20 Jahre Guller
Bootstour auf dem Offenburger Gifizsee

Skipper Kurt Vetter (Mitte) lud zum Segeltörn auf seine "Rosi".
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Offenburg (djä). "Immer eine Hand am Schiff behalten, dann fällt man nicht runter", rät Hans-Joachim Zehender, noch bevor der Segeltörn beginnt. Auf dem schwankenden Bootssteg steht ein Segelgast, der heute außerplanmäßig in Vertretung aufs Wasser darf. Im Rahmen des Gewinnspiels 20 Jahre Guller verlosten wir diesen besonderen Preis, den man so nicht kaufen kann: einen Segeltörn auf dem ehemaligen Baggersee Gifiz.

Da die Gewinnerin den Termin leider nicht wahrnehmen konnte, darf Isabel Obleser, die Geschäftsführerin des Stadtanzeiger-Verlags, auf das Segelboot von Kurt Vetter klettern. "Rosi" heißt sein Boot, benannt nach seiner Ehefrau. Die "Rosi", die jetzt noch vertäut liegt, ist 5,50 Meter lang, ihr Mast misst acht Meter und ihr Skipper ist Mitglied im Offenburger Segelclub Gifiz e.V.  (OSCG). Zusammen mit Schriftführer Hans-Joachim Zehender, der an den Leinen vom Vorsegel sitzt, geht es nun gegen Abend hinaus auf den ruhig daliegenden See.

Morgens war es noch sonnig gewesen. Nun ist der Himmel wolkenbedeckt und die Luft bewegt sich wenig. "Höchstens Windstärke zwei", schätzen die Segler. Die "Rosi" gleitet ruhig übers Wasser. Es plätschert leise am Bootsrumpf und ein angenehm leichtes Wiegen des Bootsrumpfs ist spürbar. "Das ist für mich Entspannung pur. Nach einem Arbeitstag aufs Boot, das entschleunigt mich sofort", weiß Zehender. Auch Isabel Obleser genießt die Tour. Dabei kann man das Revier des Offenburger Segelclubs mit gut einem Kilometer Länge und rund 400 Metern Breite als überschaubar bezeichnen.

Der Gifiz habe es jedoch segeltechnisch in sich, erfährt der Segelgast. Aufgrund der Umbauung mit Hochhäusern in Uffhofen und der Bäume auf der Halbinsel, warte er mit immer neuen Überraschungen auf. Der Wind wechselt hier deshalb in Richtung und Stärke ganz spontan. Das macht die Regatten, die auf dem Gifiz ausgetragen werden, recht anspruchsvoll. Gute Siegchancen hat der, der sich blitzschnell auf veränderte Situationen einzustellen weiß. "Wer hier segeln kann, kommt überall klar", sagen die beiden erfahrenen Gifiz-Segler.

Auch bei dem lauen Wind beim heutigen Segeltörn ist der Einfluss der landschaftlichen Faktoren spürbar. "Da vor uns ist das Wasser ganz glatt", bemerkt Obleser. Die "Rosi" gleitet hinein. Und schon sind die Segel nicht mehr von Wind erfüllt. Die Fahrt verlangsamt sich sofort. Da nützt auch das Fieren des Vorsegels nichts. "Da drüben ist mal ein Katamaran gesunken", sagt Zehender und deutet zur Halbinsel. Das Segeln hier sei aber generell eine sehr sichere Sache.

Vom Wasser aus bekommt man eine ungewohnte Sicht auf das Ufer. Strandbad und Strandlokal, Streichelzoo, der Steg der Angler – sie gleiten still vorbei. Immer wieder wird das Boot gewendet und das Vorsegel gelöst. Am südlichen Ende ist die Aufbereitungsanlage zu sehen, die Tiefenwasser aus dem See filtert und wieder zurückpumpt. Das ist nötig, damit der See nicht "umkippt". Der hohe Laubeintrag besonders durch die Pappelblätter belaste das Gleichgewicht sehr, erklären die Segler. "Rund vier Jahre brauchen die, bis sie verrottet sind", so Vetter.

Seit über 35 Jahren wird auf dem See gesegelt. Im OSCG sind über 100 Segler mit rund 85 Booten vereint. Ihre Segelboote wechseln gelegentlich zu Touren auf andere Gewässer. Die "Rosi" war beispielsweise schon auf dem Brombachsee und dem Lac de Neuchâtel. Das seien natürlich ganz andere Segelreviere als der Gifiz, räumen die beiden Segler ein. Der habe aber einen unschätzbaren Vorteil: er liegt vor der Haustür und ist deshalb ideal für den kleinen Feierabendtörn zum Entspannen. Dazu wird beim OSCG auch viel für die Segelausbildung der Jugendlichen getan. 11 "Optimisten", kleine Segeljollen, besitzt der Verein.

Dann steuert Skipper Vetter die "Rosi" zurück zum Steg. Im Vereinshaus sitzen alle danach auf "Offenburgs schönster Terrasse" – wie man beim OSCG gerne sagt . Man sieht über den See auf die Stadt und ins Kinzigtal hinauf. Isabel Obleser streckt sich. "Ich bin total tiefenenspannt. War das schön!"

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