Glasfaserausbau in Rheinau
Unterversorgte Adressen werden angeschlossen

Glasfaser | Foto: Symbolbild gro

Rheinau (st) Der Gemeinderat Rheinau hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. Juli, den Weg für den weiteren Glasfaserausbau in weiten Teilen des Stadtgebiets freigemacht, teilt die Breitband Ortenau mit. Nachdem die Deutsche Glasfaser große Teile ihrer ursprünglich vorgesehenen Ausbaugebiete im aktuellen Markterkundungsverfahren nicht mehr für den eigenwirtschaftlichen Ausbau gemeldet habe, sollen nun rund 1.955 bislang unterversorgte Adresspunkte über das Bundesförderprogramm an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Die den Ausbau koordinierende Breitband Ortenau GmbH & Co. KG habe dem Gemeinderat die Ergebnisse des Markterkundungsverfahrens sowie die weiteren Ausbauschritte vorgestellt.
Bereits in der Gemeinderatssitzung Anfang Juli sei das Thema schleppender Ausbau der Deutschen Glasfaser thematisiert worden. Nach Abschluss des aktuellen Markterkundungsverfahrens sollen von den insgesamt 4.257 Adresspunkten nun 2.140 eigenwirtschaftlich durch die Deutsche Glasfaser sowie weitere 162 durch die Deutsche Telekom ausgebaut werden. Der weitere eigenwirtschaftliche Ausbau konzentriere sich damit auf die Ortsteile Freistett und Rheinbischofsheim. Alle übrigen Ortsteile der Stadt Rheinau könnten künftig im Rahmen des staatlich geförderten Breitbandausbaus erschlossen werden.

Nachhaltige Investition

Insgesamt sollen nach den aktuellen Planungen rund 1.955 bislang unterversorgte und förderfähige Adresspunkte sowohl in den Innenbereichen – mit Ausnahme von Freistett und Rheinbischofsheim – als auch in den Außenlagen an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Das Investitionsvolumen belaufe sich auf rund 19,2 Millionen Euro. Der Bund und das Land Baden- Württemberg würden dabei bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Der kommunale Eigenanteil betrage rund 3,19 Millionen Euro und solle langfristig über die Pachteinnahmen des Glasfasernetzes refinanziert werden. Nach Einschätzung der Breitband Ortenau stellt der geförderte Ausbau damit auch wirtschaftlich eine nachhaltige Investition für die Stadt Rheinau dar.
Rheinaus Bürgermeister Christian Francken dazu: „Die vergangenen Jahre haben wir uns den Glasfaserausbau alle anders vorgestellt. Es ist leider wertvolle Zeit verloren gegangen. Mit dem heutigen Beschluss haben wir aber die Chance, den Ausbau auf eine verlässliche Grundlage zu stellen. Gemeinsam mit der Breitband Ortenau bin ich überzeugt, dass wir nun Schritt für Schritt ganz Rheinau mit einer leistungsfähigen Glasfaserinfrastruktur versorgen können. Jetzt ist kein Lamentieren gefragt, sondern pragmatisches, hemdsärmeliges Handeln. Genau diesen Weg gehen wir – entschlossen und mit dem klaren Ziel, unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie unseren Unternehmen endlich die digitale Infrastruktur zu schaffen, die wir für die Zukunft brauchen.“

Änderungsantrag stellen

Nach dem positiven Beschluss des Gemeinderats werde die Breitband Ortenau nun den erforderlichen Änderungsantrag beim Fördermittelgeber stellen. Anschließend würden Ausschreibung, Netzplanung und Vergabe der Bauleistungen folgen. Der Baustart sei für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, die Bereitstellung der Glasfaseranschlüsse solle im dritten Quartal 2029 erfolgen. Bereits im zweiten Quartal 2027 sei gemeinsam mit dem künftigen Netzbetreiber eine Bürgerinformationsveranstaltung vorgesehen.
„Mit dem Abschluss des Markterkundungsverfahrens haben wir nun endlich Planungssicherheit“, erklärte Maximilan Fritz, Bereichsleitung Operation der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG. „Da große Teile der ursprünglich eigenwirtschaftlich geplanten Ausbaugebiete künftig nicht mehr durch die Deutsche Glasfaser erschlossen werden, können wir diese Adressen nun in den geförderten Ausbau aufnehmen und so eine langfristig verlässliche Glasfaserinfrastruktur schaffen.“

Infrastrukturprojekt

Der Glasfaserausbau sei das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren ungefähr 121.200 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel sei es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen. Der Ausbau in der Ortenau mache gute Fortschritte: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liege bereits bei 52 Prozent. Das bedeute, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.

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