Sonntagsporträt
Judith Wohlfarth ist bei "Lecker aufs Land" dabei
- Judith Wohlfahrt wurde für ihre artgerechte Schweinehaltung 2025 mit dem Tierschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Neben ihrem Lebensgefährten unterstützen sie drei Vollzeitkräfte. Für sie selbst fällt auch viel Büroarbeit an.
- Foto: Michael Bode
- hochgeladen von Anne-Marie Glaser
Oberkirch-Hesselbach Nein, nie hätte sie in jungen Jahren gedacht, später einmal als Landwirtin zu arbeiten. Dabei wuchs Judith Wohlfarth auf dem Land auf. "Wir hatten immer viele Tiere", erzählt die Quereinsteigerin aus Neuenbürg an der Enz. Mutter Ursel hatte einen holzverarbeitenden Betrieb, daneben ein Wildschweingehege. Warum? "Weil sie Wildschweine cool fand." Später verkaufte sie das Unternehmen, machte sich auf die Suche nach einem Altersruhesitz und fand diesen in einem alten Bauernhof im Oberkircher Ortsteil Hesselbach.
BWL mit Schwerpunkt Finanzmathematik
Tochter Judith arbeitete zu dieser Zeit als Bankerin in München. Nach einem BWL-Studium kannte sie sich bestens in Sachen Risikomanagement von Banken aus. "In der Landwirtschaft dagegen nicht", gesteht die heute 39-Jährige. Die Frauen fragten sich, was man auf dem schwierigen Gelände in Hesselbach machen könnte – 15 Hektar in Hanglage mit Streuobstwiesen, Quellwasser und Wald mit vielen Kastanienbäumen. Klar, da fühlen sich Schweine sauwohl.
"Wenn man sich mit der Landwirtschaft nicht auskennt, denkt man: Ich ziehe einen Zaun um mein Grundstück und kann dann dort machen, was ich will", erinnert sich Judith Wohlfarth an die Anfangszeit. "Von wegen, es gibt 50.000 Regeln." Hinzu kam, dass man in der Region bei Schweinen nur Stallhaltung kannte: "Dann kam eine halbverrückte Bankerin und sagte: Ich mache das im Freiland." Das funktioniert nicht mit hiesigen Hausschweinen. Sie müssen leichter sein, in Steillagen zurechtkommen und sich im Wald wohlfühlen. Schließlich wurde sie in England fündig. 2013 zogen die ersten Berkshire- und Tamworth-Schweine auf dem Hofgut Silva ein. Parallel dazu studierte sie Agrarwissenschaften.
Judith Wohlfarth fühlte sich damals in beiden Welten wohl – als Bankerin im schicken Businesskostüm in München und in Gummistiefeln in Hesselbach, wo sie die Wochenenden verbrachte. Doch dann erkrankte die Mutter an Krebs und die Tochter wurde hauptberuflich Bäuerin in Baden und blieb es auch nach dem Tod von Ursel Wohlfarth.
Heute ist sie selbst vierfache Mutter und das Hofgut Silva umfasst inzwischen durch Zukäufe 150 Hektar. Darauf tummeln sich im Freiland 150 Schweine, 120 Schafe, eine Mutterkuhherde mit zehn Mamas und einem Bullen. Nicht zu vergessen die 20 Ziegen mit ihrem Bock. Die Tiere werden auf dem Hof geschlachtet – Fleisch, Wurst, Schinken über den Onlineshop, direkt an die Gastronomie und in der Metzgerei in Gengenbach verkauft. Letztere betreibt Judith Wohlfarth mit ihrem Lebensgefährten Alexander Ehret, der ein zweites Schlachthaus in Altenheim hat. Und natürlich gibt es sie auf Veranstaltungen wie dem Schlachtfest mit Max Stigl am 3. Oktober von 8 bis 18 Uhr.
„Produzentin des Jahres 2023/24“
Judith Wohlfarth betreibt ihren Hof nicht nur mit viel Herzblut, sondern auch erfolgreich. So zeichnete unter anderem der Restaurantführer "Gault&Millau" sie als „Produzentin des Jahres 2023/24“ für die Qualität ihres Freiland-Schweinefleischs aus. Und auch das Fernsehen wurde schon auf die Landwirtin aufmerksam. Gerade ist sie immer montags in der aktuellen Staffel von "Lecker aufs Land" zu sehen. Die Folge auf dem Hofgut Silva wird am Montag, 28. September, um 20.15 Uhr gezeigt.
Judith Wolfarths Favoriten
Lieblingsgerichte:
- Spaghetti Bolognese
- Paniertes Schnitzel Wiener Art vom Schwein
- Haxe vom Schwein oder Lamm
Lieblingskrimiautoren:
- Harlan Coben
- Charlotte Link
- David Baldacci





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