Waldkönigin Franziska I.
Mit Krone, Charme und sehr viel Knowhow

Waldkönigin Franziska I. ist für zwei Jahre charmante Botschafterin des Waldes und der baden-württembergischen Forst- und Holzwirtschaft. Als Forstwirtin kennt sich die 26-jährige Hesselbacherin fachlich bestens aus. | Foto: Michael Bode
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  • Waldkönigin Franziska I. ist für zwei Jahre charmante Botschafterin des Waldes und der baden-württembergischen Forst- und Holzwirtschaft. Als Forstwirtin kennt sich die 26-jährige Hesselbacherin fachlich bestens aus.
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Ortenau (ag) "Nein, ich habe mich als Kind nie als Prinzessin verkleidet und Pink war auch nicht meine Lieblingsfarbe", sagt Franziska Waselikowski lachend. Im Gegenteil war die kleine Franzi immer für ein Wettrennen mit dem Bobbycar zu haben oder sie baute mit dem zwei Jahre jüngeren Bruder Dominik und anderen Kindern Hütten im Wald. Hauptsache draußen, da fühlte sich die amtierende Waldkönigin Franziska I. schon immer wohl. Das hat sich bis heute nicht geändert und ist mit ein Grund, warum sie ihren Beruf als Forstwirtin so liebt: "Das ist für mich echte Lebensqualität."
Natürlich hat alles immer zwei Seiten: "Wenn es schwül ist, kann das Arbeiten draußen mitunter schon eklig sein. Und Regen macht auch nicht wirklich Spaß. Aber das gehört halt dazu." Zum Ausgleich gibt es diese besonderen Momente, wenn das Tal im Nebel liegt und auf dem Berg die Sonne scheint. Ein Wildschwein läuft nur wenige Meter entfernt mit drei Frischlingen über den Weg oder ein wunderschöner Sonnenaufgang lässt Franziska Waselikowski innehalten.

Ganz besondere Momente in der freien Natur

Manchmal hält sie diesen dann mit der Handykamera fest. Überhaupt ist Fotografieren ihr Hobby, ein anderes Wandern. Außerdem fährt sie gerne Ski und ist sehr gesellig. Letzteres ist natürlich für eine Waldkönigin eine wichtige Eigenschaft. "Ich habe so viele schöne Begegnungen", freut sich die 26-Jährige. Vor allem berührt es Franziska I., wenn Kinder mit echter Begeisterung in den Augen auf sie zukommen.
Als Botschafterin möchte Franziska I. nicht nur ihre Liebe zum Wald weitergeben. Es geht ihr auch um das Vermitteln von Wissen und sie will Missverständnisse aufklären. "Die Forstwirtschaft raubt den Wald nicht aus", betont die Fachfrau: "Wir pflegen den Wald bewusst und langfristig. Unsere Arbeit ist eine verantwortungsvolle Vorsorge für kommende Generationen, nicht kurzfristige Ausbeute." Wer Waldkönigin werden möchte, wird auf Herz und Nieren geprüft. Vor allem wird das Fachwissen abgefragt. Aber da macht der Forstwirtin Franziska Waselikowski keiner was vor. Übrigens gehört den Eltern im Oberkircher Ortsteil Hesselbach ein Hof – die "Schneckenhalde", wie ihn die Einheimischen nennen. Zu ihm gehört auch Wald und sie hatte als Dorfkind dort eine wundervolle Kindheit. "Meine Großeltern lebten noch von der Landwirtschaft", erzählt sie, inzwischen wird der Hof im Nebenerwerb betrieben. Wie das so üblich ist, haben die Kinder immer mitgeholfen: "Aber natürlich nicht bei der Holzernte, das ist für Kinder viel zu gefährlich."

Alleine die Motorsäge wiegt fast sechs Kilo

Nach der Realschule wusste sie zunächst noch nicht, für welche Ausbildung sie sich entscheiden sollte. Bei der Infomesse in Oberkirch wurde sie auf den Beruf des Forstwirts aufmerksam. Ein Praktikum bestärkte sie in der Entscheidung, obwohl der Job anstrengend ist. "Alleine die Motorsäge wiegt fast sechs Kilo. Dann kommt noch der Spritkanister dazu und die Schutzkleidung hat ebenfalls ihr Gewicht", erzählt Franziska I. "Aber alles ist definitiv auch für eine Frau machbar." Und wie ist es mit der Akzeptanz in einer Männerdomäne? "Wenn du gut arbeitest, dann bekommst du auch den Respekt", so die Forstwirtin, die bei Forst BW angestellt ist, selbstbewusst. Es macht Spaß, ihr zuzuhören, wie sie voller Leidenschaft von der Bedeutung und Schönheit des Waldes sowie ihrer erfüllenden Arbeit erzählt. Und dabei bekommt man richtig Lust, mal wieder selbst in den Wald zu gehen.

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