Niedrigwasser im Rhein
Weniger Waren werden im Hafen umgeschlagen

Mit bis zu einem Drittel weniger an Ladung kommen die Schiffe in den Kehler Hafen.
  • Mit bis zu einem Drittel weniger an Ladung kommen die Schiffe in den Kehler Hafen.
  • Foto: Hafenverwaltung Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (rek). "Die Durststrecke hat Mitte Juni begonnen", erklärt Jürgen Preiß für die Kehler Hafenverwaltung. Während sich der Pegelstand des Rheins bei der Kehler Messstelle bei zwei Meter befindet, ist die Situation weiter im Norden noch dramatischer: Bei Mannheim zeigt der Pegel weniger als einen Meter an. Der Grund dafür, dass der Oberrhein trotz fehlender Niederschläge relativ viel Wasser führt, sind die Staustufen bei Gambsheim und Iffezheim.

95 Prozent der Waren im Kehler Hafen kommen aus dem Norden oder werden nach dort verfrachtet, erklärt Preiß, dass dennoch auch der Kehler Hafen unter dem Niedrigwasser leidet. Dagegen sei der Warenumschlag zwischen Basel und Kehl eher gering. "Schiffe bringen nur noch einen Bruchteil dessen, was sie laden könnten", gibt Preiß die Situation wider. Statt der möglichen 2.000 Tonnen würden Schiffe nur noch rund ein Drittel ihrer Kapazitäten nutzen. "Die Firmen im Kehler Hafen wechseln für ihren Transport auch auf die Bahn oder den LKW um", erklärt Preiß. Daher sei es von Vorteil, dass im Hafen insgesamt 43 Kilometer an Gleisen verlegt seien und alle wichtigen Unternehmen über einen eigenen Gleisanschluss verfügen. Vielfach sei der LKW keine Alternative, da für eine Schiffsladung eine enorme Anzahl von ihnen nötig wäre. Daher seien die wasserseitigen Umschlagzahlen in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen.

Auch der Bodensee gibt aufgrund der lang anhaltenden Trockenphase deutlich weniger Wasser in den Rhein. Es bedürfe starker Regenmengen, um den Wasserstand im Rhein wieder zu normalisieren, dass sich die Situation in absehbarer Zeit nicht grundlegend verändern werde.

Im vergangenen Jahr lag die umgeschlagene Warenmenge der angelaufenen 3.604 Schiffe im Kehler Hafen deutlich über vier Millionen Tonnen. Fast zwei Drittel nahmen dabei Eisen- und Stahlwaren ein. Welche Auswirkungen die seit Monaten andauernde Sondersituation auf die Umschlagzahlen haben wird, dazu kann Preiß zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen.

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