Oberbürgermeister Vetrano äußert Unverständnis
CDU stellt EU-Sitz Straßburgs infrage

Toni Vetrano

Kehl (st). Oberbürgermeister Toni Vetrano unterstützt Straßburg erneut im Kampf um den Sitz des EU-Parlaments in Straßburg: In einem Schreiben an die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer betont er die Bedeutung des Parlamentssitzes für Straßburg und für Kehl und bittet sie, ihre Argumente für eine Konzentration auf Brüssel noch einmal zu überdenken.

„Straßburg und Kehl sind der Grenzraum, in dem die Abgeordneten des Europäischen Parlaments direkt erleben (können), welche Auswirkungen ihre Beschlüsse in der Praxis haben – nicht umsonst wird unser gemeinsamer Lebensraum häufig als Labor Europas bezeichnet; nicht umsonst steht auf den Tramzügen auf der grenzüberschreitenden Linie: ,Wir leben Europa'“, schreibt Vetrano 

Im Juni 2018 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Bemerkung für Aufregung in der französischen Nachbarstadt gesorgt, die dort als Bekenntnis für Brüssel und gegen den Parlamentssitz in Straßburg gewertet worden war. Damals hatte sich OB Vetrano mit einem Plädoyer für Straßburg an den Wahlkreisabgeordneten und Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble gewandt.

Nachdem die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer das Thema wieder aufgenommen hat, hat er vergangene Woche sein Unverständnis in einem Brief zum Ausdruck gebracht: Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments „sind bei uns sichtbar: Sie wohnen in Kehler und Straßburger Hotels, sie kaufen auf beiden Rheinseiten ein, sie frequentieren die Gastronomie in Straßburg und in Kehl und in weiten Teilen der Ortenau“, schreibt Toni Vetrano.

Durch Straßburg positives Bild von EU

Abgeordnete säßen in Begleitausschüssen von grenzüberschreitenden Einrichtungen in Kehl, würden mit den Schwierigkeiten konfrontiert, die den Menschen begegneten, die hier einen grenzüberschreitenden Alltag lebten, führt er aus. Straßburg und das Europäische Parlament gäben für die Bürger ein positives Bild von Europa ab, während Brüssel eher mit europäischer Bürokratie gleichgesetzt werde.

„Ich schreibe Ihnen all das, weil wir unseren französischen Freunden in unserer tagtäglichen Zusammenarbeit nicht vermitteln können, dass wir in Deutschland zum einen von deutsch-französischer Freundschaft sprechen, den Elysée-Vertrag erneuern, auf grenzüberschreitende Kooperation setzen und zum andern den Sitz des Europäischen Parlaments in der Europastadt Straßburg infrage stellen“, schreibt Toni Vetrano laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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