "Die Dämmerungs- und Nachtaktivität der Rehe fällt aufgrund der früh einsetzenden Dämmerung am Nachmittag mit dem Feierabendverkehr zusammen. Deshalb steigt das Risiko eines Wildunfalls." Zusammenstöße gebe es ebenfalls mit Wildschweinen und kleineren Tierarten wie Fuchs und Hase. Generell müsse aber zu jeder Tageszeit damit gerechnet werden, dass es zu einem Wildunfall kommen könne, wenn die Böcke Revierkämpfe durchführen und dadurch abgelenkt sind.

Richtiges Verhalten

Doch wie verhalten sich Autofahrer richtig? "Steht Wild an der Straße, muss damit gerechnet werden, dass dieses auch auf die Fahrbahn läuft", macht die Polizei deutlich. "Um einen Zusammenprall zu verhindern, ist oftmals eine kontrollierte starke Bremsung oder gar eine Vollbremsung erforderlich." Hinzu komme, dass die Tiere – ob Rehe, Wildschweine oder Hirsche – selten allein unterwegs seien. "Mit Nachzüglern muss deshalb gerechnet werden", warnt die Polizei zur Vorsicht. "Autofahrer sollten keinesfalls versuchen auszuweichen, denn bei solchen Ausweichmanövern kann das Fahrzeug außer Kontrolle geraten." Kommt das Auto von der Fahrbahn ab, könne dies schlimmere Folgen haben, als der Zusammenstoß mit dem Wild. "Lässt sich die Kollision mit dem Wild nicht mehr verhindern, ist es wichtig, das Lenkrad gut festzuhalten", lautet der Rat.

Wenn es doch zu einem Unfall aufgrund von Wildwechsel gekommen ist, dann ist die erste Maßnahme die Absicherung der Unfallstelle. Das bedeutet, die Warnblinkanlage im Auto muss angeschaltet, das Warndreieck aufgestellt und die Warnweste übergezogen werden, um nachfolgende Autofahrer auf die Situation aufmerksam zu machen. Autofahrer sollten dann über die 110 einen Notruf absetzen. "Meist folgt daraufhin die Unfallaufnahme beziehungsweise die Verständigung des Jagdpächters", so die Polizei.

Vorsicht bei verletzten Tieren

Stellt das angefahrene Tier eine Gefahr für den nachfolgenden Verkehr dar, sollte es an den Straßenrand geschafft werden. Dazu sollte man wenn möglich Handschuhe anziehen. "Das gilt nur, wenn bei der Beseitigung keine Gefahr für die eigene körperliche Unversehrtheit besteht", erklärt die Polizei. Verletzte Tiere können aufgrund des Stresses unkontrolliert und aggressiv reagieren, rät das FVA auf seiner Homepage. Das Tier darf nicht von der Unfallstelle entfernt werden. Wer ein Wildtier mitnimmt, macht sich der Wilderei schuldig.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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