Fussnote - Die Glosse im Guller
Einfach zu gut zum Versagen

Schon der gute alte Goethe wusste: Farbe beeinflusst das Gefühl und wirkt dadurch direkt auf die Seele und somit auch auf die Einheit von Körper und Geist. Goethe unterteilte in seiner Farbenlehre schöne, dem Betrachter sympathische, Farben und jene, die dem Auge weh täten und somit unsympathisch seien.

Aber offensichtlich fährt ganz besonders zarten Seelchen oder besonders empfindlichen Minderheiten der Schmerz schon beim Aussprechen bestimmter Farben in die Glieder oder einfach nur beim Anblick des geschriebenen Worts. Da hat man bei den Münchener Verkehrsbetrieben hinsichtlich der Firmenphilosophie schwarzgesehen und deshalb den Begriff "Schwarzfahren" aus dem Repertoire gestrichen. Die Berliner Kollegen haben sich nicht lange lumpen lassen und sind dem Vorstoß aus Bayern gefolgt. Der Begriff sei rassistisch konnotiert, hieß es aus den Firmenzentralen. Dies ist zwar nicht so wirklich richtig, wie ein Sprachwissenschaftler feststellte und den Verkehrsbetrieben rüde in die Diversity- und Antirassismus-Parade grätschte. Das Wort komme aus dem Jiddischen und bedeute arm und beziehe sich demzufolge auf eine Person, die sich keinen Fahrschein leisten könne. Aber wen interessieren schon Fakten, wenn man eine Meinung hat?

So, und wie nennen wir nun das Kind? Eigentlich wäre Grünfahren doch eine prima Alternative, findet der Journalist Rainer Bonhorst. Grün stehe schließlich für ökologisch und umweltfreundlich. Also genau das, was ÖPNV sein soll. Aber irgendwie haben das die Grünen selbst verbaerbockt. Und was die ganze Lügerei und Hochstapelei für Folgen hat, und dass das mit der Baerbock unter Umständen richtig teuer werden kann, musste jüngst ein Kandidat bei der beliebten Quizsendung "Wer wird Millionär" schmerzlich erfahren. Bei der wichtigen 16.000-Euro-Hürde wurde ihm, Sie ahnen es, eine Frage zur grünen Kanzlerkandidatin gestellt. Um es kurz zu machen: Er beantwortete die Frage falsch und fiel auf 500 Euro zurück. Also, ich finde das unfair! Frau Baer-bock ist sich doch selbst noch unsicher, was wahr ist in ihrem Leben. Ist das jetzt eigentlich justiziabel?

Apropos Justiz. Folgendes Gedankenspiel: Ein Angeklagter wartet auf seinen Prozess und denkt sich, den Richter könnte ich doch vorher eigentlich mal zum Essen einladen. Sie denken jetzt bestimmt auch, dass das so eine Episode aus irgendeiner weit entfernten Bananenrepublik ist?
Nee, ist es nicht.
Die Angeklagte heißt Angela Merkel und die Richter, die sie bewirtete, sind die Damen und Herren des Bundesverfassungsgerichts, die darüber urteilen sollen, ob die Kanzlerin Recht gebrochen hat, als sie forderte, die Wahl des FDP-Manns Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten rückgängig zu machen.
Ich stelle mir diese neue Rechtspraxis jetzt mal bei der Arbeit vor: Ab sofort lädt der angeklagte Clan-Chef den urteilenden Richter kurz vor seiner Verhandlung auf eine leckere Falafel-Sause ein. Da gewinnt der Begriff "über jemanden zu Gericht sitzen" eine völlig neue Bedeutung. Na, ich wünsch dann mal guten Appetit! mak

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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