Ein Herz für Wespen
Die suchen doch nur Futter

Wespen sind Fleischfresser Foto Thekla Fey

Ortenau (tf). Das Bild ist vielen bekannt: Man sitzt im Garten, vor sich ein Grillsteak und ein Softdrink. Schon ist eine Wespe im Anflug. Sofort wird voller Panik aufgesprungen wild mit den Händen gewedelt oder gar versucht, die Wespe zu töten. Eine völlig überzogene Reaktion, wie die Nabu-Wespenexpertin Dr. Melanie von Orlow meint. „Wespen an sich sind keine aggressiven Tiere, sie sind einfach nur auf Nahrungssuche“, erklärt sie. Die beste Reaktion sei daher, sie einfach fliegen zu lassen. Wenn möglich könne die einzelne erste Wespe auch während des Essens unter einem Glas gefangen gehalten werden. „Sonst könnte es sein, dass sie ihren Freunden Bescheid gibt, wo es gerade ein Festessen gibt“, so von Orlow. Gut sei es deshalb, wenn Fleisch nicht einfach auf dem Servierteller liegt, sondern unter einem Glassturz geschützt wird, so dass die Wespen es nicht riechen können. Allerdings mögen Wespen auch Kohlenhydrate, weshalb Gläser mit süßen Getränken ebenfalls mit einem Deckel versehen werden sollten.

Empfehlung Stichheiler

„Wespen können nur in der Nähe scharf sehen, das Anfliegen ist ein Versuch, die Umgebung scharf zu stellen und kein Angriff“, sagt die Biologin. Wespen würden eigentlich nur stechen, wenn sie direkt gedrückt oder das Nest erschüttert werde. Komme es doch zu einem Stich, empfiehlt von Orlow einen Stichheiler, der die Stichstelle erwärme und dabei die reaktionsauslösenden Proteine zersetze. Dies funktioniere allerdings nur bei einem akuten Vorfall.

Dr. Ulrich Geiger, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Ortenau rät, anschließend die Stelle um den Stich zu kühlen. Dazu würden sich Kühl-Pads, feuchte Wickel, Essigwasser-Umschläge oder Quarkwickel besonders gut eignen. „Die Stiche sind für die meisten Menschen unangenehm, aber nicht gefährlich, auch wenn Schmerzen und Schwellungen bis zu sieben Tage anhalten können“, so der Mediziner. Gefährlich werde es nur bei Stichen in Hals oder Mund oder bei einer Allergie: „Schwellungsgefühl im Mund, Kribbeln im Gesicht und Mund sowie Atemnot sind absolute Alarmzeichen. Hier ist unverzügliche ärztliche Hilfe gefragt und muss der Notarzt über 112 gerufen werden“, macht Geiger deutlich.

Nest ist kein Problem

Melanie von Orlow empfiehlt, Wespen gegenüber grundsätzlich entspannt zu sein. Auch wenn sich ein Nest am Haus oder im Garten befindee, müsse das kein großes Problem sein. Zumal die Nester einjährig seien. Vorbeugend sollte man im Herbst alle Fugen und Ritzen in Dachverschalungen verschließen. Weiter empfiehlt von Orlow, Fenster mit Fliegengittern zu schützen und betont gleichzeitig: „Wespen sind auf der Welt, um ihre Aufgabe im natürlichen System zu erfüllen, nicht um uns zu ärgern.“

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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