Ortenauer Narrenbund will sich die Feierkultur an Fasnacht nicht nehmen lassen

V.l.: Timo Glowig (Bundespolizei), Heinz Rith (Polizei Achern), Peter Dieterle (Polizeipräsidium Offenburg) sowie Matthias Drescher und Rainer Domfeld (ONB).
  • V.l.: Timo Glowig (Bundespolizei), Heinz Rith (Polizei Achern), Peter Dieterle (Polizeipräsidium Offenburg) sowie Matthias Drescher und Rainer Domfeld (ONB).
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Ortenau. Rund 300 Jugendliche randalierten beim Nachtumzug in Ottersweier-Unzhurst (wir
berichteten). Das sorgt für Verunsicherung bei Veranstaltern und
Freunden der Narretei. Vermutlich haben sich die Krawallmacher im
Vorfeld vor allem über „WhatsApp“ verabredet, um die Veranstaltung in
Unzhurst aufzumischen. Auch beim närrischen Wochenende in
Hohberg-Niederschopfheim kam es zu hässlichen Vorfällen,
glücklicherweise bei weitem nicht in dem Ausmaß wie im Norden.

„Wir dürfen uns nicht die Feierkultur nehmen lassen“, so Rainer Domfeld,
Präsident des Ortenauer Narrenbunds (ONB) bei einer Pressekonferenz am
gestrigen Dienstagabend in Achern. Wie er betonte, muss man mit solchen
Chaoten bei jeder Veranstaltung rechnen, nicht nur an Fasnacht. Dies
wurde von den anwesenden Vertretern der Polizei, „Hästräger gegen
Gewalt“ sowie dem Landratsamt Rastatt bestätigt. Die Unzhurster
Narrenzunft „Himbeergeister“ hatte ihre Hausaufgaben im Vorfeld wohl
gemacht. Wie Polizeirat Peter Dieterle jedoch betonte: „Man kann keine
Vollkasko liefern.“ Die bestehenden Konzepte wie das bekannte
„Fair-Fest“ hätten sich trotzdem bewährt. Die Polizei informiere und
unterstütze hier gerne. Der Acherner Revierleiter Heinz Rith rät
Veranstaltern, im Vorfeld Facebook zu beobachten und bei Bedarf sofort
Alarm zu schlagen.

Dass Zünfte sensibilisiert sind, bestätigte Klaus Keller, Chef des gleichnamigen Sicherheitsdienstes aus
Schutterwald, auf Anfrage des Stadtanzeigers: „Bei uns gab es nach den
Vorfällen in Unzhurst Anfragen von verunsicherten Vereinen, die zuerst
überlegt hatten, ohne Sicherheitsdienst zu operieren.“ Er findet es
bedauerlich, dass die Leidtragenden der Randale die Vereine sind und die
Festkultur. „Hier müssen die staatlichen Stellen aktiv werden. Die
Polizei muss härter durchgreifen können.“ Keller hält es zudem für
wichtig, dass die Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen neu
aufgenommen werden: „Der unkontrollierte Alkoholkonsum spielt sich
meistens nicht in den Hallen oder beim Umzug ab, sondern im Umfeld. Wenn
man dann hört das 13- und 14-Jährige in Unzhurst dabei waren, suche ich
die Verantwortung auch bei den Eltern.“

Betroffen über die Ereignisse in Unzhurst sind ebenfalls die Mitglieder des Fördervereins
Kehler Fastnacht (FKF). Bezüglich ihres Narrendorfes am Samstag und dem
großen Umzug am Sonntag in Kehl erklärte Stefan Kaiser vom FKF gegenüber
dem Stadtanzeiger: „Das Sicherheitskonzept wurde eng mit Polizei und
Stadt abgestimmt. Die Polizei ist mit vielen Einsatzkräften vor Ort. Wir
selbst haben am Sonntag zirka 100 Ordnungskräfte im Einsatz. Diese
sichern die Absperrungen, die Umzugsstrecke sowie das Narrendorf. Die
Sicherheit der Besucher sowie der Jugendschutz liegen uns sehr am
Herzen.“ Nach den Ereignissen in Unzhurst werde der FKF noch einmal mit
der Polizei Rücksprache halten und zudem die Ordner für mögliche
Gefahren sensibilisieren. „Unter Umständen wird nach Absprache mit der
Polizei an Brennpunkten die Ordneranzahl verstärkt beziehungsweise dort
besonders geschulte Ordner eingesetzt“, so Stefan Kaiser.

Autor: ag/gro/mgs

Autor:

dtp02 dtp02 aus Offenburg

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