Drogenhilfe Lahr sucht neue Räumlichkeiten

Noch ist die Drogenhilfe Lahr in der Goethestraße zu finden, wie und wo es weiter geht, steht in den Sternen.
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Lahr. Es ist ein hübsches Haus, das an der Ecke Goethestraße/Eichdorfstraße in Lahr steht.
Strahlend weiß mit einem grauen Sockel und einem netten kleinen Garten
abseits der Straße. Hell und einladend ist auch das Innere gestaltet.
„Die Menschen, die zu uns kommen, sollen sich wohlfühlen“, sagt Hermann
Gilsbach, Leiter der Lahrer Drogenhilfe. „Seit 1977 gibt es uns in Lahr.
Zwanzig Jahre sind wir bereits zur Miete in diesem Haus“, erklärt er.
Nun soll es verkauft werden und Gilsbach und sein Team suchen neue
Arbeitsräume. Bis Ende Oktober haben sie Zeit, etwas zu finden, dann ist
Schluss in der Goethestraße 10.

Die Fläche wird voll ausgenutzt: Mehrere Beratungszimmer, ein Sekretariat, ein Ausweichbüro,
eine Küche, ein Wartezimmer sowie Dusch- und Waschmöglichkeiten im
Keller und ein Gruppenraum unter dem Dach finden Platz auf rund 230
Quadratmetern. „Unser neuer Standort sollte sich idealer Weise in
zentraler Lage befinden“, berichtet Silvia Liebherr, Sozialpädagogin und
Suchtterapeutin bei der Drogenhilfe. „Für unsere Klienten ist es
wichtig, dass sie uns gut erreichen.“

530 Menschen suchten im Jahr 2014 Hilfe bei der Jugend- und Drogenberatung. Darunter befanden sich 130 Neuzugänge, 44 Prozent von ihnen waren jünger als 24 Jahre, das
Durchschnittsalter betrug 32 Jahre. „Den typischen Klienten gibt es
nicht“, weiß Liebherr. „Hilfesuchende  kommen aus allen Schichten zu
uns. Es sind aber nicht nur die Betroffenen, die Unterstützung bekommen,
sondern auch die Angehörigen.“

Eltern suchen die Beratungsstelle beispielsweise auf, wenn sie fürchten, ihre Kinder
könnten gefährdet sein. Insgesamt habe sich die Anzahl der unter
25-Jährigen, die in die Drogenberatung kommen, in den vergangenen Jahren
vermehrt, erklärt Gilsbach. Bei ihnen seien es vor allem Amphetamine
und Cannabis, die konsumiert werden. Einen Grund sieht die
Suchttherapeutin auch in einem wachsenden Leistungsanspruch der
Gesellschaft, dem die jungen Menschen gerecht werden müssten:
„Amphetamine werden zur Leistungssteigerung eingenommen.“

Auch die präventive Arbeit gehört zum Alltag in der Beratungsstelle. „Wir
haben Kooperationen mit Schulen. Einzelne Gruppen kommen zu uns und 
nutzen unser Präventionsangebot“, so Gilsbach. „Der überwiegende Teil
der Menschen kennt die Gefahren. Einige rutschen zu einem späteren
Zeitpunkt eventuell dennoch in die Abhängigkeit und dann sind wir
gefragt. Uns ist es wichtig, frühzeitig ein Vertrauen aufzubauen.“

Oftmals ist das in den vergangenen 38 Jahren bereits gelungen. Vom Beginn der
Drogenhilfe in der Tramplerstraße über den späteren Standort in der
Werderstraße bis heute. „Das Angebot ist stetig gewachsen“, weiß Silvia
Liebherr. Was als kleine Teestube für Suchtkranke begann, ist zu einer
anerkannten psychosozialen Anlaufstelle herangewachsen, die vom
baden-württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation
getragen wird.

Sechs Berater sind heute in der Goethestraße tätig, die insgesamt vier Personalstellen abdecken und die bereits seit Februar nach neuen Räumlichkeiten Ausschau halten: „Während der Zeit des
Suchens haben wir gemerkt, wie hilfsbereit die Lahrer und auch die
Stadt sind. Die Menschen treten von sich aus mit Vorschlägen an uns
heran. Es ist toll zu sehen, dass an uns gedacht wird.“ Fündig sind sie
dennoch nicht geworden. Wer daher Mietraum zur Verfügung stellen kann,
findet bei der Drogenhilfe Lahr unter der Nummer 07821/9238990 einen Ansprechpartner.

Autor: Laura Bosselmann

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