Sitten und Gebräuche im März und April
Wo Brauchtum noch zelebriert wird

Das Scheibenschlagen in Haslach-Schnellingen ist einer der ältesten alemannischen Bräuche.
  • Das Scheibenschlagen in Haslach-Schnellingen ist einer der ältesten alemannischen Bräuche.
  • Foto: Katholische Landjugend Haslach-Schnellingen
  • hochgeladen von Daniela Santo

Mittlerer Schwarzwald (cao). Brauchtum, Traditionen und kirchliche Feste werden in der Region zelebriert. Auch der März und April warten mit besonderen Anlässen auf, die in Ehren gehalten werden.

Das Hochfest des Heiligen Josef wird am 19. März gefeiert. Tief verwurzelt ist der Josefstag. So treffen sich seit Jahrzehnten an diesem Tag alle Namensträger im Gasthaus "Blume" in Haslach-Schnellingen, um gemeinsam ihren Namenstag zu feiern. In die Wallfahrtskirche Maria zu den Ketten in Zell am Harmersbach laden die Kapuziener am Josefstag zur Männerwallfahrt ein.
Bereits einen Tag später, am 20. März, genau um 4.49 Uhr mitteleuropäischer Zeit, beginnt der kalendarische Frühling. Mit der Tagundnachtgleiche werden die Tage länger und die Temperaturen steigen. Meteorologischer Frühlingsbeginn war allerdings schon am 1. März. Den Frühlingsbeginn nehmen viele zum Anlass, Feste und Veranstaltungen durchzuführen. So unter anderem auch die Stadt Zell am Harmersbach, die am 22. März zum Zeller Frühlingsfest mit verkaufsoffenem Sonntag einlädt.

Frühlingsbräuche

Doch zurück zum 20. März, denn am Vorabend des vierten Fastensonntags Lätare findet in Haslach-Schnellingen mit dem Scheibenschlagen ein ganz besonderer und einer der ältesten alemannischen Frühlingsbräuche statt. Dann werden hunderte glühende Holzscheiben über eine Rampe ins Tal geschleudert. Höhepunkt ist ein brennendes Rad, das ins Tal hinunter rollt. Die Tradition wird von der katholischen Landjugend Schnellingen-Bollenbach gepflegt und zelebriert. Die brennenden Scheiben sollen den Winter vertreiben und je weiter das brennende Rad rollt, umso besser wird dem Volksglauben nach die Ernte ausfallen.

Palmsonntag wird eine Woche vor Ostern, in diesem Jahr am 5. April, im Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert und in vielen katholischen Kirchen Palmkreuze und Palmbüschel geweiht. Die geweihten Palmstangen werden in der Karwoche dann an den Hofgebäuden aufgestellt. Sie sollen die Bewohner vor Unheil und Gefahr sowie dämonischen Einflüssen und Krankheiten bewahren.

An den Kartagen bleiben vielerorts die Kirchglocken vom Gloria des letzten Abendmahls in der Gründonnerstagsmesse bis zum Gloria in der Osternacht stumm. Die Haslacher Ministranten "rätschen" in dieser Zeit. Ein ohrenbetäubender Lärm ist dann vom Kirchturm der Kirche Sankt Arbogast weit über die Dächer der Haslacher Altstadt zu hören. Einem alten religiösen Brauch nach ersetzen die großen, hölzernen und kräftezehrenden Schrapinstrumente, die sogenannten Rätschen, das Glockengeläut.

Ostern

Ostern gehört auch im Mittleren Schwarzwald zum höchsten und ältesten christlichen Fest im Kirchenjahr. Es wird dabei an die Auferstehung Jesu Christi und seinen Sieg über den Tod gedacht. Die Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt und Verzicht bedeutet, endet an Ostern. Viele Jahrhunderte alt ist das österliche Brauchtum, das auch im Schwarzwald zelebriert wird: egal ob Ostereier – das Ei gilt als Sinnbild der Auferstehung sowie der zum Leben erwachenden Natur und ist wohl das bekannteste Ostersymbol –, der Osterspaziergang, der an den Emmausgang erinnert oder die Osterfeuer, die mancherorts entfacht werden und als Symbol des neuen Lebens und der Fruchtbarkeit stehen. Osterhasenjagen ist zudem über die Feiertage in vielen Familien angesagt. Für viele katholische Drittklässler ist der Weiße Sonntag ein ganz besonderer Tag. Denn an diesem Barmherzigkeitssonntag, Klein-Ostertag oder Kleinostern, also acht Tage nach Ostern, treten sie an den Tisch des Herrn und empfangen erstmals die Heilige Kommunion.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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