Großeinsatz im Kehler Hafen
Feuerwehr löscht brennende Sojabohnen

Soja in den Silos des Raiffeisen-Kraftfutterwerks brannte.
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Kehl (st). Zu einem Großeinsatz ist die Kehler Feuerwehr in den frühen Morgenstunden am Donnerstag, 1. Oktober, ins Hafengebiet gerufen worden. Sojabohnen brannten in einem Silo des Raiffeisen-Kraftfutterwerks und forderten neben den Einsatzkräften aus der Kernstadt auch Löschkräfte aus den Ortschaften Auenheim, Leutesheim, Bodersweier, Zierolshofen, Kork sowie aus den Nachbargemeinden Oberkirch und Willstätt. Brandursache war voraussichtlich ein technischer Defekt in einer Trocknungsanlage. Verletzt wurde niemand.

Bis zu 67 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz

Starke Rauchentwicklung machte Mitarbeitende des Kraftfutter-Herstellers auf das Feuer aufmerksam. In den Anlagen, in denen Sojabohnen verarbeitet werden, sitzen Sensoren und messen die Temperatur. Übersteigt diese einen kritischen Schwellenwert, schlagen die Sensoren Alarm. So geschehen am Donnerstagmorgen gegen 1.20 Uhr. Mitarbeitende sahen daraufhin nach dem Rechten und bemerkten dichten Qualm, der durch das turmhohe Silo zog und übers Dach ins Freie trat.

Daraufhin wurde die Freiwillige Feuerwehr Kehl alarmiert. Die Produktionsmaschinen wurden angehalten, sodass Löschkräfte unter schwerem Atemschutz den Brandherd in Augenschein nehmen konnten und die Brandbekämpfung aufnahmen. Vier sogenannte Trupps mit je acht Einsatzkräften waren auf vier Stockwerken im Einsatz und hielten den Brand mit Strahlrohren in Schach. Dadurch konnte verhindert werden, dass sich das Feuer auf weitere Etagen ausbreitete.

„Nach knapp einer Stunde hatten wir die Situation komplett im Griff“, berichtete Feuerwehrkommandant Viktor Liehr. Vollständig gelöscht war der Brand damit jedoch noch nicht: weil es sich bei der Trocknungsanlage um ein geschlossenes System handelt, waren die Flammen nicht an allen Stellen zugänglich. Gemeinsam mit Werksangehörigen des Raiffeisen-Kraftfutterwerks wurde das Silo entleert. Die glimmenden und glühenden Sojabohnen rieselten aus der Anlage heraus, wobei immer wieder Glutnester zum Vorschein kamen, die dann von der Feuerwehr abgelöscht werden konnten.

„Das Ablassen ist sehr zeitaufwändig“, erklärte Viktor Liehr. Allerdings könne nur so jedes Glutnest ausfindig gemacht werden. Gegen 9 Uhr war der Einsatz beendet und die Löschkräfte konnten wieder abrücken. Aufgrund der sehr dynamischen und unübersichtlichen Lage zu Beginn des Einsatzes wurden zur Unterstützung die Abteilungen Auenheim, Leutesheim, Bodersweier-Zierolshofen und Kork nachalarmiert. Hinzu kamen die Feuerwehren aus Oberkirch mit ihrer Drehleiter und aus Willstätt zur gemeinsamen Führungsunterstützung. Zu Spitzenzeiten waren 67 Einsatzkräfte und 20 Fahrzeuge im Einsatz. Außerdem waren der Rettungsdienst, später der DRK-Kreisverband sowie die Polizei und die Hafenverwaltung vor Ort.

„Wir haben zusätzlich ein neues Konzept erprobt“, berichtete Feuerwehrkommandant Viktor Liehr. An der Einsatzstelle wurde ein sogenannter Ersatzkleidungspool eingerichtet. Dieser habe den Vorteil, dass die Feuerwehrmänner und -frauen sofort wieder einsatzbereit seien und nicht warten müssten, bis ihre Schutzkleidung aus der feuerwehreigenen Reinigung kommen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: „Wir lassen den Schmutz an der Einsatzstelle und tragen ihn nicht in die Wache“, erläutert Viktor Liehr.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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