DB investiert 35 Millionen Euro
Kinzigtalbahn wird modernisiert

Mittlerer Schwarzwald (st). Die Deutsche Bahn (DB) investiert in diesem Jahr gemeinsam mit Bund und Ländern über 13 Milliarden Euro in die Schiene und Bahnhöfe, heißt es in einer Presseinformation. In diesem Jahr profitiert das Kinzigtal von einer der größten Baumaßnahmen im Land: Seit dem 9. Mai bis zum 8. Oktober packt die DB rund 32 Kilometer Gleise, rund 50.000 Schwellen und 45.000 Tonnen Schotter an. Auch mehrere Brücken, Bahnübergänge und die Bahnhöfe Hausach und Halbmeil stehen auf dem Programm. Insgesamt fließen rund 35 Millionen Euro in die Erneuerung der Kinzigtalbahn.

Die einzelnen Bauabschnitte

Am 9. Mai startete die Bahn am Bahnhof Hausach mit den Modernisierungsarbeiten entlang der Kinzigtalbahn. Bis 23. Juni erneuert sie dort zwei Bahnhofsgleise und sechs Weichen. Vom 20. Mai bis 10. August erneuert die Bahn am Bahnhof Halbmeil den Bahnsteig und erhöht ihn auf eine zu den Zügen passenden Höhe von 55 Zentimeter. Fahrgäste profitieren künftig von einem stufenfreien Einstieg in die Züge, so die DB.
Ab 4. Juni starten die Arbeiten an der Gleisanlage: Zwischen Wolfach und Schiltach tauscht die Bahn Schienen, Schwellen und Schotter. Der Schotter wird dabei vor Ort mit einer Bettungsreinigungsmaschine im Fließbandverfahren gereinigt, recycelt und mit Neuschotter ergänzt. Im Abschnitt Schiltach–Freudenstadt tauscht die Bahn überwiegend Schwellen und Schotter. Auch mehrere Bahnübergänge erhalten eine Frischekur.
Zwischen den vielen Brücken, die laut DB von der Modernisierung profitieren, sticht das Lauterbad-Viadukt besonders hervor. Von 30. Juni bis 1. Oktober modernisiert die Bahn die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene und unter Denkmalschutz stehende Eisenbahnbrücke. Das Bauwerk ist 213 Meter lang und überquert nach dem Freudenstädter Ortsteil Lauterbad den Fluss Lauter. Die Bahn arbeitet in vier Abschnitten, wovon jeder vorab eingehaust wird. Anschließend nehmen Fachexperten pro Abschnitt Holzschwellen und Schienen von den Stahlfachwerkträgern, befreien das Fachwerk von der alten Korrosionsschutzfarbe und versehen es mit einem neuen Anstrich. Sobald der Anstrich ausreichend durchgehärtet ist, baut die Bahn die Brückenteile wieder zusammen. Mit der umfangreichen Sanierung kann das Lauterbad-Viadukt als ein durch die Zeit gehendes bauhistorisches Zeugnis weitestgehend im Original erhalten bleiben.

Naturschutz im Fokus

Durch die besondere Lage der Kinzigtalbahn im Schwarzwald finden neben zahlreichen Eidechsen auch die bedrohten Schlangenarten Kreuzotter und Schlingnatter im und neben dem Gleisbett ein Zuhause. Wassernähe und ausreichend Sonne am Bahndamm sind ideale Bedingungen für die Tiere. Bei der Deutschen Bahn sind Natur- und Umweltschutz fest verankert, heißt es weiter. Im Vorfeld der Baumaßnahme hat die Bahn den Bauabschnitt kartiert sowie das Tier- und Pflanzenvorkommen dokumentiert und bewertet. Umweltexperten sammeln bei Bedarf vorhandene Tiere ein und siedeln sie für die Dauer der Arbeiten in artenspezifische Quartiere um. Nach Abschluss des Projekts werden die Tiere wieder zurückgebracht.

Über die Kinzigtalbahn

Die Kinzigtalbahn folgt dem Verlauf der Kinzig von Hausach nach Schiltach im Schwarzwald und führt weiter bis nach Freudenstadt. Die Strecke wurde bis 1886 von Georg von Morlok, einem württembergischen Eisenbahningenieur, erbaut. Die bei Touristen beliebte eingleisige Strecke führt durch die Kulturlandschaft des Schwarzwalds und des Gäus. Ein Höhepunkt ist die Fahrt über das denkmalgeschützte Lauterbad-Viadukt, eine Eisenfachwerkbrücke aus der Zeit des Streckenbaus.

Einschränkungen im Zugverkehr

Für die Arbeiten ist eine Sperrung der Strecke zwischen Hausach und Freudenstadt von Samstag, 4. Juni , bis einschließlich Samstag, 8. Oktober, notwendig. Die SWEG setzt Busse für die Fahrgäste ein. Die Deutsche Bahn bittet für die Arbeiten um Verständnis und empfiehlt für Auskünfte die elektronischen Fahrplanmedien. Informationen in Echtzeit gibt es sowohl in der Reiseauskunft auf m.bahn.de, in der App DB Navigator als auch bei bahn.de/Reiseauskunft sowie unter www.sweg.de.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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