Angedacht: Dieter Fettel
Lächeln hilft – und sei es nur im Augenblick

Dieter Fettel

Eigenartige Zeiten. Sie verlangen uns einiges ab. Sie schließen uns ein. Sie hindern uns daran, unserer Leben frei zu gestalten. Sie zwingen uns neue Regeln auf, fordern vor allem Verzicht und Einsicht. Wir dürfen die Menschen die uns am Herzen liegen, wenn überhaupt, nur unter Auflagen treffen. Dürfen weder Freunde noch Verwandte um uns scharen, dürfen nicht feiern, wenn uns danach ist. Viele werden von den Folgen der Lockdowns fast erdrückt. Hilfebietende arbeiten längst jenseits des Leistbaren, während die Politik stark erscheinen möchte, faktisch aber den Sachzwängen hinterher hetzend, plan- und hilflos wirkt und die Lösung in immer neuen Restriktionen sucht. Wir alle aber brauchen den sozialen Kontakt. Wir brauchen das Miteinander, den Schulterschluss und das fehlt – zunehmend, Besorgnis erregend, krank machend.

Ich beobachte aber auch Menschen, die mit der Belastung, dem Kaleidoskop an Problemen und Sorgen sehr unterschiedlich um gehen. Sicher erleben auch Sie das in Ihrem Umfeld oder an sich selbst: Mancher steckt diese Widrigkeiten leichter weg. Erträgt und hält sich an Auflagen und Einschränkungen mit einer Engelsgeduld und einem Lächeln. Scheint, unbelastet von all dem Ungemach, in sich zu ruhen.

Erinnerung an die Großmutter

Mich erinnert das an meine Großmutter. Mitten im ersten Weltkrieg geboren, hatte sie den zweiten vollumfänglich erlebt und es auch sonst im Leben nie leicht gehabt. Dennoch hatte sie immer Zeit, ein Lächeln zu verschenken. Das immer wieder zu versuchen, habe ich mir von ihr bewahrt: Wer Menschen zum Lächeln bringt, verbessert die Welt und sei es nur für diesen Augenblick.
Ihr Quell der Geduld und Hoffnung war der wohl bekannteste Psalm aus der Bibel. Aus ihm schöpfte sie Mut und Hoffnung, Zuversicht und Stärke, immer wieder die Kraft für ein Lächeln. Denn sie glaubte den Psalm nicht nur – sie lebte ihn: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir.“ (Ps 23.4)
Mir scheint dieser Psalm ist sehr vielen Menschen ein wenig abhanden gekommen, derweil wäre genau der jetzt so nötig. Er fehlt, denn er hilft so vieles zu stemmen.
Dieter Fettel, Prädikant, evangelische Landeskirche, Kirchenbezirk Lahr

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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