Fußnote
Das Kind in jedem Forscher

Die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft besagen ... – und schon schalten viele ab. Sie wollen gar nicht erfahren, mit welchen Phänomenen sich diese Studierten der Mathematik, Chemie, Verhaltensforschung oder gar Psychologie so im Alltag beschäftigen. In jedem Fall liegt die Vermutung nah: Sie haben Langeweile. Oder warum beschäftigen sie sich mit Sachverhalten, die so viel mit der Realität zu tun haben wie Aliens mit der Area 51.

Wussten Sie schon: Menschen und Hühner haben ein ähnliches Schönheitsideal. Das Federvieh pickte viel heftiger, wenn es menschliche Gesichter sah, die wir selber auch als schön empfinden. Dabei ist es den Hühnern egal, ob dies ein männliches oder weibliches hübsches Wesen war, das ihnen gegenüber stand. Wir lernen: Die schönsten Bauern haben die dicksten Hühner.

Die Wissenschaften untersuchen dabei auch Fragen, die für das menschliche Überleben eine Rolle spielen. In der Debatte um die Helmpflicht von Radfahrern, wahlweise auch von E-Scooter-Fahrern, haben sich nun deutsche und kanadische Forscher eingeschaltet. Der Kopfschutz gibt nicht nur dem Radler den Glauben geschützt zu sein, sondern er übermittelt zudem dem Autofahrer, seinem Gegenüber beim Kampf um die Vorfahrt könne nicht viel passieren. Doch die Wissenschaftler, natürlich der Fachrichtung Psychologie, gehen noch weiter. Demnach kann ein Fahrradhelm auf dem Kopf nicht vorhandene Sicherheit vorgaukeln, selbst wenn es um ganz andere Tätigkeiten als Radfahren geht. So wurden Probanden vor einen Computer gesetzt und sollten sich zwischen einer risikoreichen und einer -ärmeren Variante bei einem Kartenglücksspiel entscheiden. Zumindest das Abwägen von Entscheidungen – wissenschaftlich ausgedrückt: die kognitive Kontrolle – war bei bei den Helmträgern bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei der ungeschützten Gruppe. Was wir daraus lernen? Ein Helm in allen Situationen macht das Leben jeden Tag spannender.

Bleibt nur die Frage: Wer kommt auf diese Ideen und warum werden sie umgesetzt? Auch darauf gibt es zumindest teilweise eine Antwort: Es gibt einen eigenen Nobelpreis dafür, den IG-Nobelpreis als satirische Auszeichnung für eben solche Untersuchungen. Doch wer Träger der Unfug-Auszeichnung ist, dem bleibt die in Stockholm verliehene Auszeichnung nicht unbedingt verwehrt. Als bisher einziger hat Andre Geim, wurde nicht nur zum Sir geadelt, sondern hat beide Nobelpreise erhalten, erst 2000 für die Verwendung eines Magneten, um einen Frosch zum Schweben zu bringen. Zehn Jahre später hat er die richtige Physik entdeckt und an Kohlenwasserstoffatomen geforscht.

Wir lernen: Kindliche Neugier und seriöse Wissenschaft liegen nah beieinander.

rek

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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