Lastschriftverfahren im Euroraum vereinheitlicht

SEPA-Überweisung.
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Ortenau. In knapp vier Monaten ist es soweit, dann ist Stichtag für das neue
SEPA-Lastschriftenverfahren. Aber was ist SEPA genau und wen betrifft es?

Die vier Buchstaben stehen für Single Euro Payments Area, einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum. Mit ihm „werden
neue, europaweit einheitliche Verfahren für den bargeldlosen
Zahlungsverkehr wie Überweisungen und Lastschriften eingeführt“, erklärt
John Müller, Leiter Direktvertrieb bei der Volksbank Lahr. Zu den
Neuerungen zählt  in erster Linie, dass Kontonummer und Bankleitzahl
durch IBAN und BIC ersetzt werden. „Zu finden sind die Nummern im
Onlinebankingzugang und auf dem Kontoauszug,“ weiß Harald Kirschner,
Leiter der Abteilung „electronic Banking“ bei der Sparkasse
Offenburg/Ortenau.

Während für Privatpersonen bis zur endgültigen Umstellung noch eine Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016
gilt, sind Unternehmen und Vereine schon ab dem 1. Februar 2014
betroffen. Müller warnt: „Firmen, die Lastschriften einziehen, müssen
sofort handeln. Die Änderungen greifen teilweise tief in die Prozesse
der Buchhaltung ein und eine Umstellung ist nicht an einem Tag
geschafft.“

Eine Erfahrung, die derzeit auch beim Stadtanzeiger-Verlag gemacht wird. „Die Umstellung ist für uns ein großer Arbeitsaufwand, der nicht gerechtfertigt ist. Bis alle nötigen
Änderungen vorgenommen worden sind, vergehen sicherlich noch drei
Monate“, erklärt Geschäftsführerin Isabel Obleser.

Neben Firmen sind auch zahlreiche Vereine betroffen. Für beide gilt: Um zu Beginn des
kommenden Jahres eine Lastschrift einreichen zu können, benötigen sie
neben BIC und IBAN des Mitgliedes auch eine sogenannte
Gläubigeridentifikationsnummer. Diese erhält man von der deutschen
Bundesbank. „Das ist eine Grundvoraussetzung, ohne die nichts geht“, so
Kirschner. „Die Nummer kann nur online beantragt werden. Mit ihr geht
man dann zu seiner Bank und schließt dort eine neue Inkassovereinbarung ab.“

Um eine Lastschrift dann aber auch wirklich einziehen zu können, muss an jeden Zahler eine sogenannte Mandatsreferenz, eine Art
Kundennummer, vergeben werden. Mandatsreferenz und
Gläubigeridentifikationsnummer bilden das  SEPA-Mandat, über das per
Brief informiert werden muss. Durch seine Unterschrift bestätigt das
Mitglied oder der Kunde, dass der Betrag auch weiterhin per Lastschrift
abgebucht werden darf. Erfolgt der Einzug ohne Mandat, kann der Zahler
innerhalb von 13 Monaten die Erstattung des Betrags verlangen.

Viel Aufwand, um einen einheitlichen Zahlungsverkehr zu erreichen. Zuviel,
findet Corinna Klausmann. Die Kassenwirtin ist ehrenamtlich bei der
Trachten- und Volkstanzgruppe in Hausach tätig. „Die Mandate neben Beruf
und Familie einzuholen, das ist schon ziemlich zeitaufwändig.“ Auch
Alfred Armbruster, Kreisgeschäftsführer des DRK Kehl, sieht den hohen
Arbeitsaufwand: „Zunächst ist es nicht billig unser
Mitgliederverwaltungsprogramm umzustellen. Die Kosten belaufen sich auf
etwa 2000 Euro.“

Auf das Einholen der Mandate von bestehenden Vereinsmitgliedern verzichtet er ganz. „Lastschriftmandate holen wir nur
von Neumitgliedern ein, der Aufwand alle derzeit Aktiven per Brief zu
informieren, ist zu groß“, erklärt er „Wenn es soweit ist, informieren
wir über die Änderung in der Presse.“ Einem Einspruch der Mitglieder
gegen den Lastschrifteinzug wegen fehlendendem Mandat sieht er gelassen
entgegen „Die Mitglieder könnten jetzt ja auch schon Einspruch erheben,
das ist nichts Neues. Mit den Briefen würden wir nur Verunsicherungen
hervorrufen, gerade bei den älteren Mitgliedern. Wir wollen ihnen die
Umstellung so einfach wie möglich machen.“

Autor: Laura Bosselmann

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