Erstes Kennenlernen
Amtsgericht: Stadtspitze trifft neue Direktorin
- Offener Austausch und erstes Kennenlernen: Die Stadtspitze trifft neue Direktorin des Amtsgerichts Achern Dr. Anja von Harling (2. v. r.)
- Foto: Stadt Achern
- hochgeladen von Matthias Kerber
Achern (st) Zu einem ersten Kennenlerntermin haben sich Oberbürgermeister Manuel Tabor und Bürgermeister Andreas Kollefrath mit der neuen Direktorin des Amtsgericht Achern, Dr. Anja von Harling, getroffen. In den Räumlichkeiten des Grundbuchamtes kam es zu einem offenen und regen Austausch über aktuelle Themen und gemeinsame Berührungspunkte.
Seit rund zwei Monaten ist von Harling am Amtsgericht Achern tätig und trägt die Verantwortung für rund 80 Mitarbeiter. In dem Gespräch zeigte sie sich sehr angetan von ihrem neuen Wirkungsort: Achern sei gut aufgestellt, die Zusammenarbeit innerhalb der Behörde funktioniere sehr gut. „Eine so positive Arbeitsatmosphäre habe ich in dieser Form bislang noch nicht erlebt“, betonte sie. Die Mitarbeiter fühlten sich wohl, auch wenn die räumliche Situation und die Ausstattung noch Entwicklungspotenzial böten.
Auch ihren persönlichen und beruflichen Werdegang sprach die neue Direktorin offen an. Als Mutter von drei Kindern habe sie ihre berufliche Laufbahn zunächst zugunsten der Familie zurückgestellt und erst später – mit rund 50 Jahren – gezielt weiterentwickelt. Nach ihrer Abordnung an das Oberlandesgericht Karlsruhe arbeitete sie mehrere Jahre als Stellvertretende Pressesprecherin des Bundesverfassungsgerichts. Zuletzt war von Harling als Direktorin des Amtsgerichts Bretten tätig. In Achern umfasst ihre Tätigkeit heute einen Verwaltungsanteil von rund 60 Prozent, daneben ist sie weiterhin als Richterin – überwiegend im Zivilrecht – tätig.
Vielseitige Aufgaben
Die neue Aufgabe am Amtsgericht Achern umfasst neben der richterlichen Tätigkeit und der Dienstaufsicht auch die Leitung des zum Gericht gehörenden Grundbuchamtes, eines von 13 zentralen Grundbuchämtern in Baden-Württemberg. Es ist seit dem 1. Juli 2012 für sämtliche Grundbuchsachen aus den Landgerichtsbezirken Baden-Baden und Offenburg zuständig.
Oberbürgermeister Tabor und Bürgermeister Kollefrath stellten im Gespräch auch die Stadtverwaltung und ihre Aufgaben vor. Sich selbst bezeichnen sie als dynamisches Duo und verwiesen auf die große Bandbreite kommunaler Aufgaben – „von A wie Abwasser bis Z wie Zebrastreifen“. Gerade an Schnittstellen, etwa beim Grundbuch oder bei mietrechtlichen Fragestellungen, gebe es regelmäßige Berührungspunkte zwischen Stadt und Justiz.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs lag auf den aktuellen Herausforderungen am Amtsgericht. Die Zahl der Verfahren sei in einigen Bereichen weiterhin hoch, erläuterte von Harling. Gleichzeitig verwies sie auf alternative Formen der Streitbeilegung. Als ausgebildete Güterichterin setzt sie sich für sogenannte Gütetermine ein – mit Erfolg: In mehr als der Hälfte der Fälle könne eine einvernehmliche Lösung erzielt werden.
Auch das Thema Fachkräftesicherung wurde angesprochen. Derzeit sei die Personalsituation am Amtsgericht Achern noch zufriedenstellend. Die Justiz müsse aber weiterhin attraktiv bleiben, um gute Mitarbeiter zu gewinnen
Einigkeit bestand am Ende des Gesprächs darüber, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Amtsgericht sehr gut funktioniere und von kurzen Wegen geprägt sei. Ein kleines Verbesserungspotenzial wurde dennoch augenzwinkernd angesprochen: Der Innenhof des Areals könne etwas mehr Pflege vertragen. Gleichzeitig wurde positiv hervorgehoben, dass der städtische Bauhof bei einem entsprechenden Hinweis im vergangenen Jahr schnell und unkompliziert unterstützt habe – ein weiteres Beispiel für die funktionierende Zusammenarbeit vor Ort.




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