Eine Tour in eine vergangene Zeit
Der Kasematten Weg beim Ort Boofzheim
- Gleich zu Beginn des Kasematten-Weges befindet sich eine größere Kasematte. Diese diente den französischen Truppen als sogenannter Übertragungs-Kommandoposten zur Übermittlung von Nachrichten, und in ihr konnten sich bis zu 24 Soldaten aufhalten.
- Foto: Alfred Schramm
- hochgeladen von Alfred Schramm
Im Elsass gibt es viele militärhistorische Orte und Museen zu besichtigen, zum Beispiel das Fort de Mutzig – Feste Kaiser Wilhelm II bei Mutzig oder das Musée Mémorial Walbourg 1870–1945 bei Walbourg. Wer kennt jedoch schon den nahe bei Boofzheim gelegenen, sogenannten Chemin des casemates (Kasemattenweg)? Wahrscheinlich die wenigsten!
Diesen Weg mit seinen Bunkergebäuden, die einst zur zwischen 1930 und 1940 errichteten Maginot-Linie gehörten, habe ich vor einiger Zeit aufgesucht.
Bei diesen Bauwerken handelt es sich um gut erhaltene, begehbare Überreste einer ehemals großen Anzahl von Kasematten verschiedener Baugrößen der sogenannten Rheinfront, im Festungssektor Bas-Rhin. Ihre Aufgabe war die Absicherung des französischen Rheinufers und dessen Hinterland, falls deutsche Armeen den Rhein überqueren wollten, was auch am 15. Juni 1940 geschah, als deutsche Truppen das Feuer auf die französischen Uferbunker eröffneten und dann mit Sturm- und Schlauchbooten unter heftigem französischem Abwehrfeuer den Rhein bei Rhinau überquerten.
Was die Begehung des Kasemattenwegs betrifft: Man kann sich an der am Anfang des Pfades stehenden Hinweistafel mit der Wegdarstellung informieren.
Am Beginn des ca. 2,5 Kilometer langen Weges befindet sich eine große Kasematte (1), die als Übertragungs-Kommandoposten für die Übermittlungen an die Infanterie- oder Artilleriewerke genutzt wurde. Im weiteren Verlauf der Begehung gibt es drei sogenannte Pionier-Kasematten (2, 4, 5), die für die Unterbringung von Infanteristen und Pionieren gedacht waren, sowie eine Flugabwehr-Kasematte (3) und die Reste eines Geschützturms (6) zu betrachten.
Was die Zeit der Besichtigung betrifft, hängt diese natürlich von der persönlichen Verweildauer bei den Objekten ab. Da man die Räume der Kasematten besichtigen kann, ist das Mitnehmen einer Taschenlampe sinnvoll. Gutes Schuhwerk empfiehlt sich.
Der Kasematten-Pfad befindet sich etwas außerhalb von Boofzheim in der Chem. Am Allach bei der Ferme Durr. Parkmöglichkeiten sind dort vorhanden.
Die Anfahrt nach Boofzheim erfolgt über die Orte Plobsheim, Gerstheim und Openheim. Sollte die Rheinfähre in Betrieb sein kann man über Kappel-Grafenhausen, Rhinau nach Boofzheim fahren.
Mein Fazit:
Für alle, die sich für die Bauwerke der Maginot-Linie interessieren, lohnt sich eine Besichtigung dieser Objekte.





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