Ex-Profi Timo Reus
"Es hat Spaß gemacht, mich selbst zu quälen"

Timo Reus hat beim SC Freiburg Bundesligaerfahrung gesammelt, die er heute als Torwarttrainer des SC Lahr an seine Schützlinge weitergibt.
  • Timo Reus hat beim SC Freiburg Bundesligaerfahrung gesammelt, die er heute als Torwarttrainer des SC Lahr an seine Schützlinge weitergibt.
  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Lahr (mak). "Es war immer klar, dass ich irgendwann einmal zurückkehren werde in meine Heimatstadt Lahr", erzählt Timo Reus. Das geschah 2018. "Ich wollte meinen Sohn und meine Frau schließlich jeden Tag sehen. Der Profifußball war da auch kein Thema mehr", sagt der sympathische Lahrer mit einem Lachen. Dem Fußball ist er aber auch in der Heimat weiter verbunden. Seit dieser Saison ist er Torwarttrainer beim Verbandsligisten SC Lahr. Petro Müller, Leiter Spielbetrieb des Verbandsligisten, nahm Kontakt mit ihm auf. "Wir kennen uns schon lange. Der Verein hat eine gute Entwicklung genommen und das Gesamtpaket hat gestimmt", begründet Reus seine Entscheidung, das Angebot als Torwarttrainer anzunehmen. Die Keeper des SC Lahr dürfen sich über Reus' großen Erfahrungsschatz aus der 1. und 2. Bundesliga freuen.

"Auch ich habe natürlich als kleiner Junge davon geträumt, einmal Fußballprofi zu werden. Das tut wahrscheinlich jeder, der mit Leidenschaft spielt. Gleichzeitig denkt man aber auch, dass die Profis überirdisch gut sind." Reus versucht, sich mit jedem Vereinswechsel kontinuierlich zu verbessern. "Das hat ziemlich gut geklappt und im Rückblick haben viele Dinge einfach gepasst", erzählt er. Zugute gekommen sei ihm aber immer auch sein großer Trainingseifer und -wille. "Es hat Spaß gemacht, mich selbst zu quälen", erzählt er lachend.

Und sein Können bleibt nicht verborgen. 1997 hütet Reus beim SV Linx das Tor. Bei den Spielen schaut öfter auch mal der damalige Präsident des SC Freiburg, Achim Stocker, vorbei. Es folgt der Wechsel zum SC Freiburg, der damals in der 2. Bundesliga spielt. "Ich wurde eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtet und als dritter Torhüter bei den Profis", erzählt er.

Morgens arbeiten, abends trainieren

Vollzeitfußballer ist er da aber noch nicht. "Ich habe vormittags in meinem erlernten Beruf als Industrieelektroniker gearbeitet und abends trainiert. Das war eine Vorgabe des Vereins", sagt er. Seine Eltern seien sehr dahinter gewesen, dass er eine ordentliche Berufsausbildung absolviert. "Als junger Bursche will man natürlich nur Fußball spielen und den Sprung zu den Profis schaffen. Da fehlt einem vielleicht auch das Stück Lebenserfahrung in solchen Dingen." Diese Erfahrungen gibt er heute an seine Schützlinge weiter. "Für mich gehört das als Trainer mit dazu, die jungen Spieler darauf hinzuweisen, dass es eine Zeit nach dem Fußball gibt", betont er.

Den Durchbruch beim SC Freiburg beschreibt Reus mit den Worten "zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Der Stammtorhüter ist in einer Formkrise und ohne ein vorheriges Testspiel zu absolvieren wird Reus der etatmäßigen Nummer Zwei vorgezogen. Reus zahlt das Vertrauen mit guten Leistungen zurück. Am Ende der Saison steht der Aufstieg in die Bundesliga. "Das war natürlich ein überragendes Gefühl. Das vergisst man nicht. Ein emotionaler Höhepunkt", schwärmt der 47-Jährige.

Zur neuen Saison verpflichtet der SC Freiburg den mit fast 300 Bundesligaspielen erfahrenen Richard Golz vom Hamburger SV. Zudem verletzt sich Reus schwer und verpasst fast die gesamte Vorbereitung. Er habe immer an sich geglaubt und dass er an Golz vorbeikomme. Dies sei seine Motivation gewesen, erzählt er. "Ich habe mich nie hängen lassen und war die Zuverlässigkeit in Person. Das war meine Stärke und wurde von allen Vereinen, für die ich aktiv war, immer sehr geschätzt", sagt er stolz.

In Freiburg ist aber nach acht Jahren Schluss. "Ich war dem Verein emotional immer sehr verbunden", so Reus. Es folgen Stationen bei LR Ahlen, FC St. Pauli und VfR Aalen. Auch aufgrund von Verletzungspech schafft es Reus aber nicht mehr an die erfolgreiche Anfangszeit beim SC Freiburg anzuknüpfen. "Trotzdem waren das alles gute Lebenserfahrungen, auch wenn es manchmal zermürbend war", gesteht er.

Von seinen Trainern, unter anderem Volker Finke, Holger Stanislawski und Ralph Hasenhüttl, hat er viel für seine eigene Torwarttrainertätigkeit mitgenommen und gibt dies an seine Schützlinge weiter, die seine zielstrebige und ehrliche Art schätzen. Der SC Lahr ist ambitioniert und will in Zukunft oben angreifen. Wie das geht, weiß Timo Reus. Matthias Kerber

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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