Eine Frage, Herr Schaffhauser
Kulturangebot in Digitalform

Julien Schaffhauser

Das kulturelle Leben nimmt nach der Corona-Zwangspause in Kehl wieder Fahrt auf. Als erste städtische Veranstaltung fand gestern ein Poetry-Slam via Livestream statt. Dazu Programmplaner Julien Schaffhauser im Gespräch mit Daniela Santo.

Hat man in Kehl im Bereich Kultur schon Erfahrungen mit Livestreams?
Ja, wir haben bereits im vergangenen Jahr als Reaktion auf den ersten Lockdown mehrere Livestreams veranstaltet, damals in Kooperation mit dem Juke Kehl, den Digitallotsen der Stadt sowie dem Streamingverbund "United We Stream Oberrhein", in dem sich knapp 30 Kultureinrichtungen von Freiburg bis Karlsruhe für Livestream-Veranstaltungen und Spendensammlungen organisiert haben. Das Format hieß "Kulturhaus On Air".

Wie nehmen die Künstler und das Publikum dieses Veranstaltungsformat an?
Die Künstler und Künstlerinnen sind sehr froh über die Auftrittmöglichkeit, wenngleich sich ein Livestream nicht mit einer klassischen Präsenzveranstaltung vergleichen lässt. Das Auftreten vor leeren Rängen und vor einer Kameralinse war für einige Künstlerinnen und Künstler anfangs ungewohnt. Der Online-Applaus und das Feedback des Publikums wirkten jedoch sehr beflügelnd. Das Publikum ist dankbar für die digitalen Kulturangebote. Ich glaube, das zeitgleiche Erleben, wenn auch nur digital, verbindet und ist ein gutes Mittel gegen Einsamkeit.

Sind Livestreams nur etwas für das junge Publikum?
Wenn "jung" bedeutet, aufgeschlossen für Neues zu sein, Dinge auszuprobieren und sich für frische Impulse begeistern zu können, dann lautet die Antwort ja. Das Alter spielt generell in der Kultur eine untergeordnete Rolle. Wer sich als nicht technikaffin genug einschätzt, um unsere Livestreams mitzuverfolgen, kann sich direkt an das Kulturbüro wenden. Wir helfen gerne.

Wie war die Resonanz bei den Anmeldungen für den Poetry Slam im Vorfeld?
Die Resonanz war anfangs etwas verhalten; der Ticketverkauf ist zögerlich gestartet. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Präsenzveranstaltungen haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Ticketkauf bei Livestreams sehr viel kurzfristiger stattfindet. Innerhalb der letzten Tage hatte dieser deutlich angezogen, wir waren dann schon zufrieden mit dem Vorverkauf. Der Hunger auf Kultur ist definitiv spürbar. Wir geben unser Bestes, unter den derzeitigen Umständen Kultur machen zu können.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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