Maskottchen wird vorgestellt
Oberkirch startet ins Heimattage-Jahr
- Das Heimattage-Maskottchen "Simpli" wurde am Sonntag vorgestellt.
- Foto: mak
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Oberkirch (mak) Der Neujahrsempfang der Stadt Oberkirch am vergangenen Sonntag markierte ein ganz besonderes Datum für die Stadt. Denn in der vollbesetzten Erwin-Braun-Halle ließ man nicht nur das abgelaufene Jahr Revue passieren, sondern läutete ein Festjahr von landesweiter Bedeutung ein: Oberkirch eröffnete offiziell die Heimattage Baden-Württemberg 2026. Die Stadt ist damit erstmals Gastgeber dieser traditionsreichen Veranstaltungsreihe, die seit 1978 jährlich in einer anderen Kommune des Landes stattfindet und den Blick auf Geschichte, Gegenwart und Zukunft der jeweiligen Region richtet.
"Die Heimattage bieten die einzigartige Chance, all das Gute, was in Oberkirch, aber auch in der Region und im ganzen Land entsteht, sichtbar und erlebbar zu machen - für Einheimische, Gäste aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus", so Oberbürgermeister Gregor Bühler in seiner Ansprache. Mit 700 Jahren Stadtrecht, dem 350. Todestag Grimmelshausens und 300 Jahren Brennrecht habe Oberkirch gleich dreifach Grund zu feiern, so das Stadtoberhaupt weiter.
Die Heimattage bieten über das ganze Jahr für Jung und Alt über 250 Veranstaltungen. Zwei Ereignisse bilden traditionell die Klammer des Veranstaltungsjahres: Beim Baden-Württemberg-Tag in Oberkirch am 16. und 17. Mai liegt das besondere Augenmerk auf der zweitägigen Gewerbeschau, bei der die Stadt zum Schaufenster von "The Länd" wird und sich Unternehmen, Handwerksbetriebe und Dienstleister aus Oberkirch und dem ganzen Land präsentieren.
Das zweite große Event der Heimattage sind die Landesfesttage, die vom 11. bis 13. September 2026 stattfinden werden und bei denen Traditionen und Brauchtum des Ländles im Mittelpunkt stehen. Nach der Verleihung der Heimatmedaille als feierlicher Auftakt, dürfen sich die Gäste am Samstag auf einen Kinder- und Brauchtumstag, einen Brauchtumsabend mit dem Landestrachtenverband sowie einen Großen Zapfenstreich freuen. Am Sonntag folgt dann der krönende Abschluss des Festwochenendes: der große Landesfestumzug mit Gruppen aus dem ganzen Land.
"Die Stadt wird zum Schaufenster unseres Landes", führte Ministerialdirektor Reiner Moser in seinem Grußwort aus. Und weiter: "In Zeiten wie heute, braucht es eine Identifikationskultur. Die Heimattage haben das Potential, das Wir-Gefühl zu stärken."
Maskottchen "Simpli"
Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt des Heimattage-Maskottchens "Simpli", das von der Organisatorin der Heimattage, Gabriele Schindler, präsentiert wurde. Die Figur knüpft an die literarische Bedeutung der Stadt an und greift ein zentrales Jubiläum des Festjahres auf: den 350. Todestag von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen. Das Titelkupfer seines Romans „Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ zählt zu den bekanntesten Buchillustrationen seiner Zeit und ist bis heute weithin bekannt. Dargestellt ist darauf ein vieldeutiges Fabelwesen – ein Mischwesen mit Satyrkopf, Frauenleib, Männerarm, Huf und Entenfuß, Flügeln, Fischschwanz sowie Degen und Buch. Auf dieser Grundlage wurde die Maskottchenfigur weiterentwickelt. Unter Federführung von Gerd Dörflinger und in Zusammenarbeit mit der Illustratorin und Designerin Petra Fritz sei „Simpli“ als Maskottchen für die Heimattage 2026 entstanden. Gestalterisch lehne sich die Figur an das historische Fabelwesen an, interpretiere dieses jedoch bewusst freundlich und kindgerecht, so Schindler.
Vor dem Hintergrund der jahrhundertewährenden straßburgisch-bischöflichen Geschichte Oberkirchs, die in direkter Verbindung mit der Stadtrechteverleihung 1326 und dem Brennrechterlass in 1726 steht, sprach Weihbischof Christian Kratz aus Straßburg ein Grußwort zu den Heimattagen und gab dem neuen Jahr Segenswünsche mit auf den Weg. Er wünschte Oberkirch die "Gnade der Unterscheidungskraft, die Gnade des Mutes und die Gnade der Hoffnung."
Musikalisch gekonnt umrahmt wurde der Abend wieder von der Stadtkapelle Oberkirch unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Zeno Peters. Der Neujahrsempfang war zugleich der erste öffentliche Auftritt der Stadtkapelle in neuer Uniform, die nach rund drei Jahrzehnten die bisherige Ausstattung ablöst. Erstmals wurde am Sonntag auch die neue Oberkirch-Hymne aus der Feder von Guido Rennert gespielt.





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