Fußnote, die Glosse im Guller
Joggen statt rundes Leder

Sport in der aktuellen Zeit hat es schwer. Öffentliche und private Sportanlagen sind für den Publikumsverkehr geschlossen, so sagt es die aktuelle Verordnung. Schwimmen, Tanzen, Yoga und Hanteln stemmen sind daher tabu. Amateurvereine jeglicher Art sind in verordneten Winterschlaf verfallen. Joggen geht, auch der gute alte Trimm-Dich-Pfad wird bemüht, um den Frust des Alltags auszuschwitzen.

Man sieht Menschen sich an Klimmzügen versuchen, bei denen Beobachter die Befürchtung haben, dass eher die Reckstange eine ungewollte Biegung erhält, als dass das Kinn auch nur in die Nähe der Querstrebe gelangt. Bei anderen Geräten stehen die offensichtlichen Neulinge mit großen Augen davor. Sie wüssten nichts mit der sportlichen Versuchsanordnung anzufangen, wenn es nicht die Piktogramme mit erklärenden Worten gäbe. Aber alles ist gut, der Wille zählt und wird sicher auch auf die eine und andere Art belohnt. Allerdings nicht mit einer erfrischenden Apfelschorle im Lieblingsrestaurant. Wir alle wissen, warum.

Währenddessen tummeln sich die Profisportler, nehmen wir die Fußballer als Beispiel, auf den grünen Plätzen dieser Welt. Wir haben gelernt, dass ein volles Stadion zwar große Scheine in die Kassen der Vereine bringt, aber wenn auch die Fernsehgelder ausbleiben, haben nicht nur die Spieler keinen Job mehr, sondern auch die zahlreichen anderen Beschäftigten im Umfeld. Also werden sie getestet und reisen gleichzeitig quer durch Deutschland und um die ganze Welt.

Irgendwie ist mit der Atmosphäre für mich auch die Spannung verloren gegangen. Auch wenn Tschechien nicht zu den großen Krachern des europäischen Fußballs gehört: Wie sonst ist es zu erklären, dass das Spiel der Löw-Elf gegen Tschechien einen Tiefststand bei den Einschaltquoten erreichte? Egal was bei den anderen Sendern lief, es haben mehr zugeschaut.

Fußball rückt für mich persönlich in der Faszination inzwischen nahe an Sportarten wie Golf oder American Football heran. Da kommt der Golfer Jon Rahm in diesen Tagen ganz passend. Beim Abschlag nimmt er Maß, zwischen ihm und dem 16. Loch ist ein kleiner See. Ein Schlag, ein dreifaches Aufsetzen des Balles auf dem Wasser, eine unglaubliche Kurve des Balls auf dem flachen Grün bis er im Loch versinkt.

Hat Löw noch solche Jungs, die solche Flugkurven mit dem Ball zaubern können? Ich weiß es nicht. Ich gehe joggen. rek

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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