Musiker, Grafikdesigner und Maler
Muse macht immer nur eine kurze Pause

Werner Bohnert vor einem Teil seines künstlerischen Schaffens. Vor allem der Pop-Art-Stil hat es ihm angetan.
  • Werner Bohnert vor einem Teil seines künstlerischen Schaffens. Vor allem der Pop-Art-Stil hat es ihm angetan.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Achern. Breite Koteletten und lange Haare: Werner Bohnert aus Achern verkörpert mit seinem Aussehen das typische Bild eines Rockers. "Ich bin ein Woodstock-Kind. Die ganze Atmosphäre dort hat mich einfach infiziert und die Rockmusik hat mich einfach nicht mehr losgelassen." Als ihn dann auch noch ein Mitschüler fragt, ob er in seiner Band nicht Bass spielen wolle, da sei es dann richtig losgegangen mit der Rockmusik, erzählt der heute 67-Jährige.

Bohnert wurde in Sachen Musik aber schon früh geprägt. Der Vater ist Hobbymusiker und spielt in einer Blaskapelle. Alle vier Kinder erhalten eine musikalische Ausbildung. "Das war unseren Eltern sehr wichtig", erzählt Bohnert. Das musikalische Talent wird ihm in die Wiege gelegt. Bohnert lernt Akkordeon und Trompete. Später wird er Flügelhornist in einer Blaskapelle.

Schon in frühen Jahren ist die Musik ein zentraler Bestandteil in Bohnerts Leben. Die Musik zum Beruf zu machen, will er aber dennoch nicht. "Ich hatte nie den Gedanken, ein Musikstudium aufzunehmen", erzählt er. "Ich hatte das Gefühl, dass ich dafür nicht talentiert genug bin", gesteht er. Deshalb lernt er nach der Mittleren Reife etwas "Anständiges" und wird Bauzeichner. So richtig kann er seiner Kreativität dort aber nicht ausleben. "Ich sollte mal eine Brücke im Querschnitt zeichnen", erzählt er lachend, "dabei habe ich mich aber immer vor allem auf das Drumherum konzentriert und ganz tolle Bäume und Häuser gezeichnet." Da sei für ihn klar geworden, dass er etwas Kreatives machen muss. Als er sich mit einem alten Schulkamerad trifft, der Grafikdesign studiert, weiß Bohnert, das ist es. Er zieht nach München und absolviert erfolgreich ein Studium des Grafikdesigns an der staatlichen Grafik-Akademie. Die Musik bleibt aber auch dort sein ständiger Begleiter. Zusammen mit einem Kommilitonen greift er regelmäßig in die Saiten.

Es folgen Jobs unter anderem bei Burda-Moden. In München fühlt er sich auf Dauer nicht wohl. "Die Großstadt war mir einfach zu groß und zu unübersichtlich", sagt er. Außerdem tritt das Musikmachen ein wenig in den Hintergrund. "Da war einfach keine Zeit für eine Bandgründung", erzählt Bohnert. Das Heimweh nagt an ihm und so zieht es ihn zurück nach Achern.

Durch Selbständigkeit sind Ideen realisierbar

Die Bandgründung erfolgt dann wieder zurück in der Heimat und wird eine echte Erfolgsgeschichte. Seit mehr als 35 Jahren rockt die Band "Catfish" die Bühnen der Ortenau – und immer noch in gleicher Besetzung. Das Erfolgsgeheimnis neben dem unverwechselbaren Sound ist vor allem eins: "Wir wollen nur Musik machen. Privates bleibt in der Regel außen vor", erklärt Bohnert, der sich als Grafikdesigner mittlerweile selbstständig gemacht hat. "Mit der Selbstständigkeit konnte ich mir die Zeit selber einteilen und so meinem Hobby als Musiker weiter nachgehen." Mit der Musik und dem Grafikdesign ist Bohnerts kreativer Hunger aber keineswegs gestillt. "Ich habe bereits vor 30 Jahren mit dem Malen begonnen. In den vergangenen zehn Jahren wurde es dann immer intensiver." Und weiter: "Die Kreativität ist in mir, die muss dann auch raus. Und das geht am besten mit der Malerei. Manchmal macht die Muse auch eine Pause, aber allerhöchstens eine Woche", erzählt er lachend.

Seine Bilder – meist Porträts im Pop-Art-Stil – stellt er zunächst in seiner Kneipe "Vigo" aus, die er zusätzlich zu seinen anderem Tätigkeiten von 2003 bis 2018 führt. "Ich habe mit den Pop-Art-Porträts meine Nische gefunden, auf die mich spezialisiert habe", sagt er stolz.

Sein Talent bleibt nicht lange verborgen. Galeristen werden auf ihn aufmerksam und so stellt Bohnert seine Werke auch in Galerien aus. "Momentan ist ein Projekt in Planung, bei dem ich Schwarzwald-Motive für Tiny-Häuser malen soll", erzählt er. Bei seiner künstlerischen Arbeit sei vor allem Andy Warhol eine große Inspirationsquelle gewesen. "Sein Werk hat mich immer fasziniert, aber ich habe dennoch meinen eigenen Stil." Wenn er male, dann könne er immer in eine andere Welt abtauchen. Damit er sich auf sein Bild richtig konzentrieren könne, müsse er aber alleine sein, da er sonst zu sehr abgelenkt würde. "Kreativ tätig zu sein, ist für mein persönliches Wohlbefinden nicht nur wichtig, sondern unabdingbar." M. Kerber

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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