BLHV-Erntebilanz
Trotz Trockenheit sind die Landwirte zufrieden

Zusammen mit Landwirtin Carina Köninger (Mitte) erklären Katharina Hügel und Klaus Mastel, beide RP Freiburg, die Maßnahmen der Landwirtschaft für Artenvielfalt.
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Rheinau-Linx (rek). Trotz eines milden Winters und der geringsten Niederschläge zwischen April und Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen rechnen Südbadens Landwirte mit einer durchschnittlichen Getreideernte. Das berichten Werner Räpple, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) und Egon Busam, BLHV-Vizepräsident, bei einem Erntegespräch auf dem Hof Sänger und Schwarz in Linx.

So lägen beim Wintergetreide die Erträge zwischen vier und zehn Tonnen je Hektar im zufriedenstellenden Bereich. Der Raps liefere trotz Frostschäden im April mit rund vier Tonnen Ertrag pro Hektar ein besseres Ergebnis als erwartet. Die Erträge auf Grünland und Wiesen seien beim ersten Schnitt gut gewesen, berichtet Räpple, beim zweiten noch ordentlich. Allerdings sei der dritte Schnitt durch die Trockenheit im Frühjahr größtenteils ein Totalausfall gewesen. Beim Raps hätten die Erträge wieder zugelegt. Der Sojaanbau werde in Südbaden zu einer Erfolgsgeschichte, berichtet Räpple und ergänzt, dass grundsätzlich eine größere Kulturenvielfalt beim Ackerbau umgesetzt werde.

Sonderkulturen

Bei den Sonderkulturen seien viele Flächen mit Spargel aufgrund der coronabedingten Vorgaben nicht geerntet worden, die Erträge seien auf der Fläche zudem geringer ausgefallen. Bei Erdbeeren sei der Importdruck aus Spanien und Italien aufgrund der Pandemie geringer gewesen. Die Erntemengen seien aber grundsätzlich, so Räpple, bei nahezu allen Sonderkulturen deutlich niedriger aufgrund der fehlenden Niederschläge. Die Zwetschgenernte laufe bereits und sei sehr früh, berichtet Egon Busam. Diese Entwicklung gelte für viele Sonderkulturen und wohl auch für den Wein in diesem Jahr. Hier wird mit einer Lese im September gerechnet. Wochenmärkte und Hofläden hätten, so Räpple, in diesem Jahr einen enormen Zulauf der Kunden erlebt.

Der Mais, erläutert Egon Busam, sei für die vorhandenen Böden und aufgrund seiner Erträge eine "geniale Pflanze". Durch die vom Land vorgegebene Fruchtfolge – Mais darf nur zwei Jahre in Folge auf einer Fläche angebaut werden, um den Maiswurzelbohrer zurückzudrängen – sei die Gesamtanbaufläche schwankend. Er nimmt mit 340.000 Hektar den größten Teil der Anbaufläche ein. Allerdings, gesteht Busam zu, habe Mais aufgrund der großen Felder und der hohen dicht stehenden Pflanzen ein schlechtes Image in der Bevölkerung.

Hier greift eine landesweite Initiative. Durch Blühstreifen mit Sonnenblumen und Blütenmischungen soll Abwechslung in der Ackernutzung entstehen und die Artenvielfalt von Insekten gestärkt werden. Der landwirtschaftliche Hof Sänger und Schwarz in Linx ist einer von vier Modellbetrieben in Südbaden, erklärt Klaus Mastel, der für das Regierungspräsidium (RP), als Landwirtschaftsdirektor die Maßnahmen koordiniert. Hierzu werden ein- und mehrjährige Blühmischungen angeboten. Dazu, so RP-Mitarbeiterin Katharina Hügel, seien Böschungen freigelegt, offene Bodenstellen geschaffen und Insektenhotels errichtet worden, um Lebensräume zu schaffen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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