Podiumsdiskussion in der Hochschule Kehl
Europa beginnt im Landkreis

Teilnehmer der Podiumsdiskussion in der Hochschule Kehl: Rektor Prof. Dr. Joachim Beck, Landrat Thorsten Erny, Norbert Lins, MdEP, Prof. Dr. Annegret Eppler, Jan Molzbgerger, Leiter des Europabüros der baden-württembergischen Kommunen und Andra Hahn, Vorsitzende der AG Europabeauftragte der Landkreise in Baden-Württemberg | Foto: Laura Fäßler/Landratsamt Ortenaukreis
  • Teilnehmer der Podiumsdiskussion in der Hochschule Kehl: Rektor Prof. Dr. Joachim Beck, Landrat Thorsten Erny, Norbert Lins, MdEP, Prof. Dr. Annegret Eppler, Jan Molzbgerger, Leiter des Europabüros der baden-württembergischen Kommunen und Andra Hahn, Vorsitzende der AG Europabeauftragte der Landkreise in Baden-Württemberg
  • Foto: Laura Fäßler/Landratsamt Ortenaukreis
  • hochgeladen von Christina Großheim

Kehl (st) Europa entsteht nicht nur in Brüssel – sondern auch vor Ort in den Landkreisen. Diese zentrale Botschaft zog sich durch die Podiumsdiskussion „Studium trifft Praxis: Mit kommunaler Europaarbeit zu europäischer Stärke“, die am 18. Mai 2026 an der Hochschule Kehl stattfand. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse bei Studierenden, Fachpublikum und interessierten Bürgern, schreibt die Hochschule Kehl in einer Pressemitteilung.
Im Laufe des Abends wurde deutlich, dass europäische Politik nicht nur auf Ebene der Europäischen Union stattfindet, sondern wesentlich durch die Arbeit vor Ort geprägt wird. Landkreise übernehmen dabei eine zentrale Rolle, indem sie europäische Vorgaben anwenden, EU-Förderprogramme umsetzen, Partnerschaften pflegen und europäische Themen in die kommunale Praxis übersetzen. Die Perspektive und Bürgernähe der Landkreise leisten dabei einen wichtigen Beitrag, indem sie Rückmeldungen aus der Praxis in europäische Entscheidungsprozesse einbringen und so zur Umsetzbarkeit und Wirksamkeit von EU-Initiativen beitragen.

Podiumsdiskussion

Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Keynote von Prof. Dr. Beck, Rektor der Hochschule Kehl, der die Bedeutung der kommunalen Europaarbeit für die Studierenden der Hochschule hervorhob „Die kommunale Europaarbeit ist längst kein Randthema mehr, sondern gehört heute zum Kern moderner Verwaltung. Deshalb ist es uns wichtig, unseren Studierenden frühzeitig die europäische Dimension kommunaler Verwaltung zu vermitteln und sie auf eine vernetzte, internationale Verwaltungspraxis vorzubereiten.“
Im anschließenden Podium diskutierten Norbert Lins, Mitglied des Europäischen Parlaments, Thorsten Erny, Landrat des Ortenaukreises, Andrea Hahn, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Europabeauftragten der Landkreise in Baden-Württemberg und Prof. Dr. Joachim Beck über aktuelle Herausforderungen und Chancen der kommunalen Europaarbeit. Im Fokus standen unter anderem die Umsetzung der EU-Kohäsionspolitik, die Erwartungen der baden-württembergischen Landkreise an die Europäische Union sowie die konkreten Handlungsmöglichkeiten der kommunalen Ebene. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Annegret Eppler, Professorin für Öffentliches Recht und Europarecht sowie Inhaberin eines Jean Monnet Chairs an der Hochschule Kehl, und Jan Molzberger, Leiter des Europabüros der baden-württembergischen Kommunen, die die unterschiedlichen Perspektiven aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft zusammenführten.

Starke Regionen

Zu Beginn der Diskussion machte Landrat Erny deutlich, wie wichtig die EU gerade für Grenzregion sei: „Im Ortenaukreis ist die Europaarbeit geprägt durch die unmittelbare Nähe zu Frankreich – beim Einkaufen, Arbeiten oder beim Schüleraustausch. Das gelebte Europa ist daher ein zentrales Element des täglichen Lebens, das sich insbesondere in unserer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit widerspiegelt.“ Im Hinblick auf die EU-Kohäsionspolitik betonte Norbert Lins: "Europa braucht starke Regionen statt Zentralisierung. Fördermittel müssen direkt vor Ort für Planungssicherheit, Zusammenhalt und die Zukunft des ländlichen Raums wirken." Dies bestätigte auch Andrea Hahn: „Europa wird vor Ort konkret – EU-Programme stärken insbesondere auf Ebene der Landkreise unsere Wettbewerbsfähigkeit. Sie unterstützen Unternehmen bei Innovation und Transformation. An den Hochschulen wird Forschung und Entwicklung vorangetrieben. Auch der ländliche Raum und die Zivilgesellschaft werden gezielt gefördert.“
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie das Studium auf Tätigkeiten im Bereich der Europaarbeit vorbereitet und welche Kompetenzen künftig gefragt sind. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere interdisziplinäres Denken und ein Verständnis für politische Zusammenhänge im europäischen Kontext an Bedeutung gewinnen. Die anschließende Fragerunde zeigte das große Interesse des Publikums: Zahlreiche Beiträge griffen die diskutierten Themen auf und vertieften den Austausch zwischen Podium und Teilnehmenden. Besonders die praxisnahen Einblicke wurden von den Teilnehmenden positiv hervorgehoben. Die Veranstaltung machte deutlich: Europas Stärke entsteht nicht zuletzt durch das Zusammenspiel aller politischen Ebenen – und beginnt ganz konkret in den Landkreisen vor Ort.

Hintergrund

Die Podiumsdiskussion wurde im Rahmen der Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft der Europabeauftragten der Landkreise in Baden-Württemberg organisiert, die am 18. und 19. Mai 2026 an der Hochschule Kehl stattfindet. Veranstalter sind neben der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl das Landratsamt Ortenaukreis sowie der Landkreistag Baden-Württemberg. Im Rahmen der zweitägigen Arbeitstagung wurde unter anderem die Europakonzeption des Landkreises Böblingen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit des Ortenaukreises vorgestellt und über aktuelle Forschungsergebnisse zur Europaarbeit der Landkreise diskutiert. Ferner standen aktuelle landkreisrelevante EU-Themen im Mittelpunkt. Ein besonderer Programmpunkt im Rahmen der diesjährigen Arbeitstagung war der Besuch des Europäischen Kompetenzzentrums für grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Kehl am 19. Mai. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie in die Arbeit des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, des Euro-Instituts, der Infobest Kehl/Strasbourg sowie des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz e.V.

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