Bürgerbefragung online und per Post
Umfrage zur ambulanten gesundheitlichen Versorgung

Evelyn Bressau (l.), Leiterin der Arbeitsgruppe, und Janine Feicke (r.), Leiterin der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz, rufen die Bürger im Ortenaukreis zur Teilnahme an einer Befragung zur ambulanten gesundheitlichen Versorgung auf.
  • Evelyn Bressau (l.), Leiterin der Arbeitsgruppe, und Janine Feicke (r.), Leiterin der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz, rufen die Bürger im Ortenaukreis zur Teilnahme an einer Befragung zur ambulanten gesundheitlichen Versorgung auf.
  • Foto: Landratsamt
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Ortenau. Der Ärztemangel ist auch im Ortenaukreis zu spüren. Auch hier wird es immer schwieriger, schnell einen Termin bei Ärzten oder anderen Berufsgruppen im Gesundheitssystem zu bekommen. Um die ambulante gesundheitliche Versorgung im Kreis auf hohem Niveau sicherzustellen, hat die Kommunale Gesundheitskonferenz eine Arbeitsgruppe gegründet.

„Deren Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zur sektorenübergreifenden gesundheitlichen Versorgung im Ortenaukreis zu erstellen, das heißt zur besseren Verzahnung der ambulanten, stationären und der Notfallversorgung. Außerdem sucht sie Nachnutzungskonzepte für die aufzugebenden Klinikstandorte“, erläutert Evelyn Bressau stellvertretende Amtsleiterin vom Gesundheitsamt im Landratsamt Ortenaukreis und Leiterin der Arbeitsgruppe.

„Zunächst analysieren wir umfassend die aktuelle Versorgungssituation. Dazu gehören eine Befragung niedergelassener Ärzte, ausgewählter Facharztgruppen und Psychotherapeuten, eine Befragung aller Gemeinden und eine weiterführende Datensammlung“, ergänzt Janine Feicke, Leiterin der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz. Außerdem seien auch die Bürger gefragt: In einer Online-Befragung auf der Internetseite der Kommunalen Gesundheitskonferenz können Einwohner des Ortenaukreises bis zum 31. Dezember anonym ihre Standpunkte und Erfahrungen zur ambulanten gesundheitlichen Versorgung mitteilen. Zusätzlich wird den Gemeinden ein Papierfragebogen zur Verfügung gestellt.

„Sie, die Bürger, helfen uns damit, regionale Besonderheiten im Kreis herauszuarbeiten“, so Bressau. Alle Ergebnisse aus den Bestandsanalysen dienen als Diskussionsgrundlage für regionale Strukturgespräche, die im Anschluss geplant sind. Dort werden Fachleute, aber auch Bürger zum Thema ambulante gesundheitliche Versorgung diskutieren.

„Der Ortenaukreis wurde vom Ministerium für Soziales und Integration als einziger im Regierungsbezirk Freiburg als Modellregion für sektorenübergreifende Versorgung ausgewählt“, erläutert Bressau. „Deshalb erfahren wir auch Unterstützung durch das Land, etwa durch die Universität Stuttgart. Am Ende des Prozesses wird die Arbeitsgruppe Handlungsempfehlungen für die Politik im Kreis, Land und Bund erarbeiten. „Wer also an der zukünftigen ambulanten gesundheitlichen Versorgung im Ortenaukreis mitarbeiten will, ist eingeladen, an der Bürgerbefragung teilzunehmen“, so Bressau.

Hintergrund

Die Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) ist ein regionales Koordinierungs-, Beratungs- und Vernetzungsgremium bestehend aus verschiedenen gesundheitspolitischen Interessengruppen aus dem Landkreis. Das Gremium entwickelt Ziele und Handlungsempfehlungen für die regionale Gesundheitsförderung und Prävention, die medizinische Versorgung sowie die Pflege. Die Einrichtung Kommunaler Gesundheitskonferenzen ist im Landesgesundheitsgesetz verankert; das Land Baden-Württemberg stellt den Stadt- und Landkreisen entsprechende Fördermittel zur Verfügung, um Lösungen für gesundheitspolitische Fragestellungen vor Ort zu erarbeiten.

Die KGK im Ortenaukreis besteht aus drei Gremien: dem Plenum, dem Lenkungskreis und den Arbeitsgruppen. Der Lenkungskreis bereitet die Plenumssitzungen vor und steuert die Arbeit der KGK. Die 64 Mitglieder des Plenums der KGK setzen sich zusammen aus delegierten Vertretungen der örtlichen Institutionen und Einrichtungen aus Gesundheitsförderung und Prävention, der medizinischen Versorgung, der Pflege, der Selbsthilfe und des Patientenschutzes. Hinzu kommen Experten aus weiteren Institutionen des Sozialbereiches, Vertreter der verschiedenen Kreistagsfraktionen sowie der Städte und Gemeinden.

Es sind die drei Arbeitsgruppen „Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung“, Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung (sektorenübergreifende Versorgung)“ und „Nachwuchsgewinnung in Medizin und Pflege“ eingerichtet.

Weitere Informationen zur KGK Ortenaukreis finden sich auf der Internetseite.

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