Vegetationspflege Sundheimer Grund
Baumfällungen schaffen Lebensraum

Kehl (st) Spaziergänger im Sundheimer Grund haben in den vergangenen Wochen sichtbare Veränderungen an der Vegetation bemerkt. Im Bereich des Bolzplatzes am Kronenhof sowie entlang des Naturlehrpfads musste aus zwei Gründen mehr als üblich eingegriffen werden: Für eine Kabelverlegung durch das E-Werk waren Wegebaumaßnahmen notwendig. Außerdem wurden nach der Trockenheit der vergangenen Jahre dürre Äste und standunsichere Bäume entfernt, um Waldbesuchern einen erholsamen Spaziergang mit einer gesunden Heimkehr zu ermöglichen. Starke Rückschnitte waren die Folge, mehrere Bäume wurden gefällt – darunter auch einige ältere Pappeln, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt Kehl.

Positive Entwicklungen

Trotz des bedauerlichen Verlusts dieser Bäume sieht Revierförster Markus Gutmann auch positive Entwicklungen. „Nun gelangt wieder mehr Sonnenlicht an den Boden – davon profitieren lichtliebende Tierarten, wie Blindschleichen sowie Grün- und Grauspechte“, erklärt er. Bereits in zwei bis drei Jahren könnten die Sträucher wieder so dicht gewachsen sein, dass sie erneut als Vogelbiotop dienen. Denn mit der Zeit verändere sich die Artenzusammensetzung – lichtarme Bereiche würden dann zunehmend von sogenannten Dunkelwaldbewohnern besiedelt, wie von Buntspecht, Bechsteinfledermaus und Eichelhäher. Am Bolzplatz sollen nach dieser Vegetationsperiode, je nach Entwicklungsstand, vereinzelt Sträucher nachgepflanzt werden. Das war bisher nicht möglich: Durch die Fällarbeiten und die Brennholzaufarbeitung im Sundheimer Forst lag noch zu viel Holz im Gelände, sodass junge Pflanzungen beschädigt worden wären.

Selbstregeneration

Auch am Naturlehrpfad hat die Holzentnahme für eine vorteilhafte Lichtsituation und für den Erhalt eines kühl-feuchten Waldklimas gesorgt, die eine natürliche Ansamung und Verjüngung des Waldes begünstigen. Markus Gutmann geht davon aus, dass keine zusätzlichen Nachpflanzungen erforderlich sein werden – das Gebiet könne sich von selbst regenerieren. „Wir beobachten die Entwicklung genau und bewerten je nach Vegetationsperiode neu, ob eine behutsame Unterstützung nötig ist“, erklärt der Förster.

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