Hitze belastet Pflege
Mettenleiter im Austausch mit Sozialstation
- Sabrina Bohnert (v. l.), Klaus Eberle, Bernd Mettenleiter
- Foto: Domenic Preukschas/Wahlkreisbüro Bernd Mettenleiter
- hochgeladen von Matthias Kerber
Achern (st) Bernd Mettenleiter (Grüne) besuchte die Kirchliche Sozialstation Bernhard von Baden in Achern. Mit Geschäftsführerin Sabrina Bohnert und Pflegedienstleiter Klaus Eberle sprach der Landtagsabgeordnete über die Belastungen durch die anhaltende Hitze, den Fachkräftemangel und die geplanten Reformen des Bundes im Pflege- und Gesundheitsbereich, heißt es in einer Pressemitteilung.
Mit rund 70 Mitarbeitern betreut die Kirchliche Sozialstation Bernhard von Baden in Achern mehr als 900 pflegebedürftige Menschen. Wie vielfältig die Aufgaben dabei sind, erläuterte Geschäftsführerin Sabrina Bohnert im Gespräch mit Bernd Mettenleiter, Landtagsabgeordneter für die nördliche Ortenau. Pflege werde häufig vor allem mit älteren Menschen verbunden. Doch auch jüngere Menschen, die beispielsweise nach einem schweren Unfall auf Unterstützung angewiesen sind, werden von der Sozialstation betreut.
„Was Pflege jeden Tag leistet, erlebe ich auch in meinem eigenen familiären Umfeld. Umso wichtiger ist mir der direkte Austausch mit den Menschen, die tagtäglich für Pflegebedürftige da sind“, sagte Mettenleiter. „Sie wissen am besten, wo es im Alltag hakt und was sich ändern muss.“
Reformen
Ein wichtiges Thema des Gesprächs waren die geplanten Reformen der Bundesregierung im Pflege- und Gesundheitsbereich. Aus Sicht der Sozialstation muss dabei insbesondere die Kurzzeit- und Verhinderungspflege gesichert werden. Beide Angebote seien wichtig, um pflegende Angehörige zeitweise zu entlasten und ihnen Freiräume zu ermöglichen. Bohnert machte zudem deutlich, dass eine gute ambulante Versorgung dazu beitragen könne, eine dauerhafte und oftmals teurere Unterbringung im Pflegeheim zu vermeiden.
„Pflegende Angehörige leisten enorm viel. Sie brauchen die Sicherheit, dass sie auch einmal eine Auszeit nehmen können, ohne dass die Versorgung ihrer Angehörigen ins Wanken gerät“, betonte Mettenleiter. „Kurzzeit- und Verhinderungspflege sind deshalb keine Nebensache. Sie sind ein wichtiger Baustein, damit Pflege zu Hause langfristig funktionieren kann. Eine Streichung wäre ein fatales Signal, dass am Ende mehr kostet als es spart. Daher appelliere ich an die Verantwortlichen im Bund hier nicht am falschen Ende zu sparen“.
Eine gute Pflege sei zugleich auf ausreichend qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Diese zu gewinnen, werde jedoch zunehmend schwieriger. Umso wichtiger sei es für die Sozialstation, eigene Fachkräfte auszubilden. Doch auch hierbei zeige sich der Fachkräftemangel: Für das aktuelle Ausbildungsjahr konnte für die generalistische Ausbildung leider keine geeignete Person gefunden werden.
Besonders spürbar sei derzeit zudem die anhaltende Hitze. Gerade ältere Menschen würden bei hohen Temperaturen häufig zu wenig trinken. Die Mitarbeiter des Pflegedienstes müssten deshalb besonders aufmerksam sein und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Gleichzeitig seinen sie selbst durch die hohen Temperaturen belastet. Körperlich anstrengende Pflege, viele Hausbesuche und aufgeheizte Fahrzeuge machten die Arbeit an heißen Tagen zusätzlich schwer.
„Hitze trifft die Pflege gleich doppelt: Sie kann für ältere und pflegebedürftige Menschen schnell zum gesundheitlichen Risiko werden – und sie macht die ohnehin körperlich anspruchsvolle Arbeit der Pflegekräfte noch anstrengender“, sagte Mettenleiter. „Wer bei großer Hitze von Haus zu Haus fährt und dort Menschen versorgt, leistet unter schwierigen Bedingungen sehr verantwortungsvolle Arbeit. Das verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch gute Arbeitsbedingungen.“
Mettenleiter dankte den Beschäftigten der Sozialstation für ihren täglichen Einsatz: „Wir können froh sein, dass so viele engagierte Menschen ambulant und stationär für andere da sind. Gute Pflege braucht aber vor allem eines: Zeit für Menschen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass Zeit für Zuwendung und persönliche Gespräche bleibt. Denn am Ende geht es um etwas, das uns alle betrifft: in Würde alt werden und gut versorgt sein.“



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