75. Jubiläum
Oberkircher Winzer bündeln ihre Kräfte für die Zukunft
- Freude über 75 Jahre Oberkircher Winzer eG: Vorstandsvorsitzender Franz Männle (v. l.), Oberbürgermeister Gregor Bühler, die Badische Weinprinzessin Tina Müller, die Badische Weinkönigin Rosa Kost, Präsident des Badischen Weinbauverbands Rainer Zeller und Geschäftsführender Vorstand Sebastian Hill
- Foto: Jigal Fichtner
- hochgeladen von Matthias Kerber
Oberkirch (st) Erinnerungen an die Gründerzeit im Jahr 1951, der damit verbundene Mut, der Zusammenhalt in einer Genossenschaft sowie die Verknüpfung von Tradition und Innovation standen im Mittelpunkt der Feier anlässlich 75 Jahre Oberkircher Winzer eG. Geschäftsführender Vorstand Sebastian Hill motivierte in einer aufrüttelnden Rede für die Zukunft. 75 Jahre Erfahrung, Durchhaltevermögen und Weitsicht seien dafür ein starkes Fundament.
Die 800 Gäste, vorwiegend die Winzer sowie Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung wurden von ehemaligen Weinhoheiten sowie der amtierenden Badischen Weinprinzessin Tina Müller (Oberkirch) durch eine spannende Weinprobe begleitet. Eröffnet wurde der Festreigen vom Vorstandsvorsitzenden Franz Männle, der an die 21 weitsichtigen Winzer erinnerte, die den Grundstein für die heutige Genossenschaft gelegt haben. „Diese Genossenschaft gehört den Winzern, jeder Stein, jedes Gebäude, jeder Tank gehört euch! Wir teilen das Risiko und bündeln die Kräfte.“ Die einzigartige Kulturlandschaft rund um Oberkirch sei Verdienst der Winzerarbeit. Verwildern diese Hänge, so verliere auch der Tourismus an Anziehungskraft. Deshalb sei der Kauf regionaler Weine ein Bekenntnis zum Erhalt dieser Heimat. Männle erinnerte an die großen Investitionen der vergangenen Jahre wie Vinotorium, Holzfasskeller, Lagersystem, Umbau der Traubenannahme und Etikettiermaschine.
Aktiv auf Zukunft ausgerichtet
Mathias Juhl vom Vorstand des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. betonte, wie wichtig es ist angesichts der aktuellen Herausforderungen zusammenzustehen. Klimawandel, sinkender Weinkonsum, gestiegene Kosten bringen die Betriebe an ihre Grenzen. Er lobte die Unternehmensführung sowie die Gremien und die Winzerschaft. Die Genossenschaft werde nicht nur verwaltet, sondern sehr aktiv in die Zukunft gelenkt.
„Wein kommt aus den Händen der Menschen“, sagte der Präsident des Badischen Weinbauverbands, Rainer Zeller. Die 75 Jahre Erfolgsgeschichte der Oberkircher Winzer sei nicht immer einfach gewesen. Jeder Jahrgang ist vom Wetter abhängig. Weinberge würden weiterentwickelt, Rebsorten und Anbaumethode angepasst, Vermarktung und Kellertechnik verändert. „Danke für 75 Jahre Engagement, Kulturlandschaft, Qualität und eine gute Zusammenarbeit mit der badischen Weinwirtschaft."
900 Jahre Weinbau in der Region belegen eine lange Tradition. „Wein gehört zu unserer Heimat“, so die Badische Weinkönigin Rosa Kost. Winzer bewirtschaften mit Fachwissen Toplagen, aufwändige Steillagen und Querterrassen. Sie lobte den Ideenreichtum der Oberkircher Winzer eG, belegt in neuen Veranstaltungsformaten und frischen Weinlinien.
„Aus einer kleinen Gemeinschaft der Willigen ist eine der bestprämierten Genossenschaften der Region geworden“, bilanzierte Oberbürgermeister Gregor Bühler. Wer zusammenstehe, Qualität ernst nimmt, könne auch in schwierigen Zeiten gestalten. Der OB wünscht, dass die Idee der Genossenschaft auch in kommenden Jahrzehnten lebt und der Gründergeist weitergetragen wird.
In einer sehr emotionalen Rede appellierte der Geschäftsführende Vorstand, Sebastian Hill an den Mut aller Beteiligten. In den fast 700 Mitgliedern der Genossenschaft sieht er Markenbotschafter, „die unsere Weine empfehlen. Wir haben die größte Vertriebsmannschaft der Region!“ Wenn Oberkirch draufsteht, müsse jeder wissen, da ist Qualität drin. Wichtig sei es, immer wieder neue Wege zu gehen, denn die 75 Jahre Winzergenossenschaft stehen heute für drei Generationen von Winzern, Großeltern, Eltern, Kinder. Sie haben dieses Unternehmen getragen und entwickelt. Extreme Marktveränderungen, noch schwierigere Rahmenbedingungen, aber auch daraus resultierende Chancen werden die Zukunft prägen. Qualität, Zusammenhalt, strategische Weitsicht wie die Fusion mit dem Winzerkeller Hex vom Dasenstein belegen, dass Menschen immer wieder bereit sind, neue Wege zu gehen. Die flammende Rede des Vorstands wurde mit Standing Ovation honoriert.





Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.