Fußnote – die Glosse im Guller
Intuitive Ernährung

Alle Jahre wieder das gleiche Problem: Das gute und vor allem viele Essen während der Feiertage hat seine Spuren hinterlassen. Das ist leider so ganz und gar nicht die Art und Weise, wie ich im neuen Jahr über mich hinauswachsen wollte. Also besteht der gute Vorsatz auch 2018 wieder darin, mit Hilfe einer Diät abzunehmen.

Tatsächlich gibt es hier eine große Auswahl und ständig kommen neue Diäten hinzu. Mal ist es schwer angesagt, auf Fette zu verzichten, dann gelten sie wieder als Heilsbringer und die Kohlenhydrate sind die Bösen. Die Dickmacher von gestern werden zu Fettkillern erklärt und umgekehrt.

Einmal war eine Diät in aller Munde, da mussten vor den Mahlzeiten in rauen Mengen Gummibärchen gegessen werden. Selten hat mir eine Abmagerungskur so viel Vergnügen bereitet. Allerdings beschlich mich schon bald ein gewisses Misstrauen. Allen Versprechungen zum Trotz sah ich nämlich bald selbst aus wie ein rundliches Gummibärchen. Eine Bekannte behauptete später, ich hätte nur die roten essen dürfen. Vielleicht hatte sie recht, selbst wenn sich mir der Sinn nicht erschloss. Jedenfalls hatte ich die Gummibärchen-Diät da schon abgebrochen und wollte keinen neuen Versuch starten, was meiner Figur sehr zugute kam.

Wie ich las, soll der letzte Schrei bei den Schlanken und denen, die es werden möchten, nun die intuitive Ernährung sein. Dabei muss der Abnehmwillige lediglich in sich hineinhören, worauf er Appetit hat. Dies darf er dann essen, bis er satt ist. Klingt grundsätzlich super, weshalb ich seit dem 1. Januar regelmäßig in mich gehe und höchst interessiert lausche, was mein Magen begehrt. Leider verlangt er nie nach Magerquark oder Möhrchen. Leberwurstbrote, gerne dick mit Butter drunter, Käsespätzle oder eben Gummibärchen – und zwar vorzugsweise die grünen und gelben – sind das, was er bestellt. Da man bei Diäten nicht schummeln soll, habe ich mich bislang streng an die Vorgaben gehalten und meinen Körper entsprechend gefüttert. Irgendwie hat das Ganze bislang allerdings nicht den gewünschten Effekt. Im Gegenteil, es ist sogar eine Gewichtszunahme zu verzeichnen.

Vielleicht ist es ja ähnlich wie bei der Homöopathie: Die Symptome scheinen sich erst zu verstärken, bevor der Heilungsprozess beginnt. Dann wäre es nur normal, erst einmal ein paar Kilos zuzulegen, bevor man sich in ein schlankes Reh verwandelt. Andererseits ernähren sich Rehe nicht von Käsespätzle und Butterbroten, sondern von Kräutern und Brombeeren. Ob ich es lieber mal damit probieren soll?
Anne-Marie Glaser

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