Raimund Fiehn verlässt Kirchengemeinde in Richtung Lahr
"Die Dinge, die ich in Kehl vermissen werde"

Der Schlüssel passt noch: Raimund Fiehn verabschiedet sich am Sonntag aus Kehl und wechselt nach Lahr.
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Kehl (gg). Gegen Ende des Monats September werden Kehls scheidender Christus- und Friedenskirchen-Pfarrer Raimund Fiehn nebst Gattin Mieter in Lahr-Mietersheim sein. Denn das Pfarrhaus seiner neuen Pfarrstelle in der Martinsgemiende Lahr sei noch nicht durch den "Pfarramts-TÜV gekommen" und wird wohl noch ein Weilchen radikalsaniert. Die Hoffnung bleibt, dass dann bis Ende März Umzug Nummer zwei bei den Fiehns auf der Agenda steht: ins frisch renovierte Pfarrhaus in Lahr.

Einer wie du und ich

Fien, Jahrgang 1961, ist einer wie du und ich. Mit gelbem T-Shirt und Dreiviertelhose empfängt er zum Kehl-Abschiedsgespräch. Eigentlich sieht er nicht aus wie ein Hochwürden und – das vermittelt er auch – möchte er es auch gar nicht. Schlicht ist er und zurückhaltend, genau so wie seine Christuskirche-Umbauvorstellungen, aber durchaus auch sehr gesprächig.

Geplaudert wird über seine – und die seiner Frau – Allmansweierer Herkunft und seine Theologen-Karriere, die vor exakt 30 Jahren in Wertheim im nördlichsten Zipfel Badens begann, sich im tiefen Süden Badens am Bodensee in Konstanz fortsetzte und ihn schließlich in die Südbadenmetropole Freiburg, exakt in den im Rieselfeld neu enstehenden Stadtteil, und schließlich dann 2013 nach Kehl verschlagen hatte. Freiwillig, versteht sich.

Die Kehler Pfarrer Arno Knebel und Ulrich Henze gingen und so galt es, gleichzeitig zwei Kehler Pfarrstellen zu besetzen Die Christus- und die Friedenskirche zum einen und die Martin-Luther- und die Johanniskirche zum anderen. Fritz Wenzler, seit zwei Jahren bereits im Ruhestand, übernahm dann letztere und Raimund Fiehn, aus Freiburg mit Auf- und Umbau von klerikalem Besitztum erfahren, übernahm die Friedenskirche und zudem die Christuskirche, bei der auch große bauliche Veränderungen angestanden und wohl auch längst überfällig waren.

Ohne seinen höchst kompetenten und "super funktionierenden Bauausschuss" wäre er wohl des Öfteren ins Grübeln gekommen, Fiehns Umbau-Credo, alles möge schlicht und zurückhaltend sein, wurde von diesem Ausschuss geteilt und umgesetzt. Und so sind die von einigen Christuskirche-Schäfchen liebgewonnene Bilder bis heute eingelagert und warten auf von Fiehns Nachfolger flankierte Kirchengemeinderats-Entscheidung, ob die nun eingemottet bleiben oder wieder zurück ins Gotteshaus verbracht werden sollen.

"Der Kirchenraum soll unterschiedlich nutzbar sein", sagt Fiehn, "und es ist gut, Gottesdienste außerhalb des Kirchenschiffs, etwa auf dem Sundheimer Dorfplatz an Heiligabend, in der Feldscheune oder auf dem Campingplatz abzuhalten."

Und was hat ihn nun aus Kehl weggetrieben, etwa der sture Hanauer Dickschädel? Er erwidert lächelnd: "Überall gibt es solche und solche!" Die Gründe für seinen Abschied aus Kehl sind absolut nachvollziehbar: Erstens habe der inzwischen 58-Jährige bereits bei seinem Stellenantritt in Kehl gesagt, er wolle sich in seinem Berufsherbst noch einmal verändern und zweitens leben in Almannsweier seine weit über 80-jährigen Eltern und die Schwiegermutter.

Sein Nachfolger möge "offen und vorurteilsfrei auf die Menschen zugehen und ihnen zuhören können". Und genau das ist auch sein Credo für seinen wohl letzten Berufsabschnitt in Lahr.

Gottesdienst am Sonntag

Verabschiedet wird Pfarrer Fiehn, der die nächsten Wochen noch zwischen Kehl und Lahr pendeln wird, am Sonntag, 8. September, ab 14 Uhr in einem vom Männertreff und ihm gestalteten Gottesdienst. "Und der Männertreff", der sich in seinem Kirchspiel aus Leuten mit guten Ideen rekrutiert hatte, "gehört mit zu den Dingen, die ich hier vermissen werde", erklärt Raimund Fiehn.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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