Natur und Kulisse

Blick in die Ausstellung: vornehme Hüte von vornehmen Parallelgesellschaften
  • Blick in die Ausstellung: vornehme Hüte von vornehmen Parallelgesellschaften
  • Foto: Foto: Thomas Viering
  • hochgeladen von Daniela Santo

Mit der aktuellen Ausstellung „Natur und Kulisse. Vornehme Parallelgesellschaften im 19. Jahrhundert“ im Museum LA8 in Baden-Baden wird der historische Park wieder lebendig.
Zu sehen sind die Kleidung und eleganten Accessoires der Damen und Herren, Gesellschaftsbilder aus dem Leben der Kurbäder Bad Ems, Karlsbad, Wiesbaden und Baden-Baden, Porträts der großen Musiker, die in Baden-Baden gastierten oder – wie Clara Schumann – hier auch wohnten, Grafik zur Gartenbaukunst des Fürsten Pückler,
Landschaftsmalerei und Stadtansichten von Georg Saal, Johann S. Schaffroth, Anton Radl mit dem künstlerischen Fokus Baden-Baden. Ergänzt wird das Panorama der Landschaftskunst durch bedeutende Werke von Johann Wilhelm Schirmer und Gustave Courbet, die auch das Umland wie das Alte Schloss und die Geroldsau in den Blick nahmen. Mit und in der Lichtentaler Allee erlebte Baden-Baden im 19. Jahrhundert einen atemberaubenden kosmopolitischen und touristischen Aufstieg. Der Reiz für die
Spaziergänger war, frei von unmittelbaren Alltagszwecken in eleganter Kleidung durch eine neue Art von Landschaftsgarten zu flanieren und teilzunehmen am Sehen und Gesehen werden. Der öffentliche, für alle zugängliche Kurpark, der nicht mehr höfischer Schloss- oder mönchischer Klostergarten war, stellte einen neuartigen freien Ort dar, der Stadt und Landschaft, Zivilisation und Natur, Künstlichkeit und Wildwuchs, Hochkultur und Entspannung harmonisch miteinander verbinden sollte. Jenseits bäuerlicher oder frühindustrieller Nutzung wurde die Natur gärtnerisch eingehegt, nur um sie desto deutlicher als Natur zu inszenieren. Im Park des frühen 19. Jahrhunderts wurde die Natur kompositorisch wie in einem Landschaftsgemälde arrangiert. Die künstliche Darstellung von Landschaft mittels einer Parklandschaft benutzte statt Leinwand und Farbe Bäume und Sträucher. Die Natur wurde geordnet, komponiert, Erdmassen und Bachläufe verschoben, um sie desto natürlicher und zwangloser wirken zu lassen, sozusagen eine Art "Natur 2.0".
Info: Die Ausstellung „Natur und Kulisse. Vornehme Parallelgesellschaften im 19. Jahrhundert“ ist bis zum 3. September im Museum LA8 – Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts in Baden-Baden zu sehen. Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen sieben Euro Eintritt. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.la8.de.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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