Meister Adebar baut fleißig in Gamshurst – Storchencafé Anfang Juli geplant
Störche erobern Rathaus und Feuerwehrsirene

In Gamshurst fühlen sich Störche sichtlich wohl.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Achern-Gamshurst (rb). Da sind sie wieder und dies in zahlreicher Form: die Gamshurster Störche auf den Dächern des Pfarrhauses, Rathauses, Kirchenschiff und Kirchenturm ziehen wieder alle Blicke auf sich. Meister Adebar ist gerade mächtig beschäftigt, die „Behausung“ herzurichten, zu sanieren, auszubessern aber auch neu zu bauen. Im vergangenen Jahr hatten sich die Störche nicht nur auf Pfarrhaus, Kirche und Kirchenschiff eingenistet, neu kam hinzu, dass zwei Paare sich vorne und hinten auf dem Rathausdach niederließen und erfolgreich den Nestbau mit Kindersegen abschlossen. Interessiert beobachten die Mitarbeiter der Ortsverwaltung sowie Lehrer und Schüler, was die Baumeister in diesem Jahr auf dem Rathaus oder an der angrenzen Grundschule vielleicht machen. Auf jeden Fall hat sich ein Storchenpaar auf der Feuerwehrsirene niedergelassen, in den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob da gebaut wird oder dieser Platz zum Starten, Landen und Beobachten genutzt wird.
Nach einem alten Volksglauben ist dem Hause Glück beschieden, auf dem ein Storch nistet. Wenn dem so ist, wird Gamshurst wohl in diesem Jahr mächtig viel Glück haben. Da darf sich dann Ortsvorsteher Hans Jürgen Morgenstern besonders freuen. Als Ortsvorsteher und Standesbeamter wünscht er bei jeder Trauung auch viel Kindersegen. Was kann also jetzt noch schief gehen, wenn auf dem Rathausdach zwei oder vielleicht sogar drei Nester sind?
Ein Blick zurück zeigt die Entwicklung der Gamshurster Storchenkolonie, die erst in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich zugenommen hat. Im Jahr 2014 waren es „nur“ neun junge Störche, die das Licht der Welt erblickten, im darauffolgenden Jahr gab es dann eine weitere Steigerung. Da waren nämlich gleich acht Paare am Brüten. Diese acht Storchenpaare brachten 17 Jungtiere zur Welt, sechs Jungtiere sind allerdings verendet. Im vergangenen Jahr kam dann ein richtiger „Bauboom“, insgesamt 13 Nester wurden gebaut, 21 Jungtiere erblickten das Licht der Welt, allerdings verendeten auch einige Jungtiere.
Die Bauaktivitäten von Meister Adebar sind nicht immer problemlos. Jedes Jahr muss die Feuerwehrabteilung anrücken und mit der Drehleiter das eine oder andere Nest sowie die Baumaterialien für den Nestbau entfernen und Dachläufe und Dachrinnen von Nestmaterial befreien. So konnte vor drei Jahren sechs Monate lang die Heizung nicht angefahren werden, da ein Storchenpaar sich just auf dem Heizkamin der Kirche breit gemacht hatte. Zwischenzeitlich wurde dort eine Vorrichtung angebracht, um einen künftigen Nestbau zu verhindern. 2015 hat ein weiteres Nest auf dem Kirchenschiff für Schaden gesorgt. Der Dachablauf und die Regenrinnen waren durch das Nestbaumaterial so verstopft, dass das Wasser nicht mehr abfließen konnte. An der Decke des Kirchschiffes konnte man deutliche Wasserflecken sehen. Aber auch für die Gottesdienstbesucher drohten Gefahren, weil es immer schwieriger wurde, die Kirche über den gepflasterten Hauptzugang zu betreten. In luftiger Höhe hatte sich auf der Süd-Ost-Seite des Turms ein Storchenpaar niedergelassen. Die Hinterlassenschaften waren auf dem Boden in einem Umkreis von rund zehn Metern zu sehen. Mehrfach bekam auch die Kleidung der Gottesdienstbesucher „keinen netten Gruß von oben“ ab. Oft gesehene Gäste sind die Störche auch an den Sportanlagen, die Flutlichter bieten willkommene Start- und Landeplätze und gegen Abend, wenn die Sprinkleranlage ihre Arbeit einstellt, gibt es für Meister Adebar leckere Häppchen.
Dass man in Gamshurster Meister Adebar richtig gern hat, offenbarte sich 2015 bei einer ganz besonderen Aktion. Dort wurde am 5. Juli erstmals ein „Storchen-Café“ im Pfarrhof durchgeführt, der Erlös ging an Meister Adebar und wurde zur Beseitigung der Schäden verwendet. Am Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, findet nun das zweite „Storchen-Café“ statt.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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