Sexualdelikte sind Sorgenkind
Kriminalitätsstatistik: Positiver Trend

Jörn Hinrichsen (v. l.), Reinhard Renter sowie Wolfgang Jaeger stellten das Zahlenwerk für das vergangene Jahr vor.
  • Jörn Hinrichsen (v. l.), Reinhard Renter sowie Wolfgang Jaeger stellten das Zahlenwerk für das vergangene Jahr vor.
  • Foto: Foto: Polizeipräsidium Offenburg
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Ortenau (mak). „Das vergangene Jahr war durch die Pandemie ein einzigartiges Jahr“, sagte Polizeipräsident Reinhard Renter bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 für den Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg am vergangenen Freitag. Einzigartig hinsichtlich deutlicher Rückgänge „mit historischer Größe“ bei verschiedenen Delikten. So registrierten die Beamten des Polizeipräsidiums Offenburg bei den Straftaten insgesamt, bei der Aufklärungsquote, bei Diebstahl, Wohnungseinbruch und Straßenkriminalität jeweils den Bestwert in den vergangenen 18 Jahren.

„Wo Licht ist, ist aber auch Schatten“, so Renter. Denn bei Sexualdelikten musste das Polizeipräsidium ein Plus von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr konstatieren. Auch die Cyberkriminalität weist den höchsten Wert seit fünf Jahren aus.
Von den insgesamt 23.783 registrierten Straftaten im Ortenaukreis, das einem Minus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, entfällt der Großteil der Taten auf Diebstahl- (27 Prozent) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (21 Prozent). „Vor allem beim Ladendiebstahl konnten wir einen deutlichen Rückgang verzeichnen“, erklärt Polizeioberrat Jörn Hinrichsen, Schutzpolizeidirektion. Viele Geschäfte hätten Sicherheitsdienste eingestellt, die das Anstandsgebot kontrollierten und somit potentielle Täter abschreckten. Anfang des Jahres habe man vermehrt Trickdiebstähle auf Supermarktparkplätzen registriert.

Starker Anstieg bei Sexualdelikten

Den Rückgang beim Wohnungseinbruchsdiebstahl führen die Beamten vor allem auf das Coronavirus zurück. "Die Pandemie hat verstärkt zum Arbeiten im Homeoffice geführt und auch das Freizeitverhalten verändert", sagt Hinrichsen.
Auch im Bereich der Gewaltkriminalität könne man einen positiven Trend mit einem Rückgang von 9,5 Prozent vermelden, so Hinrichsen weiter. Bei der häuslichen Gewalt habe man keine Zunahme feststellen können – entgegen des Landestrends. "Insgesamt sind die Fallzahlen sogar ein wenig zurückgegangen", so Hinrichsen weiter.

Große Sorgen bereitet den Beamten des Polizeipräsidiums Offenburg die massive Zunahme an Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (ein Plus von 38 Prozent). "Zwar können wir 87 Prozent der Straftaten aufklären, aber dennoch haben wir eine richtige Welle zu bewältigen", sagt Wolfgang Jaeger, Leiter der Kriminalpolizeidirektion. Vor allem der Bereich sexueller Missbrauch und Kinderpornografie beschäftige die Beamten sehr. Man habe fast wöchentlich eine CD mit kinderpornografischem Material auf dem Tisch liegen, die ausgewertet werden müsse. "Hierbei müssen wir uns immer auch die Frage stellen, ob in diesem Moment ein Missbrauch stattfindet", so Jaeger weiter. Es sei eine personalintensive Ermittlungsgruppe eingerichtet worden. Für die Steigerung der Zahlen machte er auch ein verändertes Meldeverhalten verantwortlich.

Eine Zunahme beobachteten die Beamten auch bei der Cyberkriminalität. Dort sei eine aktuelle Besonderheit die sogenannte Ransomware. Dabei werden private Daten auf dem Computer verschlüsselt, um für die Entschlüsselung oder Freigabe ein Lösegeld zu fordern. Hierbei seien vor allem kleine Unternehmen im Fokus, die nicht so hohe Sicherheitsstandards hätten.
"Auch die Gewalt gegen Polizeibeamte macht mir Sorgen", so Renter abschließend, der hierbei eine Zunahme von zehn Prozent konstatieren muss.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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