Freigängerische Wilderer auf vier Pfoten
Jäger fordert Haustierkataster

Freilaufende Hunde können nicht nur für Menschen, sondern auch für Wildtiere eine Gefahr darstellen.
  • Freilaufende Hunde können nicht nur für Menschen, sondern auch für Wildtiere eine Gefahr darstellen.
  • Foto: Sebastian Karkus/pixelio.de
  • hochgeladen von Daniela Santo

Ortenau (ds). Freilaufende Hunde erhitzen immer wieder die Gemüter. Doch nicht nur für Menschen können sie mitunter eine Bedrohung darstellen, vor allem Rehe und Rehkitze sind wehrlos den Angriffen umherstreunender Hunde ausgesetzt, wie Peter Bux erklärt. 

"Als Beauftragter für Wildtiere und Lebensraum der Jägervereinigung Lahr kümmere ich mich seit vielen Jahren um die Sicherheit der Wildtiere vor Übergriffen durch freilaufende Hunde. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen", sagt Peter Bux. Schon viele Tiere habe er gesehen, die von Hunden übel zugerichtet wurden, teilweise noch lebten oder schon qualvoll verendet waren. "Diese Bilder kriegt man nicht mehr aus dem Kopf", so Bux. Schon des Öfteren musste er mit einem gezielten Schuss Wildtiere von ihrem Leiden erlösen. "Das Grundgesetz, das Tierschutzgesetz und die Ethik verbieten es, dass Tiere leiden müssen. Auch Wildtiere sind damit gemeint", betont er. Werde ein "freigängerischer Wilderer auf vier Pfoten" den Behörden gemeldet, könnten diese meist nur eins tun: den Hund im Tierheim abgeben. Oft könne dessen Besitzer jedoch nicht ermittelt werden, weil der Hund beispielsweise nicht gechippt ist. "Eine Lösung wäre, ein Haustierkataster anzulegen, mit Fotos, DNA-Sequenz und Nachweis des Halters, dass er sachkundig im Umgang mit Tieren ist", schlägt Peter Bux vor. Das sei für eine Stadt oder Gemeinde anfangs sicherlich viel Arbeit, doch die Mühe zahle sich aus.

Zum einen würde das Haustierkataster Klarheit darüber verschaffen, wieviele Haustiere, also auch Katzen, Hasen, Meerschweinchen, Wellensittiche oder Reptilien, es in der Kommune gebe. Zum anderen könnten so entlaufene und wieder eingefangene Tiere schneller einem Halter zugeordnet werden anhand von Fotos und DNA. "Beispielsweise könnte man dem Halter per Anordnung dann verbieten, seinen Hund frei laufen zu lassen. Das würde sicherlich einige Jagden durch wildernde Hunde verhindern", ist sich der Jäger sicher. Darüber hinaus könnte ein Haustierkataster auch Hotspots von Freigängerkatzen aufdecken. "Das ist dann besonders hilfreich, wenn es um Ausgleichsmaßnahmen für gefährdete Reptilien geht", so Bux. Da Katzen nicht nur Reptilien jagen, sondern vor allem auch die heimische Vogelwelt bedrohen, könnte man dem Halter der Katzen analog zu Hundehaltern per Anordnung verbieten, das Tier frei laufen zu lassen. Und noch einen Vorteil sieht Peter Bux in einem Haustierkataster: "Anhand der Meldung von gehaltenen Tieren kann die erforderliche Sachkunde nachgeprüft werden, womit man einer falschen Haltung und damit dem Leiden eines Tieres vorbeugen könnte." Handele es sich beim Haustier etwa um giftige Amphibien und Reptilien, könne geprüft werden, ob der Halter zuverlässig im Umgang mit dem jeweiligen Gift sei. Außerdem könne man mit der Meldepflicht für das Haustierkataster auch den illegalen Tierhandel unterbinden.

Peter Bux hofft in Bezug auf ein Haustierkataster auf ein Umdenken in den Städten und Gemeinden – zum Schutz von Menschen, Haus- und Wildtieren. Er erinnert daran, dass in jedem Hund ein Stück Raubtier steckt. Konsequente Erziehung sei das Mindeste. Leider stelle Peter Bux aber fest, dass immer mehr Herrchen und Frauchen ihren Hund nicht mehr wirklich im Griff haben.

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