Weihnachtsmärkte sind bei Tätern beliebt
Dichtes Gedränge ist eine Spielwiese für Taschendiebe

Die Enge auf den Weihnachtsmärkten nutzen Diebesgruppen gerne für ihren Griff nach den Wertsachen der Besucher.
  • Die Enge auf den Weihnachtsmärkten nutzen Diebesgruppen gerne für ihren Griff nach den Wertsachen der Besucher.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Ortenau (dh). Gemeinsam mit Freunden wird der Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt angesteuert. Als es ans Bezahlen geht, hilft auch das mehrfache Nachsehen in der Handtasche nicht: Der Geldbeutel ist weg. Taschendiebstahl gehört zu den häufigen Delikten. Und das, obwohl die polizeiliche Kriminalstatistik nur den Diebstahl aus am Körper getragenen Taschen zum Taschendiebstahl rechnet.

"Die Anzahl der Taschendiebstähle ist rückläufig. Im Jahr 2016 wurden 378 Delikte erfasst, im Jahr 2015 waren es 413. Zu diesem Jahr lässt sich noch nichts sagen", sagt Pressesprecher Patrick Bergmann über die Zahlen im Polizeipräsidium Offenburg. Laut Statistik wurden im Jahr 2016 in Deutschland insgesamt 164.771 Taschendiebstähle angezeigt, 2015 waren es noch 168.142 Fälle.

Zwar sind die Fälle damit um zwei Prozent gesunken, doch insgesamt machten die Diebe mehr Beute: 2016 entstand ein Schaden von 51,5 Millionen Euro, im Jahr 2015 waren es 50,8 Millionen Euro. Insbesondere das Gedränge bei Veranstaltungen, wie jetzt den Weihnachtsmärkten, in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln, machen sich die Langfinger zunutze, um zuzuschlagen. Die meisten Fälle bleiben unaufgeklärt. Die bundesweite Aufklärungsquote 2016 lag bei 6,4 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass Taschendiebstähle – insbesondere Taten auf Weihnachtsmärkten – von gut organisierten Gruppierungen begangen werden. Deren Vorgehen erfolgt arbeitsteilig und kann durchaus als professionell beschrieben werden", so Patrick Bergmann. Susanne Steudten, Polizeirätin und Leiterin des Referats Prävention, erklärt, wie die Täter in der Regel vorgehen: "Grundsätzlich dienen alle Vorgehensweisen dazu, eine größtmögliche körperliche Nähe zum späteren Opfer herzustellen.

Beliebt ist zum Beispiel der Drängel-Trick, gerade in den engen Gassen zwischen den Weihnachtsmarktständen. Ein Dieb rückt unangenehm dicht an das Opfer heran, bis es sich ärgerlich abwendet und dadurch eine umgehängte Tasche oder die in der Manteltasche befindliche Geldbörse quasi ,griffbereit' anbietet. Innerhalb von nur wenigen Sekunden sind Brieftasche, Kreditkarten oder das Handy verschwunden." 

Eine weitere, immer wieder erfolgreiche Masche der Diebe sei, die Kleidung des potenziellen Opfers angeblich „versehentlich“ mit Ketchup, Senf oder einer Flüssigkeit zu beschmutzen, um durch den anschließenden Reinigungsversuch vom Diebstahl der Wertsachen abzulenken.

Ein weiteres Beispiel: Das Opfer wird in ein Gespräch verwickelt sowie abgelenkt und ein weiterer Täter entwendet die Wertsachen, der diese schnell an einen Dritten weitergibt, der damit „verschwindet“.

"Am Besten nimmt man nur so viel Bargeld mit wie tatsächlich benötigt wird. Möglicherweise reicht es auch, nur Bargeld dabeizuhaben und das Portemonnaie mit den Geldkarten zu Hause zu lassen. Wer doch Geld, Papiere und Zahlungskarten einstecken möchte, sollte alles auf verschiedene Taschen verteilen", so Susanne Steudten. Am besten geeignet für die sichere Aufbewahrung sind verschlossene Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.

Rücksäcke oder Taschen trägt man am sichersten mit der Verschlussseite zum Körper. Handtaschen oder Jacken niemals unbeaufsichtigt aufhängen. Und wenn man bestohlen wird: "Gehen Sie schnellstmöglich zur nächsten Polizeidienststelle und erstatten Anzeige. Wichtig ist es auch, dass man unverzüglich seine Kredit- und EC-Karten sperren lässt. Die Sperrhotline ist die 116 116", so Steudten.

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