Umfrage und Glosse im Guller
Es geht um Facebook

Wie stehen Sie zu Facebook?

Wer um Himmels Willen ist James Hooper aus Oldenburg? Der Name sagt mir rein gar nichts. Was aber nicht viel heißen mag. Mein Namensgedächtnis ist lausig und hat mich schon in manch peinliche Situation gebracht. Doch auch Herr Hoopers Gesicht lässt nicht den Hauch einer Erinnerung in mir aufsteigen. Meines Wissens war ich auch noch nie in Oldenburg, wo der Mann wohnt. Vom Alter her könnte es vielleicht passen, trotzdem schließe ich in Vergessenheit geratene Kindergartenfreundschaft aus. In meinem bayrischen Dorf gab es nur Behams, Mayrs oder eben Glasers – ein Hooper wäre aufgefallen. Vor allem wenn er aus dem schönen Hickory stammt. Obwohl ich strenggenommen keine Ahnung habe, ob es dort schön ist. Es liegt wohl im US-Staat North Carolina, wo ich bislang ebenso wenig war wie in Oldenburg. Also stellt sich die Frage: Warum will James Hooper mit mir auf Facebook befreundet sein?

Wer ist James Hooper?

Nun lege ich die Messlatte bei Facebookfreundschaften normalerweise nicht so schrecklich hoch. Manche kenne ich persönlich sogar wenig bis gar nicht. Trotzdem freue ich mich darüber, wenn sie tolle Fotos oder witzige Beiträge posten. In jedem Fall gibt es einen Bezug und sei dieser auch nur die Region. Warum so viele Herren mittleren Alters vor allem aus den USA meine Bekanntschaft via Facebook suchen, ist mir deshalb rätselhaft. Okay, meist haben sie noch keine anderen Freunde. Allerdings ist es doch schräg, dass ausgerechnet ich die erste Wahl bei amerikanischen Bankdirektoren in New York, hochrangigen Militärmitglieden in Washington oder eines US-Consultant in Oldenburg sein soll. Das können doch nur Käuze oder Kriminelle sein.

Facebookfreundschaften

Es gibt schon merkwürdige Begegnungen auf Facebook. Eine kurze Zeit bekam ich Freundschaftsanfragen von schönen Frauen. Allen gemein waren die leichte Bekleidung und die verheißungsvollen Versprechen. Dann hat aber wohl jemand gemerkt, dass ich nicht wirklich zur Zielgruppe dieser Damen zähle und den Algorithmus geändert. Seither bemühen sich wieder die "seriösen" US-Herren um meine Aufmerksamkeit.

Trotzdem wollte ich auf Facebook nicht mehr verzichten. Beispielsweise habe ich dort erfahren, wo mein schon lange vermisstes Lieblings-Shirt abgeblieben ist. Ich entdeckte es auf geposteten Urlaubsfotos meiner Tochter. Allerdings muss ich zugeben: Es steht ihr besser.
Anne-Marie Glaser

PS: Wie stehen Sie zu Facebook? Machen Sie bei unserer Umfrage in dieser Glosse mit. Ich freue mich auch über Kommentare.

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