Lahrer Werkstätten fertigen Bausätze
Flöße und Wasserräder für die Landesgartenschau

Mitarbeiter der Lahrer Werkstätten verpacken die Flöße und Wasserräder. 
  • Mitarbeiter der Lahrer Werkstätten verpacken die Flöße und Wasserräder. 
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Lahr-Langenwinkel (stp). Die Teile für Floß und Wasserrad stecken in einem Karton, der die Größe einer Zigarettenschachtel hat. 25 Mitarbeiter der Lahrer Werkstätten fertigen derzeit 30.000 solcher "Schächteli" für die Landesgartenschau an. Sie gehören zum späteren Spielangebot am Pavillon des Amtes für Waldwirtschaft im Seepark. Dass die Flöße funktionieren, wurde hier bereits erprobt.

Die Größe der Umverpackung kommt nicht von ungefähr. Ein umfunktionierter Zigarettenautomat hat den Weg von der Lan-desgartenschau in Öhringen im Jahr 2016 hierher geschafft. Die Schachteln mit den zwei Bausätzen können Besucher auf der Lahrer Landesgartenschau, die in knapp sechs Wochen startet, für jeweils zwei Euro aus dem Automaten ziehen. Die zwei Bausätze, ein Floß samt Flößer und ein Wasserrad – für Kinder, Eltern und Großeltern – sind ein Teil des Angebots, welches das Amt für Waldwirtschaft präsentiert.

Bernhard Ihle, Leiter der Behörde im Landratsamt, Erwin Stiegeler, Leiter der Lahrer Werkstätten, sowie Antonia Röderer, Martin Gießler und Manuel Seiter, die mit den Beschäftigten in Langenwinkel die Bausätze montieren, stellten die Idee samt den fertigen Holzspielzeugen nun vor. Von der Idee bis zur Montage verging ein halbes Jahr. Im April 2017 trat Ihle an die Werkstatt für Behinderte heran, mit der Idee, dass das Amt für Kinder Spielsachen aus Holz mit Wasser fertigen lassen wollte. Die eher vage Umschreibung "Schwimmen und Drehen" war da schon mit dabei.

Und die Größe der Umverpackung. Stiegeler erinnerte sich, dass man nach einigen Versuchen, das Floß und das Wasserrad als Pläne "relativ schnell fertig hatte". Es galt nur, die Maße und die Art, die Floß, Flößer und Wasserrad haben sollten, so hinzubekommen, dass die Einzelteile in einer Art Zigarettenschachtel Platz haben würden. Praktische Schwimmversuche ergaben, dass der Flößer aus Pappe sein müsse. "Die gestanzte Figur aus Blech erwies sich als zu schwer." Holz und Pappe aufzutreiben, die einen halben Tag im Wasser unbeschadet überstehen, waren auch kein Problem. Selbst die Zahl 100.000 Holzdübel, das Rohmaterial für die Flöße und zum Teil das Wasserrad, ließen sich dann auftreiben. Die ähnliche Anzahl Zahnstocher, die die Flöße zusammenhalten, waren da wohl das geringere Problem, ebenso die notwendigen Gummiringe aus echtem Kautschuk. Sie halten die "Stämme" zusammen.

Es haperte zuletzt aber an den "Schächteli". Es habe, berichteten Bernhard Ihle und Erwin Stiegeler, eine ganz ordentliche Weile gedauert, bis die Lahrer Werkstätten einen Hersteller in Lahr gefunden hatten, der die Menge an gestanzten Formen aus Pappe für die Umverpackung und die Figur liefern konnte. Die Flöße haben eine Auflage von 20.000, die Wasserräder eine Auflage von 10.000 Exemplaren.

Derzeit sind die Mitarbeiter mit den drei Betreuern also eifrig am Zusammenstecken. Die Einzelzeile müssen sortiert werden und dann – was Fingerspitzengefühl erfordert – in die Schachteln gepackt werden. Die Betreuer betonen, dass diese Arbeit den Mitarbeitern viel Spaß machen würde. Ein Besuch im Pavillon ist vorgesehen. Dann können die Hersteller auch erleben, wie die Flöße zu Wasser gelassen werden und rund um den Pavillon schwimmen werden. Der Antrieb, etwa zehn Liter Wasser Schub, den eines der Flöße benötigt, um über die Distanz auf der Landesgartenschau zu kommen, ist übrigens während der Planungsphase in den Werkstätten eruiert worden.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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