Über 11.000 Menschen ohne Job
Entwicklung des Arbeitsmarktes im Januar
- Die Agentur für Arbeit in Offenburg
- Foto: gro
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Offenburg (st) Zum Jahresbeginn kletterte die Zahl der arbeitslosen Menschen auf 11.225. Das sind knapp zehn Prozent (+8,0 Prozent) mehr als im Dezember 2025 (+832 Menschen). Verglichen mit Januar 2025 war dies nur ein Anstieg um 1,4 Prozent (+158 Arbeitslose). Saisonale Effekte dominieren hierbei. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 Prozent und ist damit um 0,3 Prozentpunkt zum Vormonat gestiegen. Sie war damit genau so hoch wie im Januar 2025, so die Agentur für Arbeit in einer Pressemitteilung.
Entwicklung nach Rechtskreisen
5.831 arbeitslose Menschen werden von der Agentur für Arbeit Offenburg unterstützt (Arbeitslosenversicherung). Ein Anstieg um 537 Personen (+10,1 Prozent) mehr als im Monat davor. 5.394 Menschen ohne Arbeit werden vom Ortenau Jobcenter begleitet (Grundsicherung). Im SGB II gab es eine geringere Erhöhung zum Jahresbeginn von 295 arbeitslosen Menschen (+5,8 Prozent) im Vormonatsvergleich.
Entwicklung am Arbeitsmarkt (SGB III)
„Zum Jahresbeginn 2026 gab es konjunkturell- und saisonbedingt einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Ortenaukreis. Die saisonalen Effekte werden sich zum Beginn des Frühjahres in der Gastronomie- und Freizeitbranche voraussichtlich wieder ausgleichen. Resultierend aus der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit wurden uns zum Jahresbeginn rund ein Fünftel weniger Stellen gemeldet als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig steigt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr in der Ortenau deutlich stärker als im Bundesland und liegt gegenüber den anderen Agenturbezirken in Baden-Württemberg auf einem Maximum. Grund zur Zuversicht. Kurzarbeitergeld bleibt ein wichtiges Instrument, um Entlassungen zu vermeiden, bis sich die Wirtschaft weiter erholt und stabilisiert,“ sagt Theresia Denzer-Urschel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.
Entwicklung nach Personengruppen
Zum Start 2026 gab es im Agenturbezirk Offenburg mehr arbeitslose Männer (56,9 Prozent) als Frauen (43,1 Prozent). Die größte Personengruppe unter den arbeitslosen Menschen sind weiterhin die Älteren über 50 Jahren (mit einem Anteil von 40,8 Prozent). In konjunkturell angespannten Zeiten trifft es besonders die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen, also Menschen die bereits ein Jahr oder länger ohne Beschäftigung sind. Diese finden meist unter erschwerten Herausforderungen erst wieder eine Anschlussbeschäftigung. Jeder zehnte arbeitslose Ortenauer ist bereits seit mehr als einem Jahr ohne Job. Aktuell suchen 703 langzeitarbeitslose Menschen wieder eine Beschäftigung. Das sind 10,7 Prozent mehr als noch vor vier Wochen und ein Plus von 14,1 Prozent zum Januar 2025.
In der Region Lahr ist mit einem Anstieg um 15,7 Prozent der größte Anstieg an Arbeitslosen zu den sechs Geschäftsstellen im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen. Dies entspricht 239 arbeitslosen Menschen mehr aus dem Lahrer Bezirk. Dies hat teilweise saisonale Hintergründe. Um jeweils rund zehn Prozent stieg die Zahl der Arbeitslosen im Geschäftsstellenbezirk Achern und Hausach. In der Hauptagentur Offenburg war es im Januar ein Plus von 7,9 Prozent. In Kehl gab es 6,2 Prozent mehr Menschen ohne Job und in Oberkirch einen Anstieg um 5,2 Prozent.
Stellensituation
Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Offenburg im Januar 412 neue freie Arbeitsstellen übermittelt. Insgesamt gibt es in der Ortenau 3.533 offene Stellenangebote. Diese verteilen sich wie folgt: 1.165 im verarbeitenden Gewerbe, 482 im Bereich Verkehr- und Logistik, 443 im Handel, 380 im Baugewerbe, 313 im Gesundheitsbereich, 222 freie Arbeitsstellen im Bereich Lebensmittel und Gastronomie, 167 im Dienstleitungsbereich, sowie 108 in der Branche der Unternehmensführung und -organisation, 82 im Bereich soziale und kulturelle Dienstleitung, 58 Reinigungsstellen, 47 in der Land-, Forst- und Gartenbaubranche, 38 im Bereich IT und Naturwissenschaft und 28 verfügbare Jobs in Sicherheitsberufen. Erfreulich ist, dass über die Hälfte der freien Stellen aus den „wertschöpfenden“ Bereichen kommen. Somit gibt es weiterhin Personalbedarfe in der produzierenden Wirtschaft. Jede dritte freie Stelle in der Region ist dem Bereich Fertigung zuzuordnen.




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