Arbeiten abgeschlossen
Meilenstein für Hochwasserschutz in Achern
- Mehr Hochwasserschutz in Achern: Zur offiziellen Inbetriebnahme wurde auf dem Acherdamm ein Band durchschnitten.
- Foto: Regierungspräsidium Freiburg
- hochgeladen von Matthias Kerber
Achern (st) Die Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Acher in Achern ist einen bedeutenden Schritt vorangekommen: An der Feier zum Abschluss der Arbeiten am landeseigenen Abschnitt des Flusses nahmen am vergangenen Freitag, 16. Oktober, Umweltministerin Thekla Walker, der Erste Landesbeamte des Ortenaukreises, Nikolas Stoermer, Oberbürgermeister Manuel Tabor und Manuel Winterhalter, Leiter der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums Freiburg, teil. Die Besucher hatten die Gelegenheit, sich am Extremwassermobil des Kompetenzzentrums Wasser und Boden bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg über die Wirkung von Hochwasserschutzmaßnahmen zu informieren. Zudem gab es geführte Besichtigungen der an der Acher umgesetzten Baumaßnahmen.
„Einerseits kämpfen wir derzeit mit einer extremen Trockenperiode. In vielen Bächen und Flüssen in Baden-Württemberg herrscht seit Wochen historisches Niedrigwasser. Ein Negativrekord jagt den nächsten. Andererseits werden aufgrund des Klimawandels auch andere Extremwetterereignisse wie Hochwasser weiter zunehmen. Vor zwei Jahren erst hatten wir in der Osthälfte des Landes an mehreren Flüssen ein fast 100-jährliches Hochwasser mit entsprechend großen Überschwemmungen und Hochwasserschäden. Daher dürfen und können wir beim Hochwasserschutz nicht nachlassen. Das Land Baden-Württemberg investiert deshalb jährlich rund 80 Millionen Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen an Landesgewässern. Gleichzeitig profitiert von den Maßnahmen die Ökologie der Flüsse, dafür ist das Projekt in Achern ein wunderbares Beispiel“, sagte Umweltministerin Thekla Walker.
Fünf Jahren Bauzeit
„Nach fünfjähriger Bauzeit feiern wir heute den Abschluss der Hochwasserschutzmaßnahmen am vier Kilometer langen, landeseigenen Abschnitt der Acher in Achern. Damit haben wir auf dem Weg zum Schutz der Stadt vor einem Hochwasser, wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt, einen wichtigen Meilenstein erreicht“, sagte Manuel Winterhalter. Das Land habe 15 Millionen Euro investiert. Die Stadt habe drei Millionen Euro beigesteuert. Winterhalter dankte der Stadt für die langjährige und äußerst konstruktive Zusammenarbeit.
Oberbürgermeister Manuel Tabor ergänzte: „Ein wirksamer Hochwasserschutz ist eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Land und Kommune. Es ist gut und wichtig, dass hier alle Beteiligten an einem Strang ziehen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Für Achern eröffnet das Projekt darüber hinaus die Chance, zusätzliche städtebauliche Entwicklungspotenziale zu heben. Gerade mit Blick auf den dringend benötigten Raum für die gewerbliche Entwicklung ist das eine sehr erfreuliche Perspektive.“
Seit dem Spatenstich am Reitclub in Achern-Fautenbach im Jahr 2021 wurde die Acher in Fließrichtung linksseitig aufgeweitet und das Flussbett bereichsweise tiefergelegt. Die bestehenden Dämme auf der rechten Gewässerseite wurden ertüchtigt und moderat erhöht. Ergänzend wurde entlang der L87 ein neuer zurückverlegter Damm errichtet, der die nördlichen Siedlungsgebiete vor Überflutungen schützt und gleichzeitig neues Retentionsvolumen schafft.
Neben dem Hochwasserschutz wurden auch gewässerökologische Maßnahmen zur Aufwertung der aquatischen Lebensräume umgesetzt. Hierbei wurden zwei große Sohlabstürze für den Fischaufstieg umgestaltet und vorhandene Sohlpflasterungen durch eine natürliche Gewässersohle ersetzt. Strömungslenkende Buhnen, der Einbau von Totholz und zahlreiche Fischunterstände ergänzen die ökologischen Strukturverbesserungen.




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